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10.07.2012, 10:36 Uhr

Mit Volkswagen bei der Silvretta Classic 2012

in Kooperation mitAuto-News

Topsound dank Fehlzündungen

Die Lenkung ohne Servounterstützung geht im Stand etwas schwer, während der Fahrt fällt das aber nicht weiter auf. Die vier Gänge wollen auf langen Schaltwegen mit Bedacht eingelegt werden, Zurückschalten vom dritten in den zweiten Gang erfordert Zwischengas, zumindest wenn man noch schneller als 45 km/h ist. Im Schiebebetrieb sorgt der Boxermotor mit Fehlzündungen für ein herrliches Gepladder, so dass wir in Tunneln oder an Felswänden immer die Fenster herunterkurbelten, um diesen prächtigen Sound zu genießen. Am Abend hat man einige Zeit gebraucht, um das Geblubbere und Gepladdere wieder aus dem Ohr zu bekommen.

Sechs Stunden auf schlechten Sitzen

Die Silvretta-Rallye wird von Donnerstag bis Samstag gefahren. Wegen der wenig ergonomischen Sitze ist der Freitag mit einer Streckenlänge von zirka 300 Kilometern schon recht anstrengend. Immerhin sitzt man mehr als sechs Stunden im Auto, die Durchschnittsgeschwindigkeit bei Oldtimer-Rallyes ist bekanntlich nicht besonders hoch - es kommt nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf Gleichmäßigkeit an. Und das besonders bei den Wertungsprüfungen, wo man Strecken zwischen wenigen hundert Metern und einigen Kilometern in vorgegebener Zeit auf die hundertstel Sekunde zwischen zwei Lichtschranken oder Luftschläuchen durchqueren muss. Und das kann ganz schön verzwickt sein, wenn etwa mehrere Lichtschranken ineinander verschachtelt sind und der Copilot mit zwei oder drei Stoppuhren hantieren muss, um dem Fahrer die Zeit herunterzuzählen, zu der er jedes Ziel passieren muss.

Strafsekunden für blockierende Räder

Unser Team, bestehend aus Redakteur Peter Hoffmann am Steuer und Jörn Schwieger von Volkswagen Classic Parts am Roadbook, bekam zum Beispiel Strafsekunden dafür, dass kurz vor einem Zwischenziel bei einer Bremsung die Räder blockierten, die aber immer rollen müssen. Immerhin erreichten Hoffmann/Schwieger im Gesamtklassement den 46. Platz und in ihrer Klasse 5 der Fahrzeuge von 1970 bis 1976 den 13. Rang. In der "Sanduhren-Klasse", in der ohne elektronische Hilfsmittel, also nur mit Stoppuhren gefahren wird, wurden sie 18.

Auch Rallye-Ikone Rauno Aaltonen dabei

Auf Platz 1 fuhren die Italiener Gianmaria Aghem und Rossella Conti auf einem BMW 328, Baujahr 1938. Es folgten Klaus und Karin Steffens mit einem Rolls-Royce 25-30 von 1936 sowie Schorsch Memminger und Christoph Wellmann auf einem 1971er VW Käfer 1302 S. Die vielbejubelte Rallye-Ikone Rauno Aaltonen belegte mit einem Mini Austin Cooper S, Baujahr 1965, den 72. Platz.

Classic meets Future

Neben dem unüberhörbaren klassischen Teilnehmerfeld, das zum Teil bis zu 90 Jahre alte Preziosen präsentierte, gingen bei der parallel stattfindenden Silvretta E-Auto zum dritten Mal emissionsfreie Fahrzeuge an den Start. Unter dem Motto "Classic meets Future" stellten elektrisch angetriebene Serienfahrzeuge und Prototypen unter Beweis, dass sie auch im Hochgebirge Höchstleistung bringen können. Volkswagen punktete mit zwei Golf Blue-e-Motion auf den Rängen eins und drei, dazwischen schob sich ein Tesla Roadster.

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