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28.08.2012, 10:45 Uhr

Auf Augenhöhe mit dem Autoadel: Die KAD-Modelle von Opel

Rüsselsheim (dpa/tmn) - Mitte der 60er Jahre trumpfte Opel groß auf: Mit der KAD-Baureihe wollten sich die Rüsselsheimer im automobilen Oberhaus Respekt verschaffen. Die drei Großen - Kapitän, Admiral und Diplomat - waren beeindruckende Autos, aber kein riesiger Erfolg.

Der Markenname Opel steht für Vernunftautos mit solider Technik, aber nicht für Luxusschlitten. Das Feld der automobilen Oberklasse beackern traditionell andere Hersteller, sei es in Stuttgart oder in München. Was nicht heißt, dass das Unternehmen aus Rüsselsheim in seiner 150-jährigen Geschichte und mit 114 Jahren Erfahrung im Automobilbau nie versucht hätte, der vornehmen Konkurrenz auf Augenhöhe zu begegnen.

Rückblickend war kein Vorstoß in die Liga der motorisierten Gentlemen von bahnbrechendem Erfolg gekrönt. Aber mit Kapitän, Admiral und Diplomat präsentierte Opel 1964 gleich drei Große auf einen Streich. Sie gingen unter der internen Sammelbezeichnung KAD in die Automobilgeschichte ein. Alle drei waren Weiterentwicklungen der 1938 gestarteten Kapitän-Baureihe und teilten sich eine knapp 5 Meter lange und 1,90 Meter breite Karosserie.

Einstiegsmodell der A-Serie war der Kapitän mit 2,6 Liter großem und 74 kW/100 PS starkem Reihensechszylinder. Darüber rangierte der identisch angetriebene, aber besser ausgestattete Admiral. Weil der Motor für die Autos etwas zu schwach, gab es bald Ersatz mit 2,8 Litern Hubraum und 92 kW/125, ab 1967 auch mit 103 kW/140 PS. Die Spitze der KAD-Gruppe markierte der Diplomat.

Nur er hatte elektrische Fensterheber und Nussbaumfurniere - und viel mehr Power unter der Haube. "Die motorische Ausrüstung des Diplomat V-8 fällt völlig aus dem für deutsche Verhältnisse alltäglichen Rahmen", pries Opel bei der Markteinführung den von Chevrolet übernommenen Achtzylinder mit 4,6 Litern Hubraum, 140 kW/190 PS und Automatikgetriebe an.

Auch beim Design war vom alten Kapitän fast nichts mehr zu erkennen. "An die Stelle des sogenannten Auto-Barock ist eine sachliche Harmonie von Form und Linie getreten", beschrieb das Unternehmen damals die grundlegend geänderte Optik mit großen, glatten Blechflächen und einem mächtigen Kühlergrill.

Vielen sagte dieser amerikanisch anmutende Auftritt von Kapitän, Admiral und Diplomat nicht zu. Oder ihnen waren die Autos schlicht zu groß. Bis 1968 wurden insgesamt nur 88 937 KAD-Fahrzeuge gebaut. Am besten verkaufte sich der Admiral mit einer Stückzahl von 55 876, gefolgt von Kapitän (24 249) und Diplomat (8812).

Die Karosserie der KAD-Serie B schrumpfte 1969 in Länge und Breite um jeweils 5 Zentimeter, das Design wurde mehr an den Heimatmarkt angepasst. Technisch rüsteten die Rüsselsheimer ihre Großen weiter auf. Die Motoren wurden stärker. Das 2,8-Liter-Aggregat kam auf bis zu 121 kW/165 PS als Benzineinspritzer. Und auch wenn es den Diplomat fortan mit Sechszylinder gab, hielt Opel am V8 fest.

Topmotor blieb der Achtzylinder mit 5,4 Litern Hubraum und 169 kW/230 PS im Diplomat. Der V8-Diplomat beschleunigte in zehn Sekunden auf Tempo 100. Bei Vollgas zeigte der Tacho knapp über 200 km/h an. Der Verbrauch lag allerdings bei 20 Litern im Schnitt. Nur ein Jahr nach der Markteinführung der KAD-B-Modelle gab es ein Vorzeichen auf das Ende der Serie: Der Kapitän ging 1970 als erster von Bord und wurde durch einen abgespeckten Admiral ersetzt. Der traditionsreiche Modellname war damit Geschichte.

Das Aus für den Admiral kam 1976, in seinem letzten Jahr hieß das zunehmend besser ausgestattete Auto wie der große Bruder Diplomat. Eingestellt wurde die KAD-Baureihe 1977. In der B-Serie waren bei kontinuierlich rückläufigen Produktionszahlen 11 017 Kapitäne, 31 827 Admirale und 18 725 Diplomaten entstanden. Oberklassemodelle vom Format des KAD-Trios gab es bei Opel danach nicht mehr, der direkte Nachfolger Senator war kleiner.

Alle News vom: 28. August 2012 Zur Übersicht: Auto

38 Meinungen zu "Als Opel noch Luxus baute"

  • benutzer
    Samstag, 22.09.2012, 11:15 Uhr
    opel baute weder luxus noch techn. ausgereifte autos - die käufer haben diese marke nicht zu unrecht auf die müllhalde der autogeschichte geschoben: das unternehmen hat es jahrzehntelang versäumt, sich vom opa-hosenträger-image zu lösen und endlich frischen wind in die dröge modellpolitik zu blasen. abgesehen davon war die qualität i.d. 80er und 90er jahren eine absolute katastrophe. die marke wird verschwinden, weil es keine nische gibt, in die sie schlüpfen könnte - der premiummarkt wird von den großen vier unter sich aufgeteilt und die brot und butter autos bauen die anderen hersteller aus fernost längst. opel wird in die annalen als grandioses marketingdesaster eingehen und GM sich die milliardenverluste kaum noch jahrelang ansehen. tut mir leid für die arbeiter und angestellten des konzerns, aber sie werden diese arschkarte ziehen.
  • Fotoman
    Dienstag, 04.09.2012, 15:15 Uhr
    Das waren noch Zeiten! Da durfte Chrom noch echt sein und Räder noch richtige Reifen tragen. :-)
  • ziczaccebinak
    Sonntag, 02.09.2012, 17:55 Uhr
    Wo ist den Horst ? Kauft der nun doch einen neuen Opfel ? Der Typ war doch ganz lustig .
  • saebeneretagezwo
    Donnerstag, 30.08.2012, 17:08 Uhr
    Astra F Cabrio 18 Jahre ! Hat der schon ein H-Kennzeichen ?
  • ziczaccebinak
    Donnerstag, 30.08.2012, 11:36 Uhr
    HorstiSchandhoff , Sie scheinen sehr mit der Marke Opel verbunden zu sein . Aber ein Cabrio mit 14 Jahren und 180000 Kilometern als 63-jähriger immer noch pilotieren ? Sie gehören doch zu der Generation die sich noch moderne , schöne und vor allem auch Hochpreisautos leisten können , warum dann so ne alte (Schrott-)Karre ? Denk schon das man der Marke seines Herzens (hier Opel) mehr helfen kann wenn man spätestens alle 5 Jahre was Neues anschafft . Es muß nicht gleich ein Aston Martin sein , aber bringt da nicht Opel bald schicke Wägelchen ?
  • GuterUmgang
    Donnerstag, 30.08.2012, 09:44 Uhr
    @mausbaermk1 Da muss ich zustimmen, denn das war auch mein erster Gedanke und ich stellte mir die Frage, was uns der Verfasser damit denn überhaupt sagen möchte.
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