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18.03.2013, 12:52 Uhr

Mit Geduld und Gefühl

in Kooperation mitAuto-News

Das sieht man selten: Auf einem Stand des Autosalons in Genf sind alle Fahrzeuge verhüllt. Hier, in Halle 6, zwischen den Ausstellungsflächen von Kia, Infiniti und Citroën feiert nicht nur ein neues Modell, sondern gleich eine ganze Marke Weltpremiere. Wir waren vor Ort, um einen Blick auf die Autos zu erhaschen und mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Newcomer, Volker Steinwascher, zu sprechen.

Multikulti

Qoros heißt der Newcomer, der gemeinhin als chinesischer Hersteller bezeichnet wird, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Qoros Automotive ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Chery Automobile, einem der größten chinesischen Autobauer, und Idan Ofers Israel Corporation, unter anderem Investor des Schnelltausch-Systems von Elektroautobatterien "Better Place". Für die Gestaltung der Fahrzeuge ist Gert Hildebrand, vormals Designchef bei Mini, zuständig, als stellvertretender Vorstandsvorsitzender konnte der ehemalige VW-Vorstand Volker Steinwascher gewonnen werden.

Steinwascher ging 2006 in Pension, doch das Rentenleben währte nur knapp vier Wochen. Als Ofer anfragte, ob der Ruheständler beim Aufbau einer neuen Marke mitarbeiten wolle, musste Steinwascher nicht lange überlegen: "Ich war gelangweilt und meine Frau von meiner permanenten Anwesenheit genervt. Da fiel die Entscheidung nicht schwer". Die Arbeit bei Qoros ist mit der Tätigkeit bei VW allerdings nicht vergleichbar. Auf der einen Seite ein Weltkonzern und DAX-Unternehmen mit über einer halben Million Mitarbeiter, auf der anderen Seite ein kleines Start-Up mit großen Plänen.

Pionierarbeit

Statt Verwaltung betreibt Steinwascher nun Pionierarbeit: "Angefangen haben wir mit drei Personen und einem weißen Blatt Papier". Warum etwas völlig Neues aufbauen? Wäre es nicht einfacher gewesen, eine existierende Marke weiterzuentwickeln oder auszubauen? "Ursprünglich haben wir daran gedacht, mit einer bereits existierenden Marke zu arbeiten, aber von null zu beginnen hat auch Vorteile: Man ist vollkommen frei in den Entscheidungen, die man trifft, muss keine Kompromisse eingehen. Es gibt kein Erbe und keine Paradigmen."

Doch wie positioniert sich ein unbekannter Neuling im heiß umkämpften Automobilmarkt, besonders in Zeiten der Krisenangst und sinkender Absatzzahlen? Die Geburt der Marke erfolgte mitten in der Wirtschaftskrise 2008. "Der Zeitpunkt unseres Starts war kein einfacher", gibt Steinwascher zu, "aber wir lassen uns davon nicht verunsichern. Gut Ding will Weile und wir arbeiten geduldig aber kontinuierlich daran, unseren Standpunkt in der Branche zu festigen, zumal in China in dieser Hinsicht große Entwicklungschancen bestehen."

Alle News vom: 18. März 2013 Zur Übersicht: Auto

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