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23.10.2012, 10:30 Uhr

Vielseitigkeit als Trumpf

in Kooperation mitAuto-News

Eine Magic Box, ein City Utility Vehicle und ein Schweizer Taschenmesser: Die Fiat-Presseabteilung findet so manche Umschreibung für den Panda. Die offizielle Begründung für das Taschenmesser: Kein anderer Kleinstwagen bietet so viel Auswahl bei Motoren, Getrieben und Antriebsarten.

Den Panda gibt es nicht nur mit Benziner und Diesel, sondern auch als Erdgas- und mancherorts als Autogas-Version. Und seit 1983 wird er als Allradler angeboten, ist damit der einzige Kleinstwagen mit Vierradantrieb. Wir haben den neuen Panda 4x4 getestet.

Turbobenziner oder Diesel

Die dritte Generation des Panda ist seit März 2012 auf dem Markt. Ende Oktober 2012 kommt der Allradler dazu. Als Motorisierung stehen zwei vom Fronttriebler bekannte Aggregate zur Wahl: der Zweizylinder-Turbobenziner mit 85 PS und der 1,3-Liter-Diesel mit 75 PS. Der 69 PS starke Basisbenziner sowie die Erdgasversion werden für den Panda 4x4 nicht angeboten. Wir wählten für unsere Ausfahrt den Diesel, der mit einer Fünfgang-Schaltung kombiniert wird.

Der Vierzylinder fällt zunächst durch eine recht hohe Lautstärke auf. Mit bis zu 190 Newtonmeter bietet der Selbstzünder aber genug Drehmoment, um sogar noch an extrem steilen Steigungen anzufahren. Dabei hilft der besonders kurz übersetzte erste Gang - er ist sogar kürzer als der Rückwärtsgang. Unterhalb von 50 km/h hilft auch ein elektronisches Sperrdifferenzial beim Anfahren. Es kann per Knopfdruck aktiviert werden. Steht ein Rad etwa auf losem Schotter und droht durchzudrehen, bremst die Elektronik dieses ab und die Kraft gelangt an die übrigen Räder.

Elektronisch geregelte Kupplung

Natürlich ist auch der Allradantrieb in solchen Situationen von Vorteil. Er basiert auf einer elektronisch geregelten Mehrscheibenkupplung, die das Drehmoment bei Bedarf auch an die Hinterachse leitet. Das Bauteil kann laut Fiat bis zu 900 Newtonmeter übertragen, und das in nur 0,1 Sekunden.

Stolz ist der Hersteller auch auf die großen Böschungswinkel sowie den Rampenwinkel. Die Bodenfreiheit ist etwa fünf Zentimeter größer als beim Fronttriebler und beträgt immerhin 16 Zentimeter. Verzögert wird rundum mit Scheibenbremsen, während der Fronttriebler hinten Trommeln hat.

Nicht schneller als 159 km/h

Die Fahrleistungen des Panda 4x4 1.3 Multijet sind - wie für ein 75-PS-Dieselmodell nicht anders zu erwarten - eher mau. Mehr als 159 km/h sind nicht drin, und für den Standardsprint muss man sich 14,5 Sekunden Zeit lassen. Untermotorisiert kommt man sich aber mit dem Fahrzeug nicht vor - zumindest auf der Landstraße.

Und wer hauptsächlich Autobahn fährt, ist mit dem Allrad-Panda ohnehin an der falschen Adresse. Den Spritverbrauch des serienmäßig mit Start-Stopp-Automatik ausgerüsteten Panda 4x4 gibt Fiat mit 4,7 Liter je 100 Kilometer an. Der Mehrverbrauch durch den Allradantrieb liegt bei einem halben Liter.

Wankanfällig und wackelig

In scharf gefahrenen Kurven knallt man als Beifahrer im Panda 4x4 vorne auch mal mit der Schulter an die B-Säule. Überhaupt ist der Wagen wankanfällig und wirkt wackelig. Das liegt auch an der Fahrzeughöhe von stattlichen 1,61 Metern, die es dem Fahrwerk nicht leicht macht.

Für ein ungutes Kurvengefühl sorgen auch die hohe Sitzposition - schon Mittelgroße gucken auf den oberen Bereich der Frontscheibe - und die Sitze: Ihre Beinauflagefläche ist kurz und der Rücken findet wenig Seitenhalt.

Alle News vom: 23. Oktober 2012 Zur Übersicht: Auto

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