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02.11.2012, 10:05 Uhr

Porsche-Killer war gestern

in Kooperation mitAuto-News

Die Tachonadel schwebt jenseits der magischen 300er Marke, meine Hände sind feucht und der Blick starr vorwärts gerichtet. Unter der Motorhaube pressen zwei Turbolader mächtig Frischluft in die Brennkammern des V6. Das Fahrwerk lässt den Wagen bretthart auf der Straße liegen, jede noch so kleine Unebenheit auf dem Asphalt wird ungefiltert weitergegeben und Ohren betäubender Sound schallt vom Heck des Rennboliden in den Innenraum. Der Nissan GT-R ist nichts für Weicheier, aber er macht Spaß - richtig viel Spaß!

Scharf mit Reis

Nissan hat seinen Supersportler nochmals geschärft. Die Kraftkur für das 3,8-Liter-Aggregat führt zu einem Leistungsanstieg von 530 auf 550 PS und einem maximalen Drehmoment von nun 632 Newtonmeter. Auf dem Datenblatt ergeben sich dadurch absolute Fabelwerte. Der Sprint von 0 auf 100 km/h wird nun in 2,8 Sekunden erreicht - ein Wert der sonst nur von Über-Sportwagen wie dem Bugatti Veyron 16.4 oder dem Koenigsegg Agera R unterboten wird. Neben dem Leistungsplus von 20 Mehr-PS gegenüber dem Vorjahresmodell wurde der Vorderbau durch eine Domstrebe aus Karbonverbundstoff versteift, und auch die Abstimmung des Fahrwerk-Setups erhielt einen Feinschliff. Dadurch erhält der GT-R nun ein deutlich neutraleres Kurvenverhalten, was zu Querbeschleunigungen führt, die nicht nur volle Konzentration erfordern, sondern auch den Gleichgewichtssinn in höchstem Maße beanspruchen.

Adrenalin pur

Zusätzlich wurde das serienmäßige Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe überarbeitet, dies führt zu flüssigeren und optimierten Schaltvorgängen. Im vollautomatischen Modus wählt das Getriebe immer so schnell wie möglich den nächst höheren Gang, wo hingegen im manuellen Schaltmodus mit Hilfe der Lenkrad-Paddles blitzschnelle Schaltmanöver gelingen. So bleibt der Ladedruck immer unter Dampf, und die Beschleunigung geht zügig voran. Wem das trotzdem noch zu langsam abläuft, der kann neben Einstellungen für Fahrwerk und ESP zusätzlich das Getriebe in den extrem-sportlichen "R"-Modus schalten. Dann ahnt das Fahrzeug den nächsten Schaltwechsel aufgrund der Drosselklappenstellung, der Geschwindigkeit und weiterer Parameter sozusagen schon voraus. Für maximale Beschleunigung aus dem Stand mit Hilfe der Launch-Control, müssen alle drei Kippschalter in den "R"-Modus gestellt werden. Das Bremspedal voll durchgetreten, ein beherzter Tritt aufs Gaspedal - schon stürmt der GT-R wie aus einer Kanone geschossen unerbittlich los. Durchdrehende Räder? Fehlanzeige! Dank des Allrad-Antriebs werd ich tief in die Sportsitze gedrückt, berauscht durch den Adrenalinausstoß im Kopf.

Playstation-Feeling

Im Innenraum des Supersportlers legen die Japaner nur geringfügig Hand an. Neben einer minimalen Änderung des Kombi-Instruments, gibt es nun serienmäßig eine Rückfahrkamera. Das Audiosystem von Bose wurde durch bessere Subwoofer aus dem GT-R Egoist aufgewertet. Ansonsten wurde das Interieur sehr funktional und qualitativ hochwertig gestaltet. Das per Hand vernähte Leder des Lenkrades findet sich ebenso am Schaltknüppel, dem Instrumententräger, oberhalb der Mittelkonsole und in den Türverkleidungen. Für Fans beliebter Rennsportspiele wie Gran Turismo lässt sich auf dem mittig positionierten Display eine Vielzahl von Informationen darstellen. Zehn verschiedene Anzeigen geben unter anderem Auskunft über die auftretenden G-Kräfte in Längs- und Querrichtung, die Drosselklappenstellung und über mechanische Daten wie Ladedruck oder Öltemperatur. Die gut konturierten Leder-Sportsitze bieten ausreichend viel Platz und lassen sich sogar in zwei Stufen beheizen. Wie bei Sportwagen üblich, sind die Plätze im Fond bestenfalls tauglich für Kleingewachsene oder Kinder - Kopfstützen sucht man hier auch vergeblich. Der Kofferraum ist mit 315 Liter Stauvolumen üppig dimensioniert und toppt die Konkurrenz wie Porsche 911 oder Audi R8 bei weitem. Zu guter Letzt konnte Nissan dank der zahlreichen Motoroptimierungen den Verbrauch des GT-R von ehemals 12 Liter auf 100 Kilometer auf nun 11,8 Liter drücken. Unser Testverbrauch lag bei 16,9 Liter auf 100 Kilometer - kostet man jedoch die ganze Power des Japanboliden aus, kann auch gut und gerne mal eine 20 vor dem Komma stehen.

Alle News vom: 2. November 2012 Zur Übersicht: Auto

22 Meinungen zu "Der Nissan GT-R auf Lambo-Jagd"

  • Nitty
    Donnerstag, 06.12.2012, 16:18 Uhr
    @HerbiA Vergleicht man noch Preis und Leistung sehen doch die Traditionellen alt aus. Aber man müsste vielleicht über den eigenen Schatten springen und objektiv urteieln können. -------------------------------- Versuche mal einen fünf Jahre alten japanischen Sportwagen zu verkaufen und dann urteile noch mal über den Preis/Leistung. 90% aller gebauten Porsche fahren noch, oder stehen in der Garage (Museum) und das ist der Unterschied. Nitty
  • HerbieA
    Sonntag, 25.11.2012, 14:59 Uhr
    Es ist wahrscheilich für viele konservative Sportwagenfans schwierig, auch einem japanischem Spitzensportwagen die Lorbeeren zugestehen, die er verdient. Porsche, Farrari, Lambos hin oder her, dieser Toyota mischt die Szene zu recht auf. Vergleicht man noch Preis und Leistung sehen doch die Traditionellen alt aus. Aber man müsste vielleicht über den eigenen Schatten springen und objektiv urteieln können.
  • niewiedertoyota
    Samstag, 03.11.2012, 12:31 Uhr
    Kaufe trotzdem kein (seelenloses) Japanerauto!
  • gatschtreter
    Samstag, 03.11.2012, 11:28 Uhr
    naja, ewiggestriger motorenbauer stellt spielzeug für ewiggestrig junggebliebe her! (kann man denn von nissan wirklich nicht mehr erwarten...???) den fantasielosen gehört anscheinend noch immer die welt, -bis sie von ihren kindeskindern über die klippe gestoßen werden ...
  • AdrianoNo1
    Freitag, 02.11.2012, 15:45 Uhr
    4everfitness | 170 Beiträge "was meinst du denn, welches Auto die Blicke draußen auf sich zieht ?" Ganz sicher nicht der Porsche. Eventuell in irgendeinem Dorf, wo es der einzige Porsche weit und breit ist, aber hier in Berlin kann man schon fast sagen, dass ein Porsche der neue Golf ist. Da gucke ich lieber einem "Exoten" wie dem GT-R nach, als wieder irgendeinem Porsche...
  • Reaper93
    Freitag, 02.11.2012, 15:24 Uhr
    sieht schick aus. Generell find ich die asiatischen sportwagen immer sehr schön, Porsche hingegen find ich irgendwie nicht wirklich schön. Klar die Marke Porsche strahlt schon was aus, aber optisch find ich die autos nicht wirklich toll.
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