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05.11.2012, 12:00 Uhr

Faszination plus Schärfe

in Kooperation mitAuto-News

Rimini (Italien), 2. November 2012 - Endlich fährt das Pacecar auf die Seite und ich habe die Rennstrecke für mich alleine. Das Lenkrad mit rauem Lederbezug fest im Griff, trete ich das Gaspedal des Audi R8 V10 plus voll durch. Das Auto scheint mir förmlich ins Kreuz zu krachen, mit solch brachialer Wucht schießt es nach vorn. Ich rase auf die erste Biegung zu, bremse an und ziehe den Wagen in die Rechtskurve. Mir ist ein bisschen mulmig, ich fühle mich viel zu schnell. Doch fast wie auf Schienen zieht es den Ingolstädter saugend durch die Krümmung. "Fast" deshalb, weil das Auto mit dem Hinterteil leicht nach außen drängt und dann über alle vier Räder schiebt. Aber die Stabilitätskontrolle und die blitzschnelle Kraft-Umverteilung innerhalb des Allradantriebes quattro fangen den Boliden sofort wieder ein und führen ihn zurück auf den rechten Weg. Bei normaler Fahrt ist der Wagen ein 85-prozentiger Hecktriebler; wenn die Traktion schwindet, werden davon noch einmal bis zu 15 Prozent nach vorn geschickt. Weiter geht's zur nächsten Kurve. Die wunderbar direkte Lenkung erlaubt es mir, den R8 exakt ums Eck zu zirkeln.

Sportknopf schärft Getriebe

Hinter mir brüllen 550 PS aus zehn Zylindern, sie wollen ausgeritten werden. Nach zwei rasanten Runden auf dem "Misano World Circuit" an der italienischen Adria-Küste werde ich mutig, und drücke die "Sport"-Taste in der Mittelkonsole. Ein Inferno bricht über mich herein. Waren die Gangwechsel des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes bei Kickdown-Fahrt bis dahin als Rucken fühlbar, werden die Gänge nun regelrecht reingehämmert. Ein besonderer Genuss ist das Hörspiel beim Lastwechsel vor der Kurve: Das Getriebe schaltet mit jetzt jauchzend-hörbaren Zwischengasstößen runter, begleitet von röhrendem Sound aus Richtung Mittelmotor und Auspuff.

Auf Leichtbau getrimmt

Der Audi R8 V10 plus ist das neue Topmodell der R8-Reihe. Eigentlich müsste er "plusminus" heißen, denn zum Plus von 25 PS und 10 Newtonmeter Drehmoment gesellt sich ein Minus von 0,2 Liter Sprit und ein 50 Kilogramm geringeres Fahrzeuggewicht im Vergleich zum V10. Um den "plus" abzuspecken, kommt leichtes CFK zum Einsatz. Die Spoilerlippe vorn, die Sideblades hinter den Türen und die Motorraumabdeckung sind aus dem Kohlenstoffmaterial gefertigt. 19-Zoll-Aluschmiederäder, leichte Sportsitze und selbst spezielle Teppiche sparen ebenso Gewicht wie die serienmäßige Karbonbremsanlage. Die lerne ich auf dem Rennkurs zu schätzen, denn auch nach sechs rasanten Runden ist kein Fading zu spüren.

Leichte Modifikationen

Nicht nur das Sport-Spitzenmodell ist neu, auch sonst gibt es in der R8-Reihe Neues. Nach wie vor sind ein V8 mit 430 PS und ein V10 mit 525 PS zu haben. Die beiden Sauger können sowohl das Coupé, als auch den Spyder befeuern. Fürs neue Modelljahr wurde die Boliden nur behutsam gestriegelt. So wurden die Stoßfänger vorn und hinten leicht geändert sowie der Singleframe-Grill mit angeschrägten Ecken bedacht. Die Voll-LED-Scheinwerfer erstrahlen in neuer Form und sind nun bei allen Ausführungen ab Werk verbaut. Einen Blickfang bilden die neuen, dynamisierten Blinklichter hinten: Ihr Licht wandert - ähnlich wie bei der Warnung vor einer extremen Kurve - in Abbiegerichtung von innen nach außen.

Doppelkupplung: Serie im V10

Die wohl wichtigste Neuerung ist das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe namens S tronic. Es ist bei den V10-Modellen serienmäßig an Bord, kann aber bei der Bestellung ohne Aufpreis auch in ein Sechsgang-Handschaltgetriebe getauscht werden. Die V8-Variante wird mit Doppelkupplung um 4.900 Euro teurer. Die neue Automatik-Box ersetzt die "R tronic", ein automatisiertes Schaltgetriebe.

Alle News vom: 5. November 2012 Zur Übersicht: Auto
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