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21.06.2012, 09:52 Uhr

Raststättentest 2012: Behinderte und Familien im Abseits

(cfl/pr) - Noch immer bieten viele Rastanlagen in Europa offenbar zu wenig für Familien und bewegungseingeschränkte Menschen. Das ist zumindest das Ergebnis des aktuellen Rastanlagentests, den der ADAC im Rahmen des EuroTest-Programms zusammen mit seinen 17 Partnern durchgeführt hat.

Stau

Unser Staumelder zeigt die aktuelle Verkehrslage in Deutschland. >

Der Autoclub überprüfte 65 Betriebe entlang Reiserouten in 13 Ländern. Keine Rastanlage konnte im Gesamtergebnis ein "sehr gut" erzielen. 33 Mal bewerteten die Tester mit "gut", 27 Mal mit "ausreichend", fünf Rastanlagen fielen durch den Test und erhielten ein "mangelhaft".

Der ADAC fordert von den Betreibern, noch mehr auf die Bedürfnisse von Familien einzugehen. Der Ländervergleich zeige, dass Urlauber in der Schweiz, an den deutschen Raststätten und in Kroatien mit Kindern meist gut aufgehoben sind. Doch beim Thema Familienfreundlichkeit ergibt sich für den Club ein anderes Bild: So fanden die Tester in Spanien und Italien so gut wie nie Spielplätze und Spielecken, in Tschechien fehlten die Wickelmöglichkeiten.

Besonders ärgerlich für Rollstuhlfahrer seien die Bezahlschranken vor den Sanitäranlagen gewesen. In den Niederlanden hätten diese erst umständlich vom Personal abgebaut werden müssen, um Zugang zum Behinderten-WC zu erhalten.

Zumindest beim Bezahlen sieht es dann in den Nachbarländern offenbar wieder besser aus. Denn dort bekommt man – wie auch in deutschen Autohöfen – seine Toilettengebühr zurück, wenn man in Shop oder Restaurant Geld ausgibt. In deutschen Raststätten mit Sanifair-Toiletten dagegen bleibt man laut ADAC bei gleichem Verfahren auf 20 Cent pro Toilettengang sitzen. Dass es auch anders geht, beweisen zum Beispiel die Anlagen in Österreich und Kroatien: Top Hygienewerte bei völlig kostenfreier Benutzung.

ADAC-Testverlierer mit der Note "mangelhaft" ist die Raststätte Ruma in Serbien an der A 1 zwischen Belgrad und Šid. In den Kategorien Verkehrsgestaltung, Familienfreundlichkeit und Sanitäranlagen musste der Club sogar ein "sehr mangelhaft" vergeben, denn hier vermissten die Tester neben Standards wie einer Wickelmöglichkeit und einem Kinderstuhl im Restaurant auch eine Kinderspielecke sowie Behinderten-WC.

Zum Testsieger machte der Autoclub die Anlage Wörthersee in Österreich an der A 2 zwischen Villach und Wien. Sie überzeugte mit der Note "gut" durch abwechslungsreiches, ansprechend präsentiertes und leckeres Essen, einen schönen und sicheren Kinderspielplatz im Außenbereich, Kinderspielecke und Babystation innen und gepflegte Sanitäranlagen.

Grundlage des ADAC Rastanlagentests waren die Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie mit Kleinkind. Jede Anlage wurde zwei Mal an unterschiedlichen Tagen ohne Voranmeldung von unterschiedlichen Testern besucht. Bewertet wurde in den neun Kategorien Verkehrssicherheit, Außenanlage, Service, Gastronomie, Shop, Familienfreundlichkeit, Sanitäranlagen, Hygiene und Preise.

Alle News vom: 21. Juni 2012 Zur Übersicht: Auto

19 Meinungen zu "Kein gutes Bild von Raststätten"

  • Ruhrimanni
    Donnerstag, 21.06.2012, 14:11 Uhr
    Wenn meine Familie und ich lange Strecken zurück zu legen haben, nutzen wir fast immer eine Alternative zur Raststätte: Wir fahren nämlich von der Autobahn ab in die nächste Ortschaft und suchen uns dort ein gemütliches Gasthaus, daß meist bessere Qualität und günstigere Preise bietet. Auch sind die Truck-Stops an den Autoahnen oft nicht zu verachten. Früher gab es eine einfache Regel: Wo viele LKW stehen gibt es auch gutes und preiswertes Essen. Noch ein Tip, den vielleicht viele hier nicht lesen mögen: Nutzt als Alternative zur langen Autofahrt in den Urlaub doch mal den Autoreisezug. Manchmal etwas teuer, aber man kommt ausgeruht fast bis ans Ziel. Wir machen es seit vielen Jahren und haben nur gute Erfahrungen gemacht.
  • joker1337
    Donnerstag, 21.06.2012, 14:08 Uhr
    um zu sehen wie ein gut eine küche ist (deutschland) schau dir dessen toilette an
  • Pona
    Donnerstag, 21.06.2012, 13:54 Uhr
    Schaut euch einmal die Scheißhäuser an auf vielen Raststätten. Den Namen haben sie verdient. Wer ist für diese roten Scheißhäuser zuständig ?
  • olum
    Donnerstag, 21.06.2012, 12:53 Uhr
    ......mir reicht ein Balken mit einem Loch drunter.........
  • LarryBrent
    Donnerstag, 21.06.2012, 12:41 Uhr
    Ich fahre jedes Jahr durch die Schweiz und bin froh, wenn ich nirgenwo halten muss, nach dem Motto "Augen zu und durch!"
  • LarryBrent
    Donnerstag, 21.06.2012, 12:35 Uhr
    Es gibt doch genug Arbeitslose, also ran an den Job.
  • wondercloud
    Donnerstag, 21.06.2012, 11:39 Uhr
    Wenn die Toiletten sauber sind, soll es an 20 Cent nicht scheitern, doch leider wird man da immer wieder geschockt, ob des Drecks. Grundsätzlich habe ich Sagrotanspray und Tücher in der Tasche, denn auch wenn es oberflächlich sauber aussieht, Hyhiene ist etwas anderes. Außer zum Toilettengang, wenn es denn unbedingt sein muss, frequentiere ich keine Raststätte, zu Essen und Trinken kann man immer an Bord haben. In der Schweiz allerdings gehe ich auch gerne in einen Rasthof, man kommt sich dort vor,, wie in einem guten Restaurant, die Preise sind zivil, das Angebot reichlich und die Sanitäranlagen sind immer richtig sauber, dazu noch gratis zu benutzen. Dort geht stündlich eine Reinigunskraft zu Werke, es riecht dort nicht nach aggressiver, billiger Chemie, sondern immer frisch und rein. Wenn wir durch die Schweiz müssen, wird immer eine lange Pause in einer der Raststätten eingeplant, oft auch mit Übernachtung, denn viele dieser Anlagen verfügen über sehr schöne Fremdenzimmer, günstig und inclusive oppulentem Frühstück, so dass man frisch und ausgeruht die Weiterreise antreten kann.
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