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27.07.2012, 12:20 Uhr

Abzocke oder Erziehung?

in Kooperation mitAuto-News

Bußgelder wegen Geschwindigkeitsübertretungen: In Deutschland ist dies inzwischen ein Milliardengeschäft. Die notorisch klammen Städte und Gemeinden haben diese Einnahmen fest eingeplant. So kommt schnell der Verdacht auf, dass Geschwindigkeits-Überwachungen vornehmlich zur Umleitung finanzieller Mittel vom Bürger an die öffentliche Hand betrieben werden. Doch entspricht dies der Realität? Der Verein "Mobil in Deutschland e.V.", der sich selbst als "Online-Automobilclub" bezeichnet, hat am Beispiel der Städte Berlin und München versucht herauszufinden, ob dies stimmt.

Radiosender und Internet als Quelle

Mobil in Deutschland e.V. vertritt die Ansicht, dass Blitzer nur an Unfallschwerpunkten aufgestellt werden sollten. Jetzt hat der Verein die häufigsten Aufstellorte für mobile Radarfallen in Berlin und München erhoben und mit den Unfallschwerpunkten der jeweiligen Stadt verglichen. In Berlin wurden die Einsatzorte der mobilen Überwachungsanlagen vom 20. April bis zum 27. Mai 2012 ausgewertet, die Daten kamen vom Radiosender StarFM und von der Internetseite blitzer.de. In München wurde der Zeitraum vom 16. April bis zum 27. Mai 2012 untersucht. Hier besorgte sich Mobil in Deutschland, die Daten von den Radiosendern Charivari 95,5, 2Day, Arabella und Gong. Der Verein betont, dass man fest installierte Blitzer für diese Untersuchung nicht erfasst hat.

Häufigste mobile Blitzerstandpunkte in Berlin

Die Berliner Top-Ten der mobilen Blitzerliste wird von der Straße des 17. Juni angeführt. Laut Mobil in Deutschland wird dort hochgerechnet 300 Mal pro Jahr eine mobile Geschwindigkeitsüberwachung durchgeführt. Es folgen die Heerstraße und der Spandauer Damm (je 220 Mal), die Clayalle, der Falkenseer Damm und die Potsdamer Chaussee (je 180 Mal) und die A115, die Märkische Allee sowie die Sonnenallee mit je 160 Mal.

Unfallschwerpunkte in Berlin

Die Daten für die Ermittlung der Unfallschwerpunkte bekam "Mobil in Deutschland" von der Berliner Polizei. Am schlimmsten geht es auf dem Tempelhofer Damm mit 405 Unfällen pro Jahr zu. Auf der Potsdamer Straße kommt es zu 351 Unfällen, dann folgen der Mariendorfer Damm (323 Unfälle), der Kurfürstendamm (309 Unfälle), die Landsberger Allee (283 Unfälle), die Frankfurter Allee (281 Unfälle), die Seestraße (267 Unfälle), die Hauptstraße (263 Unfälle), die Sonnenallee (255 Unfälle) und die Müllerstraße mit 246 Unfällen. Nach den Auswertungskriterien des untersuchenden Vereins gibt es in Berlin mit der Sonnenallee nur eine einzige Überschneidung von gehäuftem Blitzereinsatz und Unfallschwerpunkt. Laut Mobil in Deutschland werden hier die Bürger durch die Behörden abgezockt.

Blitzer in München

In München liegt bei den häufigsten mobilen Blitzereinsätzen die Wasserburger Landstraße vorn. Dort wird laut den Hochrechnungen des Vereins 160 Mal pro Jahr geblitzt. Danach folgen die Ingolstädter Straße und die Schleißheimer Straße (je 150 Mal), die Fürstenrieder Straße (140 Mal), die Grünwalder Straße sowie die Landshuter Allee (je 130 Mal), die Oberföhringer Straße (120 Mal) und die Allacher-, die Claudius-Keller- und die Menzinger-Straße mit je 110 Blitzeinsätzen. Mobil in Deutschland weist darauf hin, dass es sich bei den genannten Straßen vornehmlich um gut ausgebaute zweispurige Ein- und Ausfallstraßen handelt, die vornehmlich von Berufspendlern genutzt werden.

Unfallschwerpunkte in München

Zur Auswertung der Münchner Unfallschwerpunkte zog Mobil in Deutschland die Daten aus den Jahren 2003, 2005, 2007 und 2008 heran. Aktuelle Daten wollte die Münchner Polizei nach Angaben des Vereins nicht herausrücken. Ganz vorne steht die Landsberger Straße mit 380 Unfällen pro Jahr. Dahinter liegen die Dachauer Straße (290 Unfälle), die Schleißheimer Straße (235 Unfälle), die Fürstenrieder Straße (167 Unfälle), die Arnulfstraße (147 Unfälle), die Lindwurmstraße (131 Unfälle), die Ingolstädter Straße (85 Unfälle), die Prinzregentenstraße sowie der Frankfurter Ring (je 104 Unfälle) und die Wasserburger Landstraße mit 92 Unfällen. Hier sieht der Verein mit fünf Überschneidungen zwischen Blitzer- und Unfallschwerpunkten ein etwas geringeres Ausmaß von Abzocke durch die Behörden als in Berlin. Allerdings beschwert sich der Automobilclub Mobil in Deutschland über den Ausbau von stationären Blitzanlagen in der bayerischen Landeshauptstadt.

Verein fordert neue gesetzliche Grundlagen

Mobil in Deutschland geht davon aus, dass die in Berlin und München gewonnenen Erkenntnisse auch für andere Großstädte in Deutschland zutreffen. Der Verein fordert, Radarkontrollen auf eine neue gesetzliche Basis zu stellen. Blitzer sollten laut Mobil in Deutschland ausschließlich der Verkehrssicherheit dienen - wirtschaftliche Belange dürften keine Rolle spielen. Außerdem weist der Verein Autofahrer darauf hin, auf die Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit zu achten.

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29 Meinungen zu "Blitzer-Abzocke oder Erziehung?"

  • Buerger1216
    Donnerstag, 16.05.2013, 09:30 Uhr
    Wenn die Geschwindigkeitszonen auch im Stadtverkehr genkt werden, glaube ich nicht mehr allein an Unfallsenkung als Motiv. Ich glaube vielmehr, dass eine Abzocke für städtische Kassen gebildet werden sollen. Ich glaube auch nicht, dass überhöhte Geschwindigkeiten zu Unfällen führt. Vielmehr ist es die Mischung aus Ängstlichen und Sicheren vielleicht auch rücksichtlosen Fahrern. Die Mehrheit ist sicher unterwegs. Daher sollte etwas gegen Ängstliche aber auch Rücksichtslose getan werden. VG
  • member
    Mittwoch, 24.10.2012, 13:43 Uhr
    Blitzen mit stationärem Blitz halte ich für in Ordnung. Blitzen mit Laserpistole halte ich für Abzocke, da die Messfehler einfach zu gravierend sind und man nicht mal einen Beweis hat. Der Polizist wird nie zugeben, wenn er einen Fehler gemacht hat und versehentlich ein zweites Fahrzeug geblitzt wurde. Trotzdem hat man gegen die Aussage keine Chance.
  • Mausi17
    Montag, 22.10.2012, 08:35 Uhr
    Blitzerkontrolle an Unfallschwerpunkten finde Ich ok. Schulen, Kindergarten, Krankenhäuser, da sollte langsam gefahren werden. Da das aber nicht getan wird, sind meiner Meinung nach Blitzen da OK. Aber ich frage mich, warum an fast jedem Ortseingang nach 50 m. ein Blitzer steht? Unfallschwerpunkte gibt es da meist keine. Wenn am Ortseingang Geblitzt wird, an Schulen Kindergärten usw. aber nicht, dann ist das meiner Meinung nach nur Abzocke.
  • GalantEXE
    Mittwoch, 19.09.2012, 12:44 Uhr
    Zitat: >>> wir Autofahrer sind keine kriminelle Kinderschänder, die eine Permanentkontolle brauchen. . . . <<< _ _ _ _ Genau aber dies wird (leider) praktiziert. Warum werden Autofahrer in "Beugehaft" genommen ???????? z.B. BAB Bonn-Hardtberg Richtung Siegburg, vor Ausfahrt Poppelsdorf 100 km/ Begrenzung. Vor Jahren fuhr ein IDIOT mit ca. 150 km/h in das Stauende. Dieses hirnlose "RINDVIEH" veranlasste die Behörden, die erlaubte Geschwindigkeit an dieser Stelle auf 80 km/h zu reduzieren. Warum ? IDIOTEN sterben leider nie aus, aber warum werden die vielen tausend anderen Autofahrer plötzlich gegängelt (in Beugehaft genommen) ? Man wird es wohl nie erfahren . . .
  • SBBB
    Mittwoch, 19.09.2012, 12:20 Uhr
    die Polizei ist soo doof! wenn Starkästen an Unfallschwerpunkten stehen (würden) ist es doch nur vorteilhaft im Sinne der Unfallverhütung wenn die Autofahrer zusätzlich durch Blitzerwarner auf verminderte Geschwindigkeit hingewiesen werden! Aber die Polizei wünscht lieber dass man zu schnell fährt und geblitzt wird??? was ist das für eine Unfallprävention!?
  • baster23
    Mittwoch, 19.09.2012, 12:16 Uhr
    macht euch doch keine sorgen, das geht eh nicht mehr lange mit dem blitzen. denn bald wird jedes auto mit ner blackbox ausgestattet, die selbst kleinste verstöße sofort an den big brother meldet, und der wird schon dafür sorgen, daß jeder ordentlich zahlt.....und dann könnt ihr euch schon mal dran gewöhnen, daß es bei abslout jeder überschreitung der geschwindigkeit und auch jedesmal, wenn man bei erreichen des 100ter schildes noch 105 drauf hat nen strafzettel gibt.... wow,es lebe die moderne technik ja, ja und fast alle anderen vergehen, die die polizei so im zusammenhang mit autofahren ahnden kann, kann dieses system auch überwachen......nicht geblinkt 35€.... nicht angeschnallt......und so weiter und so fort ach so, und wer dann flucht bekommt auch gleich noch ne strafe......
  • BlauesHaus
    Mittwoch, 19.09.2012, 12:09 Uhr
    .....ist doch besser, wenn ein Blitzwarner anzeigt, fährt man langsamer und vorsichtiger und schon ist das erreicht was man will!! man fährt langsam und vorsichtiger!! ist auf alle Fälle der bessere Weg!!
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