Versicherer: Bagatellunfälle lassen sich ohne Polizei abwickeln
Bei Verkehrsunfällen mit kleineren Blechschäden können Unfallbeteiligte auf die Polizei verzichten. "Für einen abgefahrenen Spiegel, einen zerbrochenen Scheinwerfer oder eine Beule im Kotflügel muss niemand die Polizei rufen. Solche Bagatellschäden kann der Verursacher direkt seiner Versicherung melden", sagt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wichtig sei, dass die Unfallbeteiligten vor Ort Personalien und Versicherungsdaten austauschen und das Kennzeichen des Unfallgegners notieren. Außerdem können Fotos von der Unfallsituation und mögliche Zeugen bei der Abwicklung helfen.
Bei Unfällen mit Verletzten muss dagegen die Polizei eingeschaltet werden, betont der GDV-Sprecher. Auch bei größeren Blechschäden von augenscheinlich deutlich über 1000 Euro rät Schweda, die Polizei zu informieren - "oder wenn einem irgendetwas komisch vorkommt". Das könne zum Beispiel der Verdacht sein, dass der Unfallgegner unter Alkohol- oder Drogeneinfluss steht.
Die Schadensanzeige bei der Versicherung erleichtert der Europäische Unfallbericht, den Autofahrer immer im Wagen mitführen sollten. Das Formular lässt sich auf der Webseite der GDV-Dienstleistungsgesellschaft kostenlos herunterladen.
108 Meinungen zu "Kleine Unfälle ohne Polizei"
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schieber1
Dienstag, 14.08.2012, 14:12 Uhr Meiner Meinung nach wird hier dem Versicherungsbetrug Tür und Tor geöffnet. Dann noch einen entsprechenden Sachverständigen dazu, dann ist das Kraut richtig fett. Man muß sich dann auch nicht über die fortwährend steigenden Versicherungsbeiträge wundern. Ich bin der Meinung die Polizei sollte zu jedem Unfall gerufen werden. -
lizz12
Dienstag, 14.08.2012, 13:25 Uhr Ja, ich würde die Polizei auch immer rufen. Nur was ist, wenn es einen Unfall ohne Schaden, z.B. rüpelhaftes Verhalten eines Autofahrers gibt, der einen Radfahrer trotz Gegenverkehr überholen will und diesen schlussendlich von der Straße abdrängt, damit es nicht zum Zusammenstoß kommt? Ist das eine Anzeige oder würde die Polizei sich davon fernhalten? -
kommenundgehen
Dienstag, 14.08.2012, 13:13 Uhr "Kleine Unfälle ohne Polizei" Das Risiko, den Unfall ohne Polizei abzuwickeln ist viel zu gross. Die einzigen die aus solchen Situationen einen Vorteil haben, sind die Versicherungen. Wenn der Unfallgegner alles abstreitet, kann die Versicherung die Schadensregulierung solange hinauszögern, bis die "Schuldfrage" eindeutig geklärt ist. Das bedeutet: Die Versicherungen verdienen mit dem Geld das ausbezahlt werden soll, an den Zinsen. Durch die Überlastung der Gerichte können sich solche Prozesse 2 und mehr Jahre hinausziehen und das ist für die Versicherungen ein sehr gutes Geschäft. Hinzu kommt noch, dass durch die lange Wartezeiten auf das Prozessende so mancher Geschädigte sich mit Kleinbeträgen abspeisen lässt weil er das Geld für die Reparatur braucht. Und die Versicherung verdient nochmals. Egal wie gross oder klein der Schaden ist, die Polizei sollte immer gerufen werden. -
marniwe
Dienstag, 14.08.2012, 13:04 Uhr Welcher Unfall kostet heut weniger als 1000€ ??? Außenspiegel Audi, elektrisch verstellbar, beheizt, ohne Montage, unlackiert: 560€ -- du beantwortest doch Deine Frage selber.. oder willst du behaupten, dass deine Werkstatt für den Anbau des beheizten (?) Außenspielge 440 euro nimmt? -
cell5000
Dienstag, 14.08.2012, 12:50 Uhr Mal abgesehen von dem offenkundigen und dreisten Versuch der Versicherungen Geld zu sparen... Wohin würde das führen, wenn wir anfangen, die Polizei von "Bagatellunfällen" abzuziehen? Heute sind es Unfälle unter 1.000 € Sachschaden. Morgen alle Unfälle ohne Personenschaden (wobei man Verletzungen oftmals gar nicht sofort sieht, z. Bsp. Schleudertrauma, Gehirnerschütterung) Als nächstes heißt es dann, "Keine Polizei bei Diebstahl im Supermarkt", kann der Laden ja abschreiben und es kam ja kein Mensch zu schaden. Danach kommt "Keine Polizei bei Einbruch", solange kein Mensch verletzt wurde ist doch alles okay... Irgendwann heißt es dann ""Keine Polizei bei leichten Körperverletzung", die Beteiltigten haben keine bleibenden Schäden und werden ja wieder gesund. Ist vielleicht etwas übertreiben, das Szenario, das ich hier darstelle... Aber bei der heutigen Profitgier würde es mich nicht wundern.
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