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14.09.2012, 10:36 Uhr

Pro Tag werden 113 Autos geklaut

in Kooperation mit

Weniger Diebstähle, aber Schwerpunkte im Osten: Das ist das Ergebnis einer Untersuchung zu den Autodiebstahl-Zahlen für 2011. Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2011 genau 41.057 Autos geklaut.

Das ist ein leichter Rückgang um 2,2 Prozent gegenüber 2010, jedoch wechselten noch immer täglich - statistisch betrachtet - etwa 113 Kraftwagen ungewollt den Besitzer. So ergibt sich ein Schaden von rund 500 Millionen Euro, welcher letztlich durch die steigenden Versicherungsprämien an Kraftwagenhalter weitergereicht wird.

Immer mehr ausländische Täter

In einer umfassenden Städte- und Bundeslandstudie wurden nun die Diebstahlzahlen erstmals in Relation zu der Anzahl der zugelassenen Kraftwagen gesetzt - nicht wie üblich zur Zahl der Einwohner. Das Ergebnis: Allein auf die größten 121 Städte entfallen über 50 Prozent (22.499) aller gemeldeten Kraftwagendiebstähle (41.057) in Deutschland. Fest steht auch: Noch nie wurden hierzulande so viele Autos von ausländischen Tatverdächtigen geklaut wie im Jahr 2011. Fast ein Drittel der bundesweit ermittelten Täter (31,4 Prozent) kamen von jenseits der deutschen Grenzen. 1990, im Jahr der deutschen Einheit, waren es gerade einmal 16 Prozent und 2008, im Jahr nach dem Wegfall der Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien, 22,9 Prozent ermittelte ausländische Diebe.

Autodiebstahl ein Stadt-Problem

Vor allem ist der Kraftwagendiebstahl ein städtisches Phänomen. In der Anonymität der Großstädte können Diebe mit den geklauten Autos schneller abtauchen, als in kleineren Kommunen oder auf dem "platten Land". Zudem sind grenznahe Städte und solche mit Autobahnanschlüssen zum Abtransport des Diebesguts ebenfalls ein begehrtes Zielgebiet. So befinden sich unter den Diebstahlhochburgen überdurchschnittlich viele Städte, die im Osten und Norden der Republik liegen und über optimale Transit-Anbindungen nach Osteuropa verfügen. Wohl nicht ohne Grund gibt es hier bis zu 80 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige. Und genau diese Tatverdächtigen sorgen dafür, dass rund 46 Prozent der gestohlenen Kraftwagen auch auf Dauer verschwunden bleiben. Dies spricht laut Studie für eine hohe Spezialisierung der Täter.

Abtransport Ost: Die Hochburgen

Die Studie belegt: Gemessen an der Anzahl der angemeldeten Fahrzeuge und der bei der Polizei eingegangenen Diebstahlmeldungen, ist Frankfurt/Oder die Autodiebstahlhochburg in Deutschland. In der direkt an der polnischen Grenze gelegenen Stadt verschwanden im Jahr 2011, statistisch betrachtet, 781 Wagen je 100.000 zugelassene Fahrzeuge. Damit liegt die Stadt um 562 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Auch Platz zwei geht an eine Stadt mit einem Grenzfluss nach Polen: Görlitz. In der schmucken Stadt in der Oberlausitz verschwanden zwar "nur" 161 Autos, doch mit einer Quote von 635 gestohlenen zu 100.000 zugelassenen Wagen und 437 Prozent über dem Studiendurchschnitt, liegt sie mit Abstand vor Berlin auf Platz drei. Die Bundeshauptstadt kann sich der größten Anzahl gestohlener Autos rühmen: 7.340 Stück. Das sind 20 pro Tag im Stadtgebiet und das bedeutet 607 gestohlene Autos pro 100.000 zugelassene Fahrzeuge.

Sicher parken in München

Wenn man die absoluten Diebstahlwerte betrachtet, führen Berlin und Hamburg die Statistik an. Doch es folgt nicht die dritte deutsche Metropole, München, wie man vielleicht erwarten könnte. Vielmehr kommen noch kleinere Städte wie etwa Dresden, Magdeburg, Dortmund, Essen, Duisburg, Leipzig und Düsseldorf. Erst auf Platz 19 mit insgesamt 241 Diebstählen folgt die bayrische Landeshauptstadt. Laut Auskunft der Polizei liegt diese für eine deutsche Großstadt recht untypische Quote von 37 Autos je 100.000 zugelassene Fahrzeuge an der hohen Polizeipräsenz und den kurzen Notrufzeiten sowie der guten Aufklärungsarbeit.

Kaum Aufklärung in Hamburg

Fest steht: Diebstahlhochburgen haben auch die schlechtesten Aufklärungsquoten. Obwohl der Bundesdurchschnitt nur bei 32,2 Prozent liegt, geht es noch bescheidener. Unrühmlicher Spitzenreiter ist Hamburg mit nur 8,3 Prozent Aufklärungsquote. Hier brauchen sich die Opfer keine Gedanken zu machen, dass ihr Auto jemals wiedergefunden wird. Ähnlich düster: Berlin (11,7 Prozent) und Brandenburg (17,3 Prozent). Glücklich schätzen können sich dagegen Auto-Besitzer mal wieder im Süden und Westen der Republik. So gelten Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in der Studie nicht nur als "sicher", sondern trumpfen auch mit Aufklärungsquoten von 51,2 bis 60,5 Prozent auf.

Alle News vom: 14. September 2012 Zur Übersicht: Auto

13 Meinungen zu "Autodiebe lieben den Osten"

  • OberhausenNRW
    Freitag, 19.10.2012, 07:01 Uhr
    Gauck seine Freunde .
  • schieber1
    Sonntag, 16.09.2012, 16:35 Uhr
    Da wird sich aber die Autoindustrie freuen!
  • rainer52
    Samstag, 15.09.2012, 08:13 Uhr
    Tholipor ist ein Spinner, wer schreckt denn heute noch vor einer Alarmanlage zurück? Die "guten" Autos haben alle eine und werden trotzdem gestohlen. Wo bleibt der "Zoll"? Der soll doch noch kontrollieren? Aber dem geht es nur um zuviel gekaufte Zigaretten, den die bringen dem Staat Geld.
  • ich58
    Freitag, 14.09.2012, 17:33 Uhr
    Das einzige was hilft sind dichte Grenzen,oder die Ostgebiete und das Protektorat zurück.
  • darkcherry
    Freitag, 14.09.2012, 17:29 Uhr
    Bei den 46 %, die auf ewig verschwunden bleiben, liegt der Ausländeranteil der Diebe bei 100%. Und bei den "deutschen" Tätern handelt es sich oft um Passdeutsche. Bloss die Augen zu weiter im "K(r)ampf gegen Rechts"!
  • hoerbell
    Freitag, 14.09.2012, 12:58 Uhr
    Eine halbe Milliarde Schäden die der Steuerzahler über Versicherungsbeiträge zu zahlen hat ist kein Pappenstiel. Was tun eigentlich die "Empfängerstaaten" ?? Polen etc. Politik, Judikative und Exekutive sind gefordert wenn Europa nicht noch mehr Schaden nehmen soll. Ansonsten googelt DEWION
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