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13.11.2012, 16:30 Uhr

Punkteabbau durch Aufbauseminar lohnt nicht mehr in jedem Fall

Hamburg (dpa/tmn) - Verkehrsrowdys können Punkte in Flensburg durch spezielle Seminare wieder loswerden. Betrachtet man die Pläne von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), macht das aber nicht mehr in jedem Fall Sinn.

Bei der Reform der Flensburger Verkehrssünderdatei sollen Autofahrern bestimmte Punkte erlassen werden. In das neue Register sollen nur noch Zuwiderhandlungen eingetragen werden, "die eine direkte Bedeutung für die Sicherheit des Straßenverkehrs haben", heißt es in einem Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums. Darüber berichtete auch die "Bild"- Zeitung. Das Konzept, das durch Bundestag und Bundesrat muss, wird derzeit noch mit den Ländern und Verbänden diskutiert.

Hintergrund ist die vorgesehene Umstellung des Punktesystems. Wie das Verkehrsministerium bereits bei Vorstellung der Pläne im Februar mitgeteilt hatte, sollen die existierenden rund 47 Millionen Punkte nach dem neuen System umgerechnet werden. Herausfallen sollen dabei Delikte, für die es künftig keine Punkte mehr geben soll, weil sie nicht sicherheitsgefährdend sind. Dazu zählt etwa unzulässiges Einfahren in eine Umweltzone. Dies könnte dazu führen, dass etwa eine Million Bürger aus der Kartei verschwinden.

Verkehrsrowdys können durch den Besuch spezieller Seminare bereits jetzt Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei abbauen. "Sollte die von der Bundesregierung geplante Reform des Punktesystems in der derzeitigen Fassung in Kraft treten, besteht diese Möglichkeit nicht mehr", sagt die Hamburger Verkehrsrechtsanwältin Daniela Mielchen. Das neue Punktesystem sieht unter anderem vor, dass der Führerschein bei 8 statt bisher 18 Punkten entzogen wird. "Und die bisher angesammelten Punkte werden auf das neue System umgerechnet", fügt Mielchen hinzu. Zum Beispiel würden Autofahrer mit derzeit 8 bis 10 Punkten künftig mit 4 Punkten dokumentiert. Deshalb lohne der Punkteabbau voraussichtlich nicht mehr in jedem Fall, so die Anwältin.

Baue ein Autofahrer mit 10 Punkten etwa 2 Punkte ab, habe er danach 8 Punkte, würde nach dem neuen System aber in jedem Fall mit 4 Punkten geführt - egal, ob er ein Seminar zum Punkteabbau besucht habe oder nicht. "Autofahrer sollten also genau nachrechnen, bevor sie ein Seminar besuchen", rät Mielchen. Kalkuliert werden sollte auch, dass offenbar einige Punkte ohnehin gestrichen werden sollen. Dies beträfe solche, "die eine direkte Bedeutung für die Sicherheit des Straßenverkehrs haben", heißt es in einem Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums.

Nach noch gültiger Rechtslage haben Autofahrer einmal in fünf Jahren die Chance, durch ein freiwilliges Aufbauseminar Punkte abzubauen. Die Seminare werden von vielen Fahrschulen für rund 250 bis 350 Euro angeboten, sagt Mielchen. Ein Seminar besteht aus vier Sitzungen à 135 Minuten und einer 30-minütigen Fahrprobe.

Durch den freiwilligen Seminarbesuch lassen sich derzeit noch 4 Punkte tilgen, sofern nicht mehr als 8 Punkte in der Verkehrssünderkartei vermerkt sind. Wer weniger als 14 Punkte auf dem Konto hat, kann durch ein Aufbauseminar immerhin noch 2 Punkte abbauen. Ab 14 Punkten müsse ein Aufbauseminar besucht werden, für das es allerdings keinen Punkteabzug gebe, so Mielchen.

Wie viele Punkte gibt es künftig wofür?

Das Punktesystem in Flensburg soll umgestellt werden. Grundprinzip: Bisher gibt es je nach Schwere bis zu 7 Punkte pro Verstoß, künftig sind es 1, 2 oder 3 Punkte. Einige Beispiele:

unzulässig in einer Umweltzone: 0 Punkte (bisher 1 Punkt)

21 bis 25 km/h zu schnell: 1 Punkt (bisher 1)

gefährliches Überholmanöver: 1 Punkt (bisher 2)

Vorfahrt missachtet: 1 Punkt (bisher 3)

Innerorts 31 bis 40 km/h zu schnell: 2 Punkte (bisher 3)

51 bis 60 km/h zu schnell: 2 Punkte (bisher 4)

Fahren im Alkohol-Vollrausch: 3 Punkte (bisher 7)

Alle News vom: 13. November 2012 Zur Übersicht: Auto

61 Meinungen zu "Punkteabbau wird sinnlos"

  • derbernie61
    Gestern, um 07:54 Uhr
    Und wo bleibt mal wieder der Umweltschutz? Der Arsch von Ramsauer(jetzt hab ich ihn auch noch geadelt) soll sich mal um sein Resoirs kümmern den Flughafen BER der kostet uns allen Steuerzahlern mehr als er wieder einbringt.
  • Tuppen
    Freitag, 17.05.2013, 16:13 Uhr
    Sind die in Berlin total bescheuert? Fahren im Vollrausch nur 3 Punkte? Für wen soll das gut sein? Da gehört sofort für 1 Jahr der Führerschein entzogen, bei Tötung von Personen, rein in den Knast. Nirgens steht, bei 8 Punkte, wie lange der Führerschein entzogen wird und ob sich die Reichen freikaufen können. Scheiss System.
  • kleenefrau
    Freitag, 17.05.2013, 13:36 Uhr
    WENN das alles zur Verkehrssicherheit beitragen soll, dann müsste ja wohl Fahren im Vollrausch nicht nur mit ner Geldstrafe und Punkten geahndet werden, sondern der Führerschein müsste komplett entzogen werden. Alkohol hat im Straßenverkehr nun mal nichts zu suchen!!!
  • Dan13l
    Freitag, 17.05.2013, 13:26 Uhr
    Meine Meinung zur Punktereform: Genauso sinnlos wie vorher! Man bekommt einfach viel zu viele Chancen bspw. als Raser. Wenn man mal überlegt, dass man gerade mal 2-3 Punkte bekommt wenn man in der Stadt 80 fährt und dadurch auch MENSCHEN GEFÄHRDET (!), dann ist das definitiv zu wenig. Ich denke, wenn man das ganze noch weiter auf 6 Punkte reduzieren würde, dann wäre es sinnvoll. Geldstrafen sind unsinnig!! Leute, die genug "Asche" haben, zahlen das aus der Portokasse und machen es das nächste mal doch wieder, weil es für sie keine Bestrafung ist. An meinen Vorschreiber: Warum sollte man für LKW-Fahrer u.Ä. Sonderfälle festlegen? Sie sind genauso wie jeder andere am öffentlichen Verkehr beteiligt. Wenn man ordentlich fährt, dann braucht man doch auch keine Angst vor Punkten zu haben. Und dass man eventuell nicht mehr arbeiten kann, das sollte man sich während der Fahrt überlegen......
  • sieke
    Freitag, 17.05.2013, 13:10 Uhr
    also ich verfolge diese ganze Sache mit der neuen Punkteregelung sehr intensiv und muss be,erken das dabei einiges ausser Acht gelassen wird . Wenn dieses neue Punktesystem wirklich greifen sollte werden einige 1000 ohne job werden weil der führerschein dann weg ist . Wieviele, unter anderem auch ich, haben schon über 15 punkte weil sie Lkw Fahrer sind also reichlich oft genug abgezogen werden und mit Punkten bestraft werden. Ich denke mal sollte da schon eine konkrete linie ziehen indem man sagt Rowdys die wegen trunkenheit am steuer oder unter d rogen fahren sollten den FS nie wieder bekommen.. und solchen die denn führerschein echt zum Überleben brauchen sollte man alle PPunkte streichen und dadurch eine Möglichkeit geben weiterhin seine Existenz zu sichern. wennderjenige dann punkte voll hat .. selber schuld .. anders gesagt der Staat ändert die Währung auch nicht einfach und macht alles zur Hälfte wert . oder
  • gumbofroehn
    Donnerstag, 15.11.2012, 10:51 Uhr
    Merkt denn keiner, wie sich das drastisch verschlechtert? DAS ist das Problem! 1 Punkt für 21-25km/h drüber jetzt und neu ergibt mehr als eine Verdoppelung der Punkte-Strafe!!
  • Vioarr
    Donnerstag, 15.11.2012, 08:19 Uhr
    Bedauerlicherweise lassen die meisten Kommentare wieder einmal jeglichen Sachverstand vermissen. Jedes Wesen der Fähigkeit zu sprechen kann seine Meinung über ein Thema zum Ausdruck bringen. Leider ist ständiges Meckern über Themen deren Hintergrund man nicht versteht noch kein Zeichen für Intelligenz.
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