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30.05.2012, 09:22 Uhr

Lieber authentisch statt perfekt

Berlin (dpa/tmn) - Feuchte Hände und Herzklopfen: Die Aufregung vor einem Vorstellungsgespräch ist meist groß. Sicherheit gewinnt, wer sich gut vorbereitet und Fachwissen parat hat. Und keine Angst vor Pausen: Bewerber sollten sich für ihre Antworten ruhig Zeit nehmen.

Für die meisten ist das Vorstellungsgespräch eine Zitterpartie. Vor lauter Nervosität sind die Hände schwitzig, und der Puls ist auf 180. Dabei gibt es ein paar Tipps und Tricks, mit denen sich aus der Zitterpartie im Handumdrehen ein souveränes Gespräch zwischen zwei selbstbewussten Partnern machen lässt.

Wer sich gut vorbereitet, geht gelassener an das Gespräch heran. Dazu gehört, sich mit dem Internetauftritt der Firma bekanntzumachen. So könnten Kandidaten dem Personaler später zeigen, dass sie genau wissen, wo sie sich beworben haben, sagt Sabine Neumaier, Karriereberaterin aus Berlin.

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Zweiter Schritt ist die Frage: Was ziehe ich an? "Die Grundformel dabei: Nicht übertreiben", betont Neumaier. Am besten ist es, vorher in Erfahrung zu bringen, welche Garderobe für die Branche typisch ist. "Vielleicht kann ich schon auf der Webseite entdecken, was Usus ist", sagt Svenja Hofert, Karriereberaterin aus Hamburg. "Ansonsten lohnt es sich auch, im Bekanntenkreis herumzufragen, ob sich jemand mit dem branchenspezifischen Dresscode auskennt."

Im Zweifel schicker - diesen Ratschlag will die Karriereexpertin nicht geben. "Es kann auch nach hinten losgehen, wenn man in Kostüm erscheint". Zum Beispiel, wenn es um einen Job im Kreativbereich oder im Handwerk geht. "Wenn ich für einen Job als Tischler in Anzug erscheine, ist das lächerlich", erklärt Neumaier.

Der nächste Schritt: Wie komme ich überhaupt zum Ort des Vorstellungsgesprächs? "Auf keinen Fall sollte man sich mit der Anreisezeit verschätzen", sagt Jürgen Hesse, Karrierecoach aus Berlin. Am besten mit reichlich Zeit planen, und dann einen Spaziergang um den Block machen, falls es bis zum Gespräch noch etwas hin sein sollte. "Fünf Minuten vorher darf man dann aufkreuzen", so Hesse. Früher sollten Bewerber nicht erscheinen.

Damit ist die Vorbereitung abgeschlossen, das Gespräch steht noch aus. "Zur Begrüßung den gängigen Knigge einhalten", rät Hofert. Das heißt: Zuerst den Ranghöheren begrüßen. Wenn nicht ersichtlich ist, wer der Ranghöhere ist, wendet man sich zuerst an die Frau.

Während dieser Begrüßungszeit geht es darum, einen positiven ersten Eindruck zu schaffen - vor allem mit gutem Small Talk. "Ich muss selbst dafür sorgen, dass der Anfang positiv ausfällt", sagt Hesse. Dabei geht es darum, Komplimente zu machen. So könne man etwa sagen: "Was für eine Aussicht von hier" oder "Sie haben es hier aber schön".

Die Fragen der Personaler lassen sich grob in drei Blöcke einteilen: "Erstens, erzählen Sie von sich. Zweitens, warum bewerben Sie sich hier? Und drittens, warum sollten wir Sie nehmen?", fasst Hesse zusammen.

In der ersten Runde geht es um die Selbstpräsentation. "Das ist meine Gelegenheit, die Meilensteine in meinem Leben zu präsentieren", stellt Neumaier heraus. Dabei sollte der Bewerber darauf achten, die Abschnitte im Lebenslauf auszudehnen, die besonders auf Anforderungsprofil passen.

Für die anderen beiden Fragekomplexe sei es wichtig, individuelle Antworten vorzubereiten. Außerdem sollten Bewerber sich immer wieder klar machen, dass auch fachliches Wissen abgefragt werden könne.

Außerdem gilt: "Nicht jede Antwort muss aus der Pistole geschossen kommen", gibt Neumaier zu bedenken. Stattdessen kann es sympathisch wirken, offen zu sagen: "Mit der Frage habe ich überhaupt nicht gerechnet, da muss ich erst einmal kurz drüber nachdenken."

Alle News vom: 30. Mai 2012 Zur Übersicht: Beruf

12 Meinungen zu "Lieber authentisch statt perfekt"

  • annannna
    Sonntag, 03.06.2012, 12:19 Uhr
    "Lieber authentisch statt perfekt", dieser Spruch finde ich super!!
  • MrM
    Mittwoch, 30.05.2012, 13:11 Uhr
    Erstmal ins Vorstellungsgespraech kommen .... In der Bewerbungsmappe am besten weder Alter noch Geschlecht/Rasse/Bild angeben (ist tatsaechlich so, dass viele Personaler Vorurteile haben). Schon alleine die Tatsache, dass 50% der deutschen Unternehmen keine >40jährige mehr einstellen spricht Baende. Wie man am besten den Job bekommt ? 1. Unter 30 J. 2. Studium mit exzellentem Abschluss 3. Berufserfahrung >5J davon 3J im Ausland, engl.perfekt 4. Highly motivated,d.h. Samstag Sonntag umsonst arbeiten, keine Familie habend. ist leider tatsaechlich so...
  • bindurcheinander
    Mittwoch, 30.05.2012, 13:06 Uhr
    Charakter zählt mehr als das Lehrbuch und welche Jobs sind damit gemeint? In den Büchern über Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgesprächen gibt es zum Beispiel auch nur Bankkaufrauen. Und welchen Charakter muss man dafür haben?
  • Bewfort
    Mittwoch, 30.05.2012, 13:03 Uhr
    @Jack stimmt, die Berufserfahrung hab ich vergessen ^^
  • JackFun
    Mittwoch, 30.05.2012, 12:49 Uhr
    Bewfort meine Zustimmung tanzt gerade Tango! Allerdings nicht zu vergessen ... nicht älter als 25 Jahre + Pkt. 2, inkl. 20 Jahre Berufserfahrung!
  • SecretX
    Mittwoch, 30.05.2012, 12:49 Uhr
    "Lieber authentisch als perfekt...." lautet zwar der Titel des Artikels, trotzdem wird gesagt bzw. geschrieben, was man letztlich tun oder lassen sollte. Was hat das dann noch mit Authentizität zu tun?? Meine Erfahrung lautet: Ich gehe dahin, wie ich mich fühle..... versuche Eindrücke einzufangen, höre auf meine Intuitionen. Sollte mein zukünftiger Chef einen laschen Händedruck haben, mir nicht in die Augen schauen können oder - total daneben - über Vorgänger(innen) herziehen, dann ist das auf keinen Fall MEIN Arbeitsplatz!
  • Bewfort
    Mittwoch, 30.05.2012, 12:43 Uhr
    Alles Schmarrn - folgende Tipps führen zum Erfolg: 1. nicht älter als 25 Jahre sein 2. mehrere abgeschlossene Berufsausbildungen + Studium 3. moderate Gehaltsvorstellungen haben (also nicht höher als Hartz 4) 4. unegbunden/flexibel sein, möglichst keine Familienpläne 5. einfach alles können
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