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Null Bock auf Schule und Pauken? So motivieren Sie Ihr Kind zum Lernen

Von Natur aus sind Kinder neugierig und wissensdurstig, sie lernen schnell und spielend leicht. Das legt sich jedoch meist mit dem Eintritt in die Schule, wie zahlreiche Studien belegen.

VonJeannette Mayer für WEB.DE

Zu viel Lernstoff, Terminstress, Noten- und Erwartungsdruck - das sind nur einige der Gründe, die Kindern die Lust am Lernen nehmen können. Vielfach tragen auch Eltern eine gewisse Mitschuld an dem Lernfrust, ohne sich dessen bewusst zu sein. Greifen Sie beispielsweise zu stark in den Lernprozess ihres Sprösslings ein und nehmen ihm etwa bei den Hausaufgaben das Denken ab, fördern sie damit Unselbständigkeit statt zu motivieren.

Auch die oft eingesetzte "Wenn-Dann-Pädagogik" - nach dem Motto "Erst wenn die schulischen Aufgaben erledigt sind, darfst du spielen gehen" - bewirkt durch den drohenden Unterton meist genau das Gegenteil dessen, was Eltern damit bezwecken wollen.

Wir haben für Sie ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie die Lern-Motivation Ihres Kindes fördern können.

Loben - aber richtig!

Wer seine Kinder für erbrachte Leistungen lobt, gibt ihnen einen Ansporn, von sich aus neue Aufgaben anzugehen und sie erfolgreich zu ende zu bringen. Denn Erfolg spornt zu neuen Taten an, um so noch mehr Lob einzuheimsen. Selbst Rückschläge werden durch die in Aussicht gestellte Anerkennung der Eltern einfacher weggesteckt.

Hält man seinem Kind im Gegensatz dazu immer nur seine Fehler vor Augen und sagt ihm, was es nicht kann, schürt man damit nur die Zweifel an den eigenen Fähigkeiten. Neue Herausforderungen werden aus Furcht vor Misserfolgen und aus Angst vor dem Versagen in Zukunft gemieden.

Aber Vorsicht: Beim Loben ist das richtige Maß entscheidend. Wer sein Kind ständig lobt, ohne dass es sich dafür besonders anstrengen muss, nimmt der Anerkennung ihren Stellenwert - und den Kindern damit letztlich auch den Ansporn.

Routine vermeiden

Viele Kinder haben keine Lust auf Hausaufgaben oder Vokabel-Pauken, weil sie die Lernerei schlichtweg als öde und langweilig empfinden. Hier lautet das Zauberwort: Spielerisch lernen.

Um Lern-Routine zu vermeiden, lohnt es sich, die Pflicht mit dem Vergnügen zu verbinden. Machen Sie aus dem Vokabel-Pauken etwa eine Schnitzeljagd, bei der Sie Orte auf Englisch beschreiben, die Ihr Kind dann finden muss. Oder basteln Sie mit Ihrem Sprössling zusammen ein Sachkunde-Memory mit Bildern von Bäumen und den dazugehörenden Baumnamen.

Spiele halten Kinder nicht nur bei Laune, sondern festigen und verinnerlichen ganz nebenbei auch das gelernte Wissen.

Dem Lernen einen Sinn geben

Wer keinen Sinn im Lernen sieht, paukt auch nicht gerne. Kindern, die nur stupide lernen, ist der Grund für diese Arbeit nicht ersichtlich. Daraus folgt: Es fehlt auf Dauer der Anreiz, zudem wird ohne Zusammenhänge auswendig Gelerntes schneller wieder vergessen. Es ist daher wichtig, das Kind mit seinen Fragen in den Mittelpunkt zu rücken, nicht jedoch das bloße Wissen.

Versuchen Sie also, den Lernstoff in die Praxis zu übertragen. Helfen Sie Ihrem Nachwuchs, Zusammenhänge herzustellen und den Sachverhalt zu verstehen. Stellen Sie sich gemeinsam Alltags-Fragen wie etwa  "Wie kann ich bei meiner Taschenlampe, die ausgegangen ist, den Stromkreis wiederherstellen?" oder "Was kann ich machen, damit meine Wäsche schneller trocknet?". Antworten auf diese Fragen liefern dann die Schulbücher ("Was ist ein elektrischer Stromkreis?", "Welche Faktoren spielen bei der Verdunstung von Wasser eine Rolle und wie lässt sich die Verdunstungsgeschwindigkeit beeinflussen?").

Erkennen Kinder, dass Schulwissen tatsächlich im Alltag angewendet werden kann und sogar hilfreich ist, haben sie mehr Spaß am Lernen.

Absehbare Ziele stecken

Achten Sie darauf, dass Lernziele nicht in weiter Ferne liegen und dass sie konkret, also für das Kind greifbar und auch wirklich erreichbar sind. Vielen Eltern geht es schon am Anfang eines Schuljahres um die Frage "Schafft mein Kind die Versetzung?" oder sie haben gleich hohe Ziele wie die Empfehlung für das Gymnasium im Kopf. Solche Dinge sind wichtig, als Motivationsantrieb jedoch völlig ungeeignet.

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Kinder denken nicht so weit voraus wie Erwachsene. Daher ist es ratsamer, das große Ziel in kleinere Etappen zu unterteilen, die in naher Zukunft liegen. Statt also die Versetzung am Ende des Schuljahres im Blick zu haben, konzentrieren sie sich besser auf die kleineren Etappen, die zum großen Endziel führen. Zum Beispiel auf das Diktat, das in ein paar Tagen ansteht oder auf die Mathearbeit in der darauffolgenden Woche. Kleine, konkrete Ziele, die zudem einfacher zu erreichen sind und das Kind nicht überfordern, fördern die Motivation ungemein. (cfl)

Alle News vom: 1. Dezember 2011 Zur Übersicht: Beruf

8 Meinungen zu "Null Bock auf Schule?"

  • Gwildor
    Freitag, 20.01.2012, 12:00 Uhr
    @1w2e3r4t: Der Kommentar hat mir bei diesem Thema echt schon gerreicht... Is mir klar, wenn viele so wie du denken, dass aus Deutschland echt nichts mehr werden kann...Diese Leck-Mich-Am-Arsch Einstellung - ich kannse nicht mehr hören. Genauso wie, es gäbe keine Perspektiven - Das sehen nur die Leute, die sich nicht mal annähernd Mühe geben wollen. Es gibt immer Mittel und Wege, WENN man es will und net faul vor RTL rumhängt und sich da ein Beispiel nimmt...!
  • icemandenia
    Donnerstag, 08.12.2011, 17:23 Uhr
    Nicht schon wieder Schule! Bitte keine Prüfungen! Für was lernen, es gibt doch nachher Hartz4. Diese Meinungen kommen zu oft von Kindern deren Eltern ihnen genau das vorleben. Ein Vorbild für unsere Jugendlichen sitzt nicht morgens schon auf dem Sofa, Zigarette in der einen Hand, Flabi in der anderen und sich eine Seifenoper nach der anderen reinziehen. Dann aber den Staat noch für sein versagen verantwortlich machen, trotzdem Hartz4 einstreichen und sich auch noch beschweren wenn das Geld für keine vernünftigen Lebensmittel mehr langt. Diese Arbeitsverweigerer düften gar kein Geld mehr bekommen! Ein Vorbild steht auch schon um 6:00 Uhr für seine Kinder auf, macht das Frühstück .... Noch mehr braucht man zu diesem Thema eigentlich nicht zu sagen. Erschreckend genug ist schon dieSprache die unsere Kinder sprechen. Es geht hier nicht um Kinder mit Migrationshintergrund, es geht um diejenigen die von Haus aus schon ein gutes Deutsch sprechen könnten, usw.
  • benutzer
    Donnerstag, 08.12.2011, 11:59 Uhr
    dieses geschwätz von "keiner perspektive" kann ich nicht mehr hören - wir haben eine unmenge offener stellen und die nicht etwa bei der müllabfuhr! das problem vieler kids ist, kein zuhause mehr zu haben - alleinerziehende mütter, die nach der arbeit noch mit hausarbeit zu kämpfen haben, eltern, die ihre freizeit vor der glotze verbringen und dschungelcamp begaffen, anstatt mit ihren zöglingen etwas zu unternehmen, das abschieben des nachwuchs' vors ipad, wii oder sonstigem pc-spielkram. der angeblich 69jährige TO "1w2e3r4t" ist natürlich mit der erziehung seines kindes ein wenig spät dran, das verstehe ich natürlich
  • schieber1
    Donnerstag, 01.12.2011, 12:12 Uhr
    Null Bock auf Schule ist eigentlich ganz normal am Anfang...................., doch hier beginnt eigentlich die Arbeit der Eltern. Das tgl. motivieren, aufbauen, loben, gemeinsames Tun mit dem Kind, bis das Kind erkennt, es ist doch besser zu lernen als der Trottel der Klasse zu sein und fortwährend verhöhnt zu werden. Wobei, Trottel und dumme Menschen muß es auch geben, es kann nicht ein jeder studieren.
  • pallacH
    Donnerstag, 01.12.2011, 10:16 Uhr
    @superjany ich glaube, user nr. 1 hat eher keine lust, sich die viele mühe zu machen (was? spielen mit den kindern, lesen, sich was einfallen lassen ...) allerdings ist es ja heute auch oft so, daß beide eltern erheblich mehr stunden arbeiten müssen als in früheren zeiten, um über die runden zu kommen. da fehlt es dann natürlich auch an zeit und energie. die zeche bezahlt die gesellschaft auf lange sicht gesehen.
  • superjany
    Mittwoch, 30.11.2011, 11:47 Uhr
    @1w2e3r4t: Ich glaube nicht, dass jemand mit einem guten Schulabschluss Pommes verkaufen wird. Das ist ein Mythos, der von ungebildeten Schichten aufrecht erhalten wird...
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