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01.04.2010, 11:29 Uhr

Berufe, die depressiv machen

Robert Enkes Suizid hat das Thema Depression ins Licht der Öffentlichkeit gebracht … ein Leiden, das als ernsthafte Erkrankung oft unterschätzt wird. Doch wer ist gefährdet? Gibt es Berufe, in denen das Krankheitsbild häufiger vorkommt als in anderen? Und wenn ja: Welche Branchen sind besonders betroffen?

Von Hischam A. Hapatsch

Eine Übersichtsstudie der Bundespsychotherapeutenkammer hat die Gesundheitsreporte der gesetzlichen Krankenkassen daraufhin ausgewertet. Ihr Fazit: "Psychische Erkrankungen treten gehäuft in Dienstleistungsbranchen auf. Die Krankenkassen verzeichnen bei Arbeitnehmern  im Sozial- und Gesundheitswesen, in der Telekommunikation und in öffentlichen Verwaltungen überdurchschnittlich viele Fehltage aufgrund psychischer Störungen", berichtet Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammen. Unter diesen Erkrankungen sei die häufigste die Depression, gefolgt von Anpassungsstörungen und Alkoholabhängigkeiten.

Unter den belasteten Berufsgruppen fallen Call-Center-Mitarbeiter etwa doppelt so häufig aufgrund psychischer Erkrankungen aus wie der Durchschnitt. Die Gründe dafür sieht Richter im Zeitdruck und der hohen Komplexität ihrer Aufgaben.

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Zudem haben sie nur wenig Möglichkeiten, Einfluss auf ihre Arbeit zu nehmen, und das bei gleichzeitig hoher mentaler Belastung. Schließlich müssen sie sich im Minutentakt etwa mit unzufriedenen Kunden auseinandersetzen. "Die Erfahrung, nichts ändern zu können und den von außen gesetzten Anforderungen nur schwer gerecht werden können, macht krank", so Richter. Dagegen bleiben diejenigen eher psychisch gesund, die ihre Tätigkeitsabläufe beeinflussen können.

Übrigens gehören auch Verkäufer zu denen, die länger ausfallen. Überdurchschnittlich viele Fehltage verzeichnen die Reporte auch bei Wächtern, Aufsehern, Kontrolleuren oder Mitarbeitern im Erziehungs- und Unterrichtswesen sowie im Sozial- und Pflegebereich. Der Gesundheitsreport der BARMER 2009 zeigt etwa, dass Krankenpfleger und Sozialarbeiter aufgrund einer Depression länger krank geschrieben werden als Bürokräfte und Bankfachleute.

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