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06.06.2011, 10:41 Uhr

Die Beförderung kommt nicht von selbst

Hamburg (dpa/tmn) - Karriere macht man nicht im Schlaf. Wer vorwärtskommen will, braucht eine gute Strategie. Hilfreich ist auch ein realistisches Selbstbild. Wer sich maßlos überschätzt, überzeugt den Chef sicher nicht. Und der hat beim Thema Karriere das letzte Wort.

Vorbei sind die Zeiten, als die Beförderung nur eine Frage der Zeit war. Wer lange genug auf seinem Posten saß und nicht auffiel, kletterte auf der Karriereleiter nach oben. Heute bleiben die wenigsten ihr Leben lang in einem Unternehmen. Und kaum jemand wird noch automatisch befördert. Gefragt ist deshalb eine Karrierestrategie.

"Natürlich gibt es in jeder Branche und in den verschiedenen Unternehmen sehr unterschiedliche Mechanismen und Kulturen", erklärt die Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg. Stark reglementiert seien die Karrierewege zum Beispiel in vielen Unternehmensberatungen.

"Ein bisschen weniger vorgezeichnet sind sie in Unternehmen, in denen aktive Personalentwicklung stattfindet, also Mitarbeiter gezielt in Seminare und Fortbildungen geschickt werden." Und dann gibt es noch Firmen, in denen ein klares Personalmanagement gar nicht existent zu sein scheint. Dort sind kluges Selbstmarketing und eine kreative Strategie besonders wichtig.

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"Es ist wie bei einem Verkaufsgespräch, man muss den Chef überzeugen", sagt Karrierecoach Theo Bergauer aus dem bayerischen Waldsassen. Es gehe auch darum zu formulieren: Was hat das Unternehmen davon, mich zu befördern? Karriere beginnt allerdings lange zuvor - beim Netzwerken: "Gerade um die Kultur eines Unternehmens zu durchschauen, ist es wichtig, dass man mit den richtigen Kollegen im Kontakt ist", sagt Svenja Hofert. Dazu gehöre, sich zu überlegen, mit wem man in die Kantine geht und wie man sich Chefs gegenüber auch bei zufälligen Begegnungen etwa auf dem Flur verhält.

Dann reiche es nicht, gute Arbeit zu leisten: "Wenn alles funktioniert, warum soll der Chef mich dann in eine andere Position heben?", gibt Hofert zu bedenken. Da muss man den Vorgesetzen schon davon überzeugen, dass man noch mehr kann. Und man müsse deutlich formulieren, was man kann und will. "Es geht im Job meist nicht gerecht zu, da muss man selbst in die Bütt", ergänzt der Coach und Psychologe Tom Diesbrock aus Hamburg.

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In vielen Unternehmen gibt es dafür Zielvereinbarungsgespräche. Steht gerade keins an, muss man den Chef um einen Termin bitten. Auf keinen Fall sollte man den Wunsch nach einer Beförderung mal eben im Vorbeigehen vorbringen, warnt Diesbrock. Wichtig ist, eine logische Argumentationskette vorzubereiten und sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden: "Die Fragen sollten sein, was kann ich und was bringen diese Qualifikationen und Fähigkeiten dem Unternehmen?", erklärt Bergauer. Dabei müsse man ehrlich zu sich selbst sein - und sich auch fragen, ob man die Verantwortung der angestrebten Position wirklich will.

Zur Gesprächsvorbereitung sollte auch ein simuliertes Gespräch gehören. "Da ist man zumindest annährend in der Situation, und es kommen möglicherweise unerwartete Antworten, Fragen oder Bemerkungen, die dann schulen", sagt Bergauer. Nicht unterschätzen sollte man die unmittelbare Zeit vor dem tatsächlichen Gespräch mit dem Chef. "Man kann das nicht mal eben machen, deswegen sollte man dafür sorgen, dass man in einer positiven Stimmung ist, konzentriert und nicht gerade von einem anderen Termin dahingehetzt kommt", rät Bergauer.

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17 Meinungen zu "So klappt's mit der Beförderung"

  • kawasaki123
    Freitag, 27.01.2012, 09:31 Uhr
    Leider ist sehr oft nicht das Wissen der Beförderungsgrund sondern die Ja - Sagermentalität. Eine Eigenschaft die der Beförderung alle Türen öffnet. Ehrlich Probleme nennen und Lösungsvorschläge zu zeigen, schlägt bei den meisten Vorgesetzten auf Unwillen da man ja selbst dann als unfähig gesehen werden könnte. Ergo - klappt es dann schon nicht mehr mit einer Beförderung. Schwimmt man immer mit der Masse und sagt zu allem Ja und Amen...........tja,daaaann ist man gut positioniert - für eine "Beförderung". wie sonst sind so viele unfähige Vorgesetzte zu erklären ?
  • Jagerloisl
    Mittwoch, 08.06.2011, 12:49 Uhr
    "Netzwerken" ist angesagt. Wer sich am besten einschleimt oder gar noch über andere Qualitäten verfügt, die Freude machen, der wird befördert.
  • MeisterProper
    Montag, 06.06.2011, 14:55 Uhr
    Ist jede Beförderung wirklich so erstrebenswert? Nicht umsonst leben wir längst in der "Hierarchie der Unfähigkeit." Die Leute werden (egal infolge welcher Initiative) solange befördert wie sie ihren Job super machen... bis sie an eine Stelle kommen, der sie nicht mehr gewachsen sind. Und da bleiben sie dann ewig sitzen...
  • karlov
    Montag, 06.06.2011, 13:58 Uhr
    Hier nur ein kleines Beispiel warum das oft nicht funktioniert. Ich wurde eingestellt um Kosten für externe Handwerker zu sparen. Es wird durch meine Arbeit viel Geld eingespart. Das Problem liegt in der Konzernzentrale in USA. Meine Arbeit verursacht Kosten in der Abteilung "Human Ressources". (Was für ein furchtbares Wort) Die Einsparungen laufen über den Einkauf. Man ist nicht in der Lage beziehungsweise bereit diese beiden Posten miteinander zu verknüpfen und eine Kosten-Nutzenrechnung aufzumachen. Ich habe in der Vergangenheit stehts gute Arbeit abgeliefert. Mein Fehler war, dass ich das wußte und auch schon mal unbequeme Sachen gesagt habe. Trotzdem wollte man mich befördern und mir für weniger Geld einen Haufen Verantwortung aufhalsen. Ich habe dankend abgelehnt. Mein damaliger Chef hat mich dann gefragt, wie wir hinterher miteinander Reden. Ich habe ihm mitgeteilt er solle mit mir so sprechen als haben diese Gespräche nie stattgefunden. Aus heutiger Sicht bin ich froh, dass ich die Beförderung abgelehnt habe. Ich hätte mich sonst an der Entscheidungsfindung zur Entlassung einiger Kollegen beteiligen müssen. Gut wenn man sich treu bleibt.
  • nussknacker77
    Montag, 06.06.2011, 13:05 Uhr
    Ja klar bei der heutigen Vetternwirtschaft popo kriechen und schleimen und anderen einen reinwürgern so schleimt man sich heute beim Chef ein
  • findus1111
    Montag, 06.06.2011, 12:39 Uhr
    Hallo Fedder, leider musste ich die Erfahrung machen, das es heute wichtiger die richtigen Leute zu kennen, als gute arbeit. Ich hoffe die bleibt dein Glaube das gute Leistungen zählen erhalten. Denn nur das kann einen Motivationsmotor sein
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