Nicht mit Wut im Bauch kündigen
Wut ist kein guter Berater in Sachen Kündigung. "Gerade Frauen bereuen es hinterher oft, gekündigt zu haben", sagt die Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg. Denn sie täten dies häufiger als Männer im Affekt, wenn sie die Nase von ihrer Arbeitsstelle voll haben. Viele steigern sich in ihre Wut auf die Aufgaben, den Chef oder die Kollegen so hinein, dass sie an einem Tag plötzlich sagen "Jetzt reicht es!" und die Kündigung einreichen.
Besser sei es dagegen häufig, noch einmal durchzuatmen und sich die Kündigung der Arbeitsstelle ein zweites Mal zu überlegen, so Hofert. Viele Arbeitnehmer bereuten es nämlich nach vier oder fünf Jahren, dass sie damals aus der Firma weggegangen sind. Denn im Nachhinein erscheinen viele Konflikte nicht mehr so groß. Diese Besonnenheit sollten Arbeitnehmer versuchen, bereits auf die aktuelle Situation zu übertragen.
Viele Arbeitnehmer berücksichtigten auch nicht, dass ihnen nach einer Kündigung eine drei Monate lange Sperre der Arbeitsagentur droht, während derer sie kein Arbeitslosengeld bekommen. "Aus diesem Grund ist es für Arbeitnehmer besser, wenn sie gekündigt werden und nicht selber kündigen", meint Hofert.
Sie rät Arbeitnehmern, Probleme bei der Arbeit rechtzeitig anzusprechen und es nicht bis zum Äußersten kommen zu lassen. Statt über lange Zeit Konflikte in sich hineinzufressen und dann zu explodieren, sei es besser Probleme, frühzeitig zu thematisieren.
3 Meinungen zu "Nicht mit Wut im Bauch kündigen"
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Karmapa
Dienstag, 17.01.2012, 13:22 Uhr @ Bartesque Galube ich nicht, da im Artikel steht: "Viele Arbeitnehmer bereuten es nämlich nach vier oder fünf Jahren, dass sie damals aus der Firma weggegangen sind." In ihrem Fall wäre die Arbeitslosigkeit die direkte Strafe (und nich erst nach vier oder fünf Jahren). -
Bartesque
Freitag, 13.01.2012, 13:50 Uhr Hier ist wohl eher gemeint das sich nicht überlegt wird was danach kommt. Wenn man sich nicht vor der Kündigung ne neue Arbeitsstelle hat steht man mitunter ziemlich doof da. Ich stand vor einem Jahr genau vor dem selben Problem: Chef nervt mit seiner Art (totale Überwachung, viele unbezahlte Überstunden, keine Mitarbeiterführung/- motivation). Da hab ich mir in Ruhe ne neue Stelle gesucht und nachdem die Unterschrift auf dem Papaier war wurde die Kündigung eingereicht. -
Karmapa
Freitag, 13.01.2012, 11:17 Uhr Hier wird einem ja fast vorgegaukelt, dass Kündigungen aus kurzfristigem Affekt stattfinden. Da steckt aber meist ein längere Geschichte dahinter.
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