EM-Tipps für Fußball-Hasser
Problematisch ist es zum Beispiel, Arbeitskollegen wegen ihrer Fußballbegeisterung abzuwerten. "Versagen Sie sich jede Form von Arroganz und Herablassung", betont Benimm-Expertin Elisabeth Bonneau aus Freiburg. Schließlich müssen Sie mit Ihren Kollegen, Geschäftspartnern und Kunden auch nach Ende der Fußball-Europameisterschaft weiter zusammenarbeiten. Deshalb sind spöttische Blicke oder heruntergezogene Mundwickel tabu, denn sie verletzen das Gegenüber.
Will sich der Fußball-Abstinenzler nicht ins Abseits stellen, sollte er beim beruflichen Smalltalk rund ums Thema Fußball nicht gleich das Weite suchen, sondern sich interessiert zeigen. "Fragen Sie zum Beispiel Ihr Gegenüber, wie es zu seiner Fußballleidenschaft gekommen ist oder was ihn am Spiel fasziniert", empfiehlt Bonneau. "So erfahren Sie Persönliches ... und das, ohne sich mit den Regeln des Spiels auskennen zu müssen."
Wer sich aufrichtig für den Anderen interessiert, darf übrigens durchblicken lassen, dass er kein Fan dieses Sports ist. Er muss nicht Gemeinsamkeit vorspielen, wo es keine gibt, solange er sich wertschätzend und freundlich verhält. "Versuchen Sie im Gespräch andere Gemeinsamkeiten zu finden. Vielleicht lieben Sie genauso wie Ihr Gegenüber das Gemeinschaftserlebnis am Fernsehen oder im Stadion ... nur lassen Sie sich eben von anderen Anlässen oder Sportarten motivieren", erklärt Bonneau.
Kein Interesse heucheln
Eines sollten Fußballabstinenzler aber auf jeden Fall vermeiden: geheucheltes Interesse. "Fragen Sie bitte nicht in einer Runde von Fußballspezialisten, was ein Elfmeter ist. Damit könnten Sie sich lächerlich machen und für schlechte Stimmung sorgen", betont Bonneau. Schließlich wollen wirkliche Fußball-Experten keine dummen Fragen beantworten, sondern richtig fachsimpeln.
Bonneau rät den Fußballer-Hassern, in den Wochen der EM ihre Toleranzschwelle zu erhöhen. "Bedenken Sie, dass das Ganze nur wenige Wochen dauert. Statt sich aufzuregen und genervt zu sein, sollten Sie sich lieber eine innere Gelassenheit aneignen. Denn so lassen sich euphorisierte Fußballfans leichter ertragen. Und das tut auch Ihnen selbst gut."
Im Idealfall könnten Fußball-Muffel sogar ein wenig ihre Distanz aufgeben und sich etwas schlaumachen: "Schlagen Sie doch mal die Zeitung auf und lesen Sie nach, worüber die anderen reden. Wer sich so ein bisschen Fußballkompetenz aneignet, kommt in der Regel gut an." Gerade Frauen können damit punkten, erklärt Bonneau.
Streitthema: Public Viewing am Arbeitsplatz
Und wenn Ihnen gar nichts einfällt, was Sie mit einem fußballbegeisterten Kollegen im Smalltalk reden könnten, hat Benimm-Expertin Bonneau noch einen Tipp: "Spiegeln Sie ihm doch einfach, wie ansteckend seine Euphorie ist und sagen Sie zum Beispiel: 'Wenn Sie so begeistert reden, macht mir das selbst Freude.'" So zeigen Sie Ihrem Gegenüber Aufmerksamkeit und eine gewisse Anerkennung. Wichtig dabei ist allerdings, dass Sie sich mit Ihrem Kollegen tatsächlich freuen. Alles andere wirkt aufgesetzt und verfehlt sein Ziel!
Sich für das Thema Nummer Eins der Kollegen zu interessieren, heißt natürlich nicht, sich selbst zu verleugnen. "Gerade wenn Ihre Geduld strapaziert wird, weil zum Beispiel Ihre Kollegen zum Public Viewing in die Werkskantine gehen und mehr Arbeit an Ihnen hängen bleibt, sollten Sie das thematisieren." Bonneau rät, in so einem Fall zu verhandeln: "Treffen Sie zum Beispiel eine Abmachung darüber, wie Ihre Kollegen Sie entlasten können. Und bestehen Sie auch auf der Einhaltung der Vereinbarung.
57 Meinungen zu "EM-Tipps für Fußball-Hasser"
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jusseff27
Samstag, 16.06.2012, 08:29 Uhr Ich habe beim geringsten aufkommen des Themas Fussball den Spruch mit den "25 Idioten und einem Ball gebracht" Meine Meinung zu diesem Thema ist also hinreichend bekannt und es wird nicht mehr von mir erwartet über dieses Hassthema zu diskutieren, geschweige denn informiert zu sein. -
strongerman
Freitag, 15.06.2012, 14:55 Uhr Richtiger Sport ist immer Amateursport. Wenn Geld ins Spiel kommt, kommt es auch folgerichtig zu Betrug im Sport, zu gekauften Schiedsrichtern und Spielern, zu Doping usw. Im Profisport geht es nur noch ums Geld, das hat dann mit Sport nichts mehr zu tun, eher mit Gladiatorenspielen. Im alten Rom wurden schon "Brot und Spiele" dazu benutzt, das dumme Volk ruhig zu halten. Die größte Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik, die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 % wurde daher auch zur Zeit einer Fußballweltmeisterschaft beschlossen. Und anstatt dagegen auf die Straße zu gehen, bekamen viele das gar nicht mit, weil sie damit zu tun hatten, mit ihren Fähnchen auf der Straße herumzuhüpfen... -
Ranghild
Freitag, 15.06.2012, 11:53 Uhr @pallach "nun ja, manchem erschließt sich dieses spiel mit seinen taktischen und strategischen finessen vielleicht wirklich nicht." Ich weiß Fußball ist ein wahnsinnig komplizierter Sport und kein anderer auf der Welt außer ein eingefleischter Fußballfan versteht das einmalige und komplexe Regelwerk. Da ich aber selbst im Sport auch als Trainerin sehr aktiv war, glaube ich beurteilen zu können, dass Taktik und Regeln auch von weniger intelligenteren Zeitgenossen ohne Probleme verstanden werden können. Aber wie auch immer ich finde es nicht tragisch, wenn ich diese taktischen und strategischen Finessen beim Fußball niemals erfahren werde. Fußball ist für mich als Sportart total überbewertet und geht mir durch die ständige Präsenz extrem auf die Nerven! -
pallacH
Freitag, 15.06.2012, 10:13 Uhr @ranghild nun ja, manchem erschließt sich dieses spiel mit seinen taktischen und strategischen finessen vielleicht wirklich nicht. aber wieso muß man gleich von "fußball-HASSERN" reden? geht's nicht auch eine nummer kleiner, sprich toleranter? -
Ranghild
Freitag, 15.06.2012, 09:28 Uhr Die Arroganz und Intoleranz der Fußballfans anderen gegenüber ist unglaublich. Das einfache Denkmuster Fußball ist das einzig wahre und andere Sportarten und Meinungen sind nicht ernst zu nehmen, nervt mich schon seit Jahren. Mich interessiert Fußball überhaupt nicht und das liegt an der Tatsache, dass dieses Spiel allein schon aufgrund der Größe des Fußballfelds sehr zäh und langweilig ist. Das Spiel ist maßlos überbewertet. Für mich ist es ein Rätsel wie ein durchschnittlich intelligenter Mensch jahrzehntelang immer wieder diesem Ballgeschiebe zusieht und was noch schlimmer ist die nachfolgenden schwachsinnigen Spiel- und Spielerkommentare analysiert und diskutiert. Schwachsinn auszudiskutieren setzt dem ganzen die Krone auf! Aber wehe ein dem Fußball Abgeneigter betritt die Bühne und outet sich. Für mich zeigt diese EM nur auf, wie die Deutschen wieder mal schäfchengleich ohne nach links und rechts zu schauen einer Sache hinterherlaufen und dabei natürlich fun haben, die durch Kommerz und geschicktes Marketing nach oben gepuscht wurde. -
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Samstag, 09.06.2012, 09:21 Uhr Terminator Ach ja, fast vergessen...im grunde genommen begibst du dich auf niedrigerem Niveau, denn Hoffi schreibt extra so einen Dünnschiss, weil er weiß, dass du dich davon provozieren lässt, dennoch ein Vollpfosten, weil es ihm Spaß macht. -
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Samstag, 09.06.2012, 09:14 Uhr Hoffi Hab selten soviel geistigen Dünnschiss gelesen. Terminator Du redest wie jemand, dem es wichtig ist, anderen "um jeden Preis" zu vermitteln, dass du dich um keinen Preis unterdrücken lassen willst. Provozieren lässt du dich dazu ebenfalls von einem Vollpfosten. Im Grunde genommen ein totaler Widerspruch, mit dem du dich mit deinem geisitgen Horizont auf fast die selbe Ebene begibst. MissSuzette Gute Beiträge.
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