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24.07.2012, 16:33 Uhr

Pflegeberufs-Beschäftigte gestresster als andere Arbeitnehmer

Düsseldorf (dpa/tmn) - Sie sie kümmern sich um Senioren, Kranke und Behinderte und haben dabei oft wenig Zeit für den einzelnen: Pflegeberufe sind nicht nur körperlich anstrengend, Arbeitnehmer sind offenbar auch stärker von Stress betroffen als andere Berufsgruppen.

Beschäftigte in Pflegeberufen sind deutlich gestresster als Angestellte in anderen Branchen. Das geht aus einer Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Auf die Frage "Empfinden sie Ihre Arbeit als stressig?" ergibt sich bei den Beschäftigen in der Pflegebranche ein Durchschnittswert von 3,98. Dabei reicht die Skala von 1 für "niemals" bis 5 für "täglich". Im Vergleich zum Durchschnittswert bei allen befragten Berufsgruppen ist das ein deutlich erhöhter Wert. Insgesamt liegt er nur bei 3,54. Für das Projekt Lohnspiegel sind seit 2006 rund 155.483 Beschäftigte befragt worden. Dazu zählen 3.552 Angestellte aus der Pflegebranche.

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Arbeitnehmer aus der Pflegebranche geben auch deutlich häufiger als andere an, von der Arbeit geistig und psychisch erschöpft nach Hause zu kommen. Während der durchschnittliche Wert bei allen Befragten bei 3,39 liegt, steigt er bei den Pflegekräften im Durchschnitt auf 3,71.

Noch deutlicher ist der Abstand zwischen Pflegearbeitern und den übrigen Angestellten, wenn nach der körperlichen Belastung gefragt wird. Bei den Pflegeberufen liegt er bei 3,81. Bei allen anderen nur bei 3,04.

Die gute Nachricht ist: Mitarbeiter in der Pflegebranche langweilen sich seltener bei der Arbeit als andere. Während hier der durchschnittliche Wert bei 2,12 auf der Skala liegt, kommen die Pfleger nur auf 1,87.

Alle News vom: 24. Juli 2012 Zur Übersicht: Beruf

2 Meinungen zu "Pflegepersonal ist gestresster"

  • SchaSchaSchaLeChat
    Montag, 06.08.2012, 09:39 Uhr
    Alles vermutlich richtig. Hinzukommt, dass das System diese Menschen nicht fair und angemessen bezahlt. Aber so ist das halt, gerade im sozialen Bereich klappt es gar nicht mit dem Kapitalismus. Den Menschen dort geht es eben nicht am besten, wenn alle Profitmaximierung betreiben. Die Menschen, die im sozialen Bereich tätig sind schauen sogar meistens in die Röhre, da dieser Bereich ehrenamtlich, also ohne Bezahlung, gestemmt werden soll. Der Kapitalismus ist hier nicht fähig, besser gesagt willens, fair zu entlohnen/überhaupt zu entlohnen. In meinen Augen liegt eine klare Lüge vor, wenn behauptet wird, es wäre für alle am besten wenn alle Profitmaximierung betreiben. Diese Löhne im sozialen Bereich haben mit Profit nichts zu tun, mit maximal gleich gar nicht. Jedenfalls für die Arbeitnehmer, bei den Arbeitgebern klingelt die Kasse schon eher. Das ist das Armutszeugnis dieses Systems und seine Bankrotterklärung.
  • JackFun
    Mittwoch, 25.07.2012, 08:46 Uhr
    Der Hauptgrund liegt m.E. im katastrophalen Zeitdruck durch akuten Personalmangel. Die Pfleger/innen müssen in kürzester Zeit die Kranken und Senioren abfertigen und können/dürfen sich nicht auf längere Gespräche einlassen. Mich würde das tierisch belasten, wenn ich den Menschen links liegen lassen müsste, der mir gerade seine Sorgen schildern möchte oder sogar gerade weint oder einfach nur mal eine Unterhaltung wünscht. Ein Freund von mir hat aus diesem Grund gekündigt, weil ihn das seelisch sehr belastet hat. Kann ich absolut nachvollziehen.
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