Von Spitzensportlern lernen
Um wirklich erfolgreich zu sein, muss bei Spitzensportlern die Motivation stimmen. "Es reicht nicht aus, wenn Sportler nur ein grobes Ziel haben wie etwa einen Olympiasieg. Sie brauchen auch kurzfristige und mittelfristige Leistungsziele", berichtet Liesenfeld. Denn ein Ziel, das sich erst in vier Jahren verwirklichen lässt, ist nicht konkret genug und hilft über Motivationsschwächen nicht hinweg. Deshalb arbeiten Spitzensportler mit Trainingsplänen und konkreten Zielen.
Und hier können Berufstätige von ihren Sportidolen lernen: Es reicht nicht, sich vorzunehmen, Abteilungsleiter zu werden, wenn man gerade die Position eines Sachbearbeiters bekleidet. Wer wirklich seinen Karrieretraum umsetzen will, der muss die einzelnen Schritte zum großen Ziel definieren und sie dann auch umsetzen. Konkret: Ein Sacharbeiter könnte sich zum Beispiel überlegen, welche Fortbildung seinem Karriereziel förderlich ist. Dann kann er diesen Fortbildungswunsch seinem Vorgesetzten unterbreiten. Genehmigt dieser die Fortbildung, ist der nächste Schritt klar: Ein erfolgreicher Abschluss.
Besonders wichtig ist also für Sportler die Formulierung ihrer Leistungs- und Prozessziele. Liesenfeld: "Diese Ziele sind nicht von Anderen abhängig." Es ist zum Beispiel kein Leistungsziel, eine bestimmte Platzierung in einem Wettbewerb zu erreichen. Denn dann macht sich der Sportler von seinen Konkurrenten abhängig. Aber die kann er nicht beeinflussen! Besser ist es also für Sport-Asse, sich Ziele zu setzen, die sie selbst zu hundert Prozent in der Hand haben, etwa die eigene Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.
Es macht auch für Arbeitnehmer Sinn, sich an Zielen zu orientieren, deren Verwirklichung in ihrer eigenen Macht steht: Wie erfolgreich ein Mitarbeiter etwa seine Fortbildung absolviert, kann er selbst beeinflussen ... aber nicht, ob er tatsächlich befördert wird.
So wichtig klare Ziele sind, Flexibilität ist ebenfalls gefragt. "Wenn Sportler verletzt sind oder im privaten Umfeld Probleme haben, können sie meist ihre gesetzten Ziele nicht erreichen. Dann müssen diese an die Umstände angepasst werden." Und auch diesen Rat sollten Arbeitnehmer beherzigen.
Vielen begeisterten Olympia-Zuschauern ist es sicher schon aufgefallen, dass sich Sportstars nach Niederlagen oft schnell wieder auf den nächsten Wettkampf konzentrieren können. Liesenfeld: "Wichtig ist, dass Sportler handlungsorientiert an ihre Misserfolge herangehen." Sie sollten die Situation analysieren und daraus Konsequenzen ziehen. "Schließlich ist ein Rückfall eine Ehrenrunde mit zusätzlicher Informationsgewinnung", zitiert Liesenfeld den bekannten Arzt und Psychotherapeuten Gunther Schmidt.
Diese Erkenntnis hilft auch, mit Fehlern im Berufsalltag angemessen umzugehen. Denn auch hier gilt es, aus Fehlern zu lernen. Trotzdem verharren viele in Wut, Trotz oder Selbstmitleid. Wer aber handlungsorientiert ist, wird seine Fehler nüchtern analysieren und sie in Zukunft vermeiden.
Einen Tipp gibt die Psychologin immer wieder Spitzensportlern mit auf den Weg: "Bei aller Fehleranalyse nach einer Niederlage sollten sich Sportler immer auch fragen, was gut war."
Das ist auch wichtig für das Berufsleben: Nach beruflichen Enttäuschungen bejammern viele ihre Schwächen ... ohne sich im Klaren zu sein, dass sie auch Stärken haben. Doch dieses Bewusstsein über die eigenen Stärken ist Grundlage für den beruflichen Erfolg.
2 Meinungen zu "Mach's doch einfach wie Bolt!"
-
Nami7
Freitag, 10.08.2012, 12:34 Uhr Blick fürs Wesentliche und ein Ziel - das sind finde ich die simplen Erfolgsfaktoren. :) -
eigensinn
Donnerstag, 09.08.2012, 17:56 Uhr Soll uns wirklich die schnellste Apotheke der Welt als Vorbild dienen? Nein, danke!
- Weiterbildung
- Rentenversicherung
- Jobbörse
- Studienkredit
- Burnout
- Business Knigge
zu Beruf











































