Der Ausgang der Bundestagswahl 2013 hängt zu einem großen Teil vom Internet ab. Dieser Meinung sind 37 Prozent aller Wahlberechtigten in Deutschland. Das hat eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom herausgefunden.

Ohne Internet geht bei der Wahl gar nichts. Diese Meinung vertreten rund 37 Prozent aller Bundesbürger. Betrachtet man die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist sogar fast die Hälfte (48 Prozent) dieser Ansicht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Bitkom. Die Befragung ist Grundlage der Studie "Demokratie 3.0 – Bedeutung des Internets für den Bundestagswahlkampf", die der Verband in Berlin vorgestellt hat.

Twitter & Co. könnten die Wahl entscheiden

Vor allem soziale Medien wie Twitter, Facebook und Co. werden eine zentrale Rolle im Wahlkampf spielen. "Das Internet wird den Wahlkampf bestimmen wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik", sagte Bitkom-Präsident Professor Dieter Kempf bei der Vorstellung der Studie in Berlin. "Die Online-Kampagnen könnten für die Parteien zum Zünglein an der Waage werden, um die entscheidenden Stimmen zu erringen."

Immerhin 60 Prozent der Bundesbürger informieren sich über politische Themen inzwischen im Web. Bei der jüngsten Bundestagswahl 2009 waren es erst 45 Prozent.

Politiker in Sozialen Netzwerken

Auch die Politiker nutzen inzwischen zu einem großen Teil soziale Netzwerke, um ihre Ansichten unters Volk zu bringen. 86 Prozent der Bundestagsabgeordneten haben inzwischen mindestens ein Social-Media-Profil. 76 Prozent sind bei Facebook vertreten, 50 Prozent bei Twitter, 41 Prozent bei Youtube und 25 Prozent bei Xing.

Kanzlerin Angela Merkel liegt dabei fast unerreichbar weit vorne. Sie kann auf rund 246.000 Follower und Fans in den verschiedenen Netzwerken zählen. Peer Steinbrück schafft 43.000, FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle erreicht in sozialen Netzwerken nur rund 3.200 Personen.

"Die Unterstützerzahlen sind eine Momentaufnahme", sagte Kempf. "Eine zentrale Rolle werden die Online-Kampagnen der Parteien spielen, um Wähler zu mobilisieren."

Politisch aktiv werden

Sich zu informieren reicht einem Drittel (32 Prozent) der Bundesbürger nicht aus, sie wollen auch ihre Meinung äußern. So "liken" oder teilen 42 Prozent der Jüngeren politische Inhalte in sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ oder Xing.

Aber nur mit liken zeigt man noch nicht wirklich politischen Einsatz. Eine Möglichkeit der direkten Beteiligung am politischen Geschehen wäre die Beteiligung an einer Internet-Petition, die sich durch das Internet sehr vereinfacht hat. Fast ein Viertel aller Bundesbürger machten davon bereits schon einmal Gebrauch.

Wahlen im Internet?

55 Prozent aller Befragten könnten sich auch vorstellen, per Internet zu wählen. Das sind acht Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren. Vielleicht würde dann die Wahlbeteiligung wieder steigen, wenn man nicht extra zum Wahllokal laufen müsste, sondern bequem per Mausklick entscheiden könnte.

Für die repräsentative Umfrage befragte das Marktforschungsinstitut Forsa 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren. Die Daten für 2009 stammen ebenfalls aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Bitkom.

Wenn Sie testen wollen, welche der Parteien Ihren Positionen am nächsten steht, können Sie das mit dem Wahl-O-Mat machen. Dieser soll zwar keine Wahlempfehlung darstellen, er stellt aber die Positionen der einzelnen Parteien klarer dar.

(mf)