2015 wollen die Virtual-Reality-Brillen durchstarten.

Neu ist das Konzept zwar nicht, doch jetzt spielt endlich auch die Technik mit: Virtual Reality wird dank Oculus Rift, Gear VR & Co. im nächsten Jahr ein großes Thema werden.

Das hat es doch alles schon gegeben…

Ja, das stimmt. VR-Brillen gibt es bereits seit den 1990ern, doch viel hatten diese Geräte mit dem jetzigen Stand der Technik nicht zu tun: Sie waren teuer, groß, unhandlich, schwer und die Darstellung der Inhalte war aus heutiger Sicht bestenfalls mit Tetris vergleichbar. 2015 jedoch könnte sich dies ändern: Virtual-Reality-Brillen sind wesentlich günstiger in der Herstellung und die Miniaturisierung schneller Hardware hat dafür gesorgt, dass nun auch sehr ansehnliche Spiele oder Filme auf kleinstem Raum realisiert werden können.

Kompliziert ist das Funktionsprinzip dabei nicht: Der Anwender setzt sich praktisch einen Bildschirm auf den Kopf, der direkt vor den Augen getragen wird. Unabhängig von der Kopfbewegung befindet sich das Display also immer direkt im Blickfeld. Durch die Verwendung gekrümmter Linsen und einem leicht veränderten Bild für jedes Auge wird ein 3D-Effekt erzielt, so dass in Spielen und anderen virtuellen Realitäten ein starker räumlicher Eindruck entsteht - im Fachjargon wird dies auch Immersion genannt.

Neu ist das Prinzip nicht, denn im professionellen Bereich (wie etwa bei der Ausbildung von Piloten oder auch in Bereichen wie Architektur oder Medizin) spielt Virtual Reality schon seit längerer Zeit eine Rolle. Viele Entwickler sind davon überzeugt, dass der Schritt zum Gaming dabei das nächste große Ding wird: 3D-Monitore konnten nämlich nicht überzeugen und versacken bis heute in ihrer Nische.

Aber welche Geräte kommen 2015 überhaupt?

Derzeit sind es im Wesentlichen drei Modelle, welche als vielversprechend gehandelt werden:

• Oculus Rift

Was als Garagenprojekt eines Reddit-Lesers begann, wurde einige Jahre später von Facebook für etwa zwei Milliarden US-Dollar gekauft. Ursprünglich verbarg sich hinter der Brille ein Projekt, das per Crowd-Funding finanziert wurde, was interessante Einblicke in die Entwicklung zuließ. Das erste lauffähige Modell beispielsweise bot eine viel zu kleine Auflösung. Beim zweiten Anlauf hingegen überzeugte zwar die Auflösung, aber die Bildwiederholfrequenz war noch nicht am Optimum angelangt. Inzwischen registriert die Brille selbst Kopfbewegungen, so dass sich Spieler in (dafür angepassten) Games auch einfach um die Ecke lehnen können, anstatt eine Taste zu drücken.

• Samsung Gear VR

Ein anderes Konzept verfolgt Samsung: Hier wird praktisch nur die Hülle als Gear VR für einen angepeilten Preis von 199 US-Dollar verkauft. Für die notwendige Hardware sorgt ein Galaxy Note 4, welches seitlich in die Brille geschoben wird und auch als Display dient. Wer die Mischung aus Tablet und Smartphone bereits besitzt, kann Virtual Reality für wenig Geld realisieren. Auch technisch ist Samsungs Lösung dem Konkurrenten von Facebook dicht auf den Fersen, wenngleich sich dies bis zum Release natürlich noch ändern könnte. Wann die Veröffentlichung stattfinden soll, ist übrigens noch nicht bekannt.

• Sony Project Morpheus

Als letzter Mitstreiter gesellt sich Sony in die Runde. Es überrascht dabei nicht, dass Sony seine Brille in Verbindung mit der PS4 einsetzen möchte: Zusammen mit der für die Konsole verfügbaren Kamera soll ein sehr präzises Head-Tracking ermöglicht werden, außerdem soll die Bewegungssteuerung PlayStation Move eine große Rolle spielen. In der Brille eingebaute Kopfhörer hingegen sollen das Raumgefühl beflügeln und die Immersion stärken. Da es sich um ein Gerät für Konsumenten handelt, dürfte der Preis einen Rahmen von 300 US-Dollar nicht sprengen. Name und Veröffentlichungsdatum sind noch nicht bekannt.

Warum klappt es diesmal?

Der Durchbruch der Virtual-Reality-Brillen dürfte nicht zuletzt an den angesprochenen niedrigen Kosten liegen, welche mit den Mondpreisen aus den 1990ern nichts mehr gemeinsam haben. Zahlreiche bekannte Namen aus der Spielergemeinschaft bevölkern das Entwicklerland, viele Spiele unterstützen bereits mindestens eine der genannten 3D-Brillen. Auch fällt die Nutzung der Geräte sehr simpel aus: Der Anwender setzt sie sich auf den Kopf und kann praktisch sofort mit dem Spielen beginnen. "Bastellösungen" werden nicht mehr notwendig sein, sobald die finalen Versionen der Brillen auf dem Markt sind. Wer keine Lust hat, bis dahin zu warten, darf sich unter übrigens eine eigene Lösung aus Pappe, einem Handy und zwei Linsen basteln - und das funktioniert in der Praxis sogar!© IDG