Berlin (dpa/tmn) - Immer mehr Telekommunikationsanbieter realisieren die Telefonleitung für ihre Kunden über die Internetverbindung. Separate analoge oder ISDN-Telefonanschlüsse werden immer seltener. Welche Vor- und Nachteile hat das?

Analoge Telefonanschlüsse und ISDN-Verbindungen sind bei immer mehr Anbietern ein Auslaufmodell. Die Telekom etwa will sie etwa bis 2018 komplett abschalten. Darauf weist die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hin. Werden Kunden von ihrem Anbieter vor die Wahl gestellt, ihren klassischen Anschluss gekündigt zu bekommen oder auf Internet-Telefonie (VoIP) umzusteigen, bleibe ihnen nur, sich für einen neuen Tarif zu entscheiden oder den Anbieter zu wechseln.

Besonders Verbraucher, die ein Hausnotrufsystem besitzen oder aus anderen Gründen auf Ausfallsicherheit angewiesen sind, sollten dabei bedenken, dass sowohl bei einem Internet- als auch bei einem Stromausfall nicht mehr telefoniert werden kann. Klassische analoge oder ISDN-Leitungen funktionieren dagegen unabhängig von Internet und Stromnetz, erklären die Experten.

Wird der Anschluss umgestellt, ist meist auch ein neuer, VoIP-fähiger Internetrouter notwendig, an den das Telefon angeschlossen werden kann. Bei den Anbietern kann man solche Router mieten. Den Verbraucherschützern zufolge lohne sich ein Kauf auf dem freien Markt aber meist mehr als das Mieten. Günstige Router mit VoIP seien bereits ab 60 Euro zu haben. Zukunftssicher kaufe, wer beim Router einen Blick auf die technischen Details wirft und darauf achtet, dass das Gerät den DSL-Standard Annex J unterstützt.

Das alte Telefon kann bei VoIP in jedem Fall weiter genutzt werden. Es kann je nach Anbieter aber sein, dass etwa von ISDN gewohnte Telefonfunktionen wie der automatische Rückruf bei besetztem Anschluss vorerst nicht oder gar nicht mehr funktionieren. Ansonsten merkt man beim Telefonieren keinen Unterschied.© dpa