Wer sich heute bei Facebook anmeldet, stimmt automatisch den neuen AGB-Änderungen zu. Die neuen Regelungen beschneiden die Privatsphäre der Nutzer enorm und sind deswegen rechtlich umstritten. Wer gegen die Änderungen ist, hat nur eine echte Option: austreten.

Durch den kurzzeitigen Ausfall des sozialen Netzwerks am Dienstagmorgen konnten die Nutzer bereits testen, wie sich das Internet ohne die FB-Pinnwand anfühlt. Die neuen AGB, die es dem Netzwerk erlaubt Informationen über besuchte Seiten und genutzte Apps außerhalb von Facebook zu sammeln, ist weitaus umfassender, als jede Änderung zuvor. Sie wollen da nicht mitmachen? So funktioniert der Ausstieg.

Wie lösche ich mein Konto dauerhaft?

Trotz anonymisierter Daten lassen sich Personen leicht identifizieren.

Die Vorbereitung: Backup ist sinnvoll

Um keinen Schnellschuss zu landen, sollten Sie Kontakte, die Sie nur auf Facebook haben, über die Konto-Löschung informieren und ihnen alternative Kontaktmöglichkeiten mitteilen. Nur so verlieren Sie keine wichtigen Bekanntschaften, die Sie über Jahre in dem sozialen Netzwerk aufgebaut haben.

Facebook rät, eine Kopie seiner Daten vom Server herunterzuladen. Falls Sie sich später entschließen, erneut ein Konto aufzumachen, können Sie auf diese Daten zurückgreifen.

Das Konto komplett löschen: 90 Tage Frist

Um das Konto dauerhaft zu löschen hat Facebook ein Formular eingerichtet. Die Daten bleiben allerdings noch für bis zu 90 Tage erhalten. Loggen Sie sich in diesem Zeitraum erneut in Ihr Konto ein, wird dieses automatisch reaktiviert.

Facebook schickt zusätzlich Erinnerungsmails, die über entgangene Aktivitäten der Freunden berichten, um den User zur Rückkehr zu bewegen. In den Datenschutz-Regelungen behält sich der Social-Media-Riese zudem vor, einige Restdaten auch nach der Löschung zu behalten. Dazu zählen etwa Nachrichten, die man an seine Freunde geschrieben hat.

Das Konto deaktivieren: Keine Dauerlösung

Neben der kompletten Löschung des Kontos können Sie dieses auch nur vorübergehend deaktivieren. Dazu reichen wenige Klicks, die auf der offiziellen Facebook-Hilfeseite beschrieben werden.

Allerdings ist dies höchstens bei längerer Netz-Abwesenheit, etwa im Auslandsjahr, eine Option.

Alternativen zu Facebook

Matt Held hält 200 Facebook-Profile auf Leinwand fest.

Ello: Werbefreiheit auf Lebenszeit

Der jüngste Social-Media-Sprössling ist der amerikanische Dienst Ello, der sich dauerhafte Werbe-Freiheit und einen fairen Datenschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Die Finanzierung steht allerdings auf wackeligen Beinen. Zudem befindet sich das soziale Netzwerk aktuell noch in der Beta-Test-Phase und eine Anmeldung ist nur mit einer Einladung möglich: ello.co

Diaspora: Dezentral und Abhörsicher

Alle Daten zentral auf einem Server abgespeichert? Das muss nicht sein, sagen die Initiatoren von Diaspora. Durch die dezentrale Architektur ist ein Ausspähen der Nutzerdaten durch NSA und Co. nicht so einfach möglich. Allerdings richtet sich das Netzwerk aufgrund seiner Struktur eher an Technik-Experten: joindiaspora.com

Xing und LinkedIn: Die Karriere-Plattformen

Wer abgedrehte Katzenvideos und skurrile Pinnwand-Postings hinter sich lassen möchte, kann sich auch bei einem der Business-Netzwerke Xing oder LinkedIn anmelden. Neue Job-Chancen inklusive.

Weiterführende Informationen zu den umstrittenen Facebook-AGB finden Sie auf der Seite europe-v-facebook.org.