Ubisoft schickt seinen Ego-Shooter Far Cry in Kürze in die vierte Runde.

Die Fußstapfen sind groß für Far Cry 4, mit dem Ubisoft den ausgezeichneten Vorgänger noch toppen möchte. Es zeigt sich, dass der sichere Weg und Spielspaß wunderbar harmonieren können.

Berge, Täler und Wiesen: In Far Cry 4 begeben wir uns in eine ganz neue Welt, die lebendiger ist als in jedem Teil der Serie zuvor. Echte Innovationen suchen wir jedoch vergebens, was den Spielspaß aber keineswegs trübt.

Verrückte Bösewichte sind bei Far Cry keine Neuheit. In Far Cry 4 heißt der exzentrische Antagonist Pagan Min. Der Herrscher des fiktiven Reiches Kyrat tief im Himalaya benimmt sich nicht nur verrückt, sondern sieht auch so aus. Beim Charakterdesign haben sich die Macher von Far Cry 4 wieder viel Mühe gegeben und einen Gegenspieler entworfen, der ausgezeichnet synchronisiert ist.

Ubisoft schickt seinen Ego-Shooter Far Cry in Kürze in die vierte Runde.

Wir spielen Ajay Ghale, einen jungen Mann, dessen Mutter aus Kyrat stammt. Nach ihrem Tod macht er sich auf, um ihre Asche in ihrem Heimatland zu verstreuen. Wie in den anderen Far Cry Teilen ist der Reisezeitpunkt denkbar schlecht gewählt: Es läuft gerade eine Rebellion gegen den exzentrischen Herrscher Pagan Min und wir werden direkt in das Geschehen hineingezogen. Wie, das gibt die Story von Far Cry 4 erst im Laufe des Spiels preis.

Altbewährtes Spielprinzip vor einer neuen atemberaubenden Kulisse

Nicht nur das Szenario von Far Cry 4 kommt uns bekannt vor. Auch beim Gameplay macht Ubisoft keine Experimente und setzt auf Altbewährtes: Wir bewegen uns in einer frei bespielbaren Welt, deren einzelne Abschnitte wir über die Einnahme von Stützpunkten und Außenposten freispielen. Dabei bleibt uns die Vorgehensweise selbst überlassen. So haben wir die Wahl zwischen einer leisen Infiltration mit dem Wurfmesser oder der Doppelarmbrust oder dem Sturm der Festung mit schweren Geschützen wie Granatwerfern und Maschinengewehren. Auch die aus den früheren Teilen bekannten Treibstofftonnen gibt es wieder, die wir mit einem gezielten Schuss in die Luft jagen und damit gleich mehrere Gegner in die ewigen Jagdgründe schicken.

Das altbekannte Spielprinzip ist wunderbar in die neue Spielwelt eingebettet. Ein Highlight ist der Ritt auf dem Elefanten, von dessen Rücken aus wir Gegner mit MG-Salven bearbeiten. Die Dickhäuter finden wir, wie viele andere Tiere, überall in der riesigen Welt verteilt. Neu ist die klasse Interaktion der Tiere untereinander: Trifft zum Beispiel ein Adler auf eine Ziege, dann sieht die KI eine leichte Beute: Der Adler schwingt sich die Steilwand hinunter und trägt seine Beute hinfort. Das alles soll nicht gescriptet sein, sondern sich spontan in der sehr lebendigen Spielwelt ergeben. Ob dies auch bei den Versionen für die Xbox 360 und die Playstation 3 so ist, bleibt allerdings fraglich.

Far Cry 4 meets Tomb Raider

Was ist also neu an Far Cry 4? Neben der Story und dem Szenario, das sich dank der bergigen Spielwelt deutlich von den Vorgängern unterscheidet, beherrscht unser Charakter einige neue Moves. So überwindet er die großen Höhenunterschiede teils mit waghalsigen Klettereinlagen à la Tomb Raider. Dabei kommen auch altbekannte Hilfsmittel wie Fanghaken zum Einsatz, mit denen wir steile Bergwände emporklettern oder Abgründe überwinden. Sind wir oben angekommen, gleiten wir mit dem Flügelanzug hinab in die Ebene und bestaunen die riesige Spielwelt von oben. Neu sind auch die Tritte, mit denen wir Gegner nicht nur im Nahkampf traktieren, sondern auch Gegenstände umtreten können. So stoßen wir die Benzinfässer den Gegnern zum Beispiel von oben auf den Kopf.

Wenn man einmal Hilfe braucht, springt ein Kumpel mit ein

Beim Multiplayer-Modus erlaubt sich Ubisoft mit Far Cry 4 die wohl größte Neuerung: Es ist nun möglich, im Koop-Modus Open-World-Missionen zu bestreiten und zum Beispiel Außenposten gemeinsam einzunehmen. Bei der Playstation 3 und 4 funktioniert dies sogar, ohne dass unser Mitspieler selbst eine Kopie des Spiels hat: Er wird mit "Keys to Kyrat" einfach online eingeladen und ballert kräftig mit.© IDG