Apples neue Smartwatch ist interessant, hat aber Schwächen.

Die Apple Watch überzeugt durch Design, Bedienung, drahtloses Laden und Bezahlen, ist aber teuer, benötigt mindestens ein iPhone 5 und ist insgesamt nicht besonders innovativ.

Endlich hat Apple mit der Apple Watch die von Fans lange erwartete erste Smartwatch des Apfelkonzerns auf den Markt gebracht. Die smarte Uhr macht zwar vieles richtig, hat aber auch Schwächen und ist insgesamt nicht die erhoffte Revolution.

Die Stärken - tolles Design, einfache Bedienung, komfortables Aufladen und drahtloses Bezahlen

Typisch Apple: Die neue Apple Watch überzeugt durch ein ansprechendes Design. Anders als viele Konkurrenten sieht sie nicht wie ein Mini-Smartphone, sondern wie eine schicke Uhr aus und wirkt am Handgelenk auch nicht zu klobig. Zudem haben Interessenten die Wahl zwischen zwei Größen, drei verschiedenen Modellen sowie einer Vielzahl an Armbändern. Absolut gelungen ist das Bedienungskonzept. Mit einem - an klassische Uhren erinnernden - Drehknopf an der rechten Gehäuseseite können Nutzer zoomen und der druckempfindliche Bildschirm führt je nach Stärke des ausgeübten Drucks unterschiedliche Aktionen aus. Die Nutzeroberfläche ist bewusst so angelegt, dass Besitzer einer Apple Watch nicht umständlich durch ellenlange Menüs navigieren müssen. Ist der Akku leer, lässt sich die Smartwatch bequem kabellos aufladen, wobei sich der sogenannte Wireless Charger per Magnet an der Rückseite andockt. Dank Apple Pay lässt sich die Apple Watch als virtuelles Portemonnaie einsetzen, wobei der Bezahlvorgang drahtlos über NFC-Terminals funktioniert.

Apples neue Smartwatch ist interessant, hat aber Schwächen.

Die Schwächen - teuer, mindestens iPhone 5 erforderlich, keine Innovationen, Nonsens-Funktionen und schwache Akku-Laufzeit

Bereits die günstigste Version der Apple Watch kostet 350 US-Dollar. Wer eine elegantere oder sportlichere Variante bevorzugt, muss wahrscheinlich noch einmal deutlich tiefer in die Tasche greifen. Zudem ist ein iPhone - mindestens in der Version 5 - erforderlich. Ohne dieses bietet Apples Uhr recht wenig, da in das schlanke Gehäuse praktisch nur Bluetooth und WLAN sowie Sensoren für die Bewegungs- und Pulsmessung integriert sind. Deswegen kann die Apple Watch das iPhone nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Apples Anspruch als Innovator wird die Uhr nur bedingt gerechnet, da ihr wirklich innovative Features fehlen. Bis auf die Bezahlfunktion bieten andere Smartwatches praktisch den gleichen Funktionsumfang und teilweise sogar noch mehr. Stattdessen finden sich Funktionen, die für die meisten Nutzer wohl nur wenig Nutzen bieten werden. So lassen sich etwa mit der App Digital Touch Fingermalereien auf dem Display hinterlassen und - wie auch der persönliche Herzschlag - an andere Nutzer versenden. Auch bei der Akkulaufzeit kann Apple die Konkurrenz nicht überflügeln. Die Mehrheit aller Smartwatches hält - es sei denn, sie verfügen nur über ein monochromes Display mit E-Ink-Technologie - nur rund einen Tag durch. Da stellt die Uhr von Apple scheinbar keine Ausnahme dar.© IDG