Android, Windows Phone und iOS steigen in den Ring.

Welches mobile Betriebssystem ist für mich am besten geeignet? Oder gibt es vielleicht gar kein "bestes Betriebssystem"? Und wenn nicht - wie soll ich dann eine Entscheidung treffen? Um diese Fragen zu beantworten, nehmen wir die drei derzeit wichtigsten Betriebssysteme unter die Lupe.

Es war einmal…

Vor einigen Jahren war alles noch so schön transparent: Android war dem damaligen Windows Phone 7 klar überlegen, iOS spielte nur für Apple-Käufer eine Rolle und BlackBerry & Co. befanden sich auf dem absteigenden Ast. Inzwischen sind die Betriebssysteme jedoch zusammengerückt: Windows Phone 8.1 kann qualitativ mit Android mithalten und teure Smartphones kommen inzwischen nicht mehr nur aus dem Apple-Lager. Die Zeit der großen Unterschiede ist vorbei, was einerseits zwar erfreulich ist; andererseits wird jedoch die Kaufentscheidung erschwert - aber vielleicht kann ein Vergleich der drei Platzhirsche helfen:

• Die Situation 2015

Android hat sich weltweit 85 Prozent der Marktanteile unter den mobilen Betriebssystemen gesichert, iOS bringt es hingegen nur auf 12 Prozent, während sich Windows Phone 8.1 mit dem Rest (in Höhe von 3 Prozent) zufriedengeben muss. Der verhältnismäßig niedrige Marktanteil von iOS ist vor allem auf die hohen Preise zurückzuführen: Das iPhone kostet 699 Euro, was ein stolzer Preis für ein Mobiltelefon ist. Für etwa 100 Euro beispielsweise gibt es bereits ein aktuelles Lumia 630 zu kaufen, welches ebenfalls alle Aufgaben, die unter Windows Phone 8.1 anfallen, erledigt.

Eine kleine Sonderstellung nehmen Tablets ein, deren Marktanteile natürlich ebenfalls in die obige Betrachtung einfließen: Für die produktive Arbeit steht Windows 8.1 hier praktisch alleine in den Regalen, denn die wenigen Android-Convertibles und auch das iPad können mit der Leistung und den Funktionen eines Surface Pro 3 nicht mithalten.

Was ist neu?

Das Jahr 2014 haben alle Hersteller für große Updates ihrer Betriebssysteme genutzt.

• iOS 8

Hier fanden die Verbesserungen vor allem unter der Haube statt. Während sich optische Änderungen in Grenzen hielten, wurden Detailfunktionen wie eine verbesserte Wortvorhersage oder auch die Features von iCloud Drive überarbeitet. Komplett in den Genuss aller Updates kommt der Käufer aber nur dann, wenn auch andere Apple-Hardware im Haus vorhanden ist - was, rein wirtschaftlich gesehen, sicherlich kein schlechter Schachzug von Apple ist.

• Android 5.0

Das frische Material-Design fällt beim ersten Start von Android 5.0 sofort auf. Es passt sich dynamisch an das verwendete Gerät an, so dass Android auf Tablets, Smartphones oder auch TV-Geräten ein homogenes Erscheinungsbild bekommt. Andere Verbesserungen beinhalten unter anderem die Darstellung eingehender Nachrichten auf dem Sperrbildschirm oder auch das Einrichten mehrerer Benutzerkonten (was gerade auf Tablets in Familien nützlich sein kann).

• Windows Phone 8.1

Unter Windows Phone fällt vor allem die deutlich verbesserte Unterstützung von SD-Karten auf, denn nun dürfen auf den kleinen Speichermedien auch Apps abgelegt werden. Cortana hingegen entspricht Siri oder Google Now und lässt den Anwender das Gerät nun auch sehr umfangreich per Spracheingabe steuern. Schön: Fernseher, die Miracast unterstützen, können das Display des Handys ab jetzt drahtlos darstellen, was sich beispielsweise für Film- und Serienstreaming eignet.

Die Welt braucht Apps

Nach wie vor hinkt Windows Phone hinsichtlich der Auswahl an Apps den beiden anderen Betriebssystemen hinterher. Qualitativ hingegen bietet auch Microsofts Beitrag einige exklusive, sehr nützliche Apps, wie etwa die zahlreichen Lumia-Anwendungen (Here Maps oder Play). Trotzdem: Unter Windows Phone kann es vorkommen, dass auch beliebte Apps entweder nicht verfügbar sind oder erst in naher Zukunft veröffentlicht werden. Wer umsteigt, sollte sich vorher am besten genau über die zur Verfügung stehenden Apps informieren.

Interessant ist weiterhin die Auswahl an wirklich nützlichen, produktiv einsetzbaren Apps: Microsoft bietet mit Office 365 praktisch eine vollständige Office-Suite für Smartphones an. Android und iOS können hingegen eine kostenlose Office-Variante installieren. Für wirklich schwierige Aufgaben muss jedoch ein Convertible oder Tablet mit Funktastatur herhalten - und dann landet der Anwender schnell wieder in der Windows-Welt.

Fazit

Einfach und gut ist iOS, vielseitig ist Android und produktiv ist Windows - so könnte man die derzeitige Marktlage in wenigen Worten zusammenfassen. Immerhin: Ein schlechtes Betriebssystem gibt es derzeit nicht, so dass es auf Seiten der Software nur schwer zu absoluten Fehlkäufen kommen kann.© IDG