Bereits rund acht Monate nach seinem Einstand bringt die Tolino-Allianz eine neue Version ihres Flaggschiffs Tolino Vision heraus. In diesem Kurztest gehe ich auf die Neuerungen des Gerätes ein, zeige die Unterschiede zum Vorgänger auf und schreibe, ob die Anschaffung lohnenswert ist.

Er gibt Tipps und Tricks rund ums digitale Schmökern.

Äußerlichkeiten

Der Vision 2 hat die gleichen Abmessungen wie sein Vorgänger, er ist rund 16 Zentimeter hoch, ca. 11 cm breit und einen knappen Zentimeter dick. Weil der Vision 2 keinen Einschub mehr für eine externe Speicherkarte eingebaut hat, ist er rund 4 g leichter als sein Vorgänger. Die gummierte Rückseite ist nun nicht mehr in Braun, sondern komplett schwarz gehalten.
Das Tolino-Logo auf der Rückseite ist nun eingeprägt und markiert dabei auch gleichzeitig den sogenannten "tap2flip"-Bereich. Das bedeutet, dass der Reader mittels einem leichten Schlag auf diesen Bereich eine Seite weiterblättert. Die Funktion lässt sich in den Einstellungen abschalten, sodass sie keinen Strom verbraucht, wenn sie nicht genutzt wird.
Eine weitere Neuerung ist, dass der Vision 2 nun wasserdicht ist. Zumindest 30 Minuten lange bis zu einer Tiefe von 1 Meter. Damit kann er also auch mal mit in die Badewanne genommen werden. Im Gegensatz zu Geräten anderer Hersteller ist nicht nur das Gehäuse versiegelt, sondern die komplette Elektronik im Inneren.

Verbesserungen am Bildschirm

Der beleuchtete Bildschirm ist jetzt nicht mehr so gelblich, er tendiert ins Grüne. War der Schwarzwert des Vision 1 schon recht gut, ist er beim Vision 2 nun noch etwas besser. Damit lässt sich die Schrift einwandfrei erkennen.
Einer der größeren Makel des Vision 1 waren die starken Geisterbilder (auch Ghosting genannt), die nach der Rückkehr aus dem Ruhemodus oder dem Schließen eines Dialogs auftraten und alte Bildschirmelemente durchschimmern ließen. Beim Vision 2 wurde die Firmware dahin gehend geändert, dass nun jedes Mal nachdem ein Dialog wieder geschlossen wurde, ein komplettes Auffrischen der Seite stattfindet. Dieses löscht störende Bereiche aus, sodass es beim Vision 2 keinerlei Probleme mehr mit Geisterbildern gibt.
Erfahrungsgemäß erhalten auch die älteren Tolino-Geräte die neuere Firmware, sodass ich davon ausgehe, dass das "Ghosting" künftig auch beim Vision 1 keine Rolle mehr spielt.

Software

Der Tolino Vision 2 wird mit Firmwareversion 1.5.0 ausgeliefert, die - wie oben schon geschrieben - das Ghostingproblem behebt. Die Einstellungen der Schriftgröße wurde etwas verfeinert. So lässt sich die Schrift nun etwas kleiner einstellen, dafür aber nicht mehr ganz so groß.
Anfangs unterstützten die Tolinos nur Deutsch als Sprache der Bedienungsoberfläche, später kam noch Englisch hinzu. Der Vision 2 spricht nun auch spanisch, französisch, italienisch, belgisch und niederländisch. Entsprechende Wörterbücher stehen allerdings schon länger zur Verfügung.

Fazit:

Die Möglichkeit über Schläge auf die Rückseite weiterzublättern ist zwar etwas ganz Neues, entspricht gemeinhin aber nicht der Bedienungsweise eines eBook-Readers oder eines normalen Buchs. Diese Funktion wirkt wie der Versuch, irgendeine Neuerung einzubauen, um den nächsten Kaufwunsch zu rechtfertigen. Mehr als eine Spielerei ist das aber in meinen Augen nicht.
Interessanter ist hingegen der Wasserschutz, der es erlaubt, das Gerät bedenkenlos mit in die Wanne zu nehmen. Allein dafür könnte sich die Anschaffung des Tolino Vision 2 lohnen. Etwas schade ist, dass die Möglichkeit, eine zusätzliche Speicherkarte in das Gerät einzulegen, entfernt wurde. Wer seinen gesamten Buchbestand nicht ständig dabei haben will, kommt allerdings auch mit dem internen Speicher über die Runden.

Der Tolino Vision 2 ist ab dem 3. November 2014 erhältlich und kann bereits bei den Tolino-Partnern vorbestellt werden.
Technische Daten
Prozessor:1 GHz
Arbeitsspeicher:512 MB
Bildschirm:beleuchtetes Carta E-Ink-Display (Touchdisplay)
Auflösung:758 x 1024 px (212 ppi)
Nutzbare Größe des internen Speichers:~ 2 GB
Farbe:schwarz
Lieferumfang:eBook-Reader, USB-Kabel, Kurzanleitung
Preis:129 €

Lesevergnügen 2.0: Michael Sonntag testet in seinem Blog "Papierlos lesen" regelmäßig eBook-Reader und deren Zubehör. Außerdem gibt er Tipps und Tricks zu den Geräten und empfiehlt den passenden Lesestoff.