Blicken wir einmal gut 30 Jahre zurück. Ein Außerirdischer namens "E.T." füllt die Kinosäle und im Radio geht der "Kommissar" um. Nicole wünscht sich Frieden, aber ein bisschen nur. Die meisten Jugendlichen wünschen sich 1982 allerdings auch noch etwas ganz anderes: einen C64. Das Zeitalter des Heimcomputers hat begonnen.

Der Commodore 64 (C64) wird bis heute eher bestaunt als belächelt. Millionenfach geht er ab 1982 über die Ladentische und fesselt die Familien vor den Bildschirm. Datasetten und Joysticks werden erworben, in der Schule diskutiert man nicht über den Sturz von Helmut Schmidt, sondern eher über Pac-Man und Donkey Kong.
Dabei ist der "Brotkasten" keineswegs der erste Heimcomputer, der den Markt erreicht. Schon ab 1975 gibt es den "Altair 8800", der als Bausatz für gut tausend Mark zu haben ist. Wenig später folgt auch das Konkurrenzprodukt IMSAI 8080, nun mit zusätzlichem Monitor und Tastatur. Durchsetzen können sich die Geräte aber noch nicht.
Zwei Jahre später, 1977, stehen schon mehrere Komplett-Systeme in den Läden, so zum Beispiel der Commodore PET, der Tandy TRS80 und – allen voran – der Apple II. Das offene Apple-System mit guter Grafik hat das Zeug zum Shooting-Star und definiert zumindest in den USA schnell den Standard, gerade an Schulen. 16 lange Jahre wird die Reihe gebaut.
Ab August 1981 ist auch IBM mit im privaten Geschäft: Der IBM 5150 kommt auf den Markt und soll den Apple II ausstechen. Die Leistungsmerkmale sind ähnlich, der Preis leicht unter dem der Konkurrenz. Der IBM-PC ist ein Erfolg und wird knapp sechs Jahr fast unverändert angeboten. Alle Nachfolgemodelle basieren darauf. Für den Massenmarkt bleibt er zu teuer.
Den Massenmarkt erobert der C64, den Commodore Anfang 1982 in Las Vegas vorstellt. Das Gerät kostet nur ein Sechstel des IBM-PCs und wird in Europa zum unangefochtenen Favoriten. Wenn überhaupt Konkurrenz droht, dann vom britischen Amstrad-CPC (Colour Personal Computer), besser als Schneider-CPC bekannt. Der kann im Preis mithalten.
Um Kundschaft buhlt 1982 auch der ZX-Spektrum von Sinclair, der ebenfalls von den britischen Inseln stammt. Bis zur Markteinführung des Amstrad-CPCs gelingt es Sinclair, im deutschsprachigen Raum die Position Nr.2 hinter dem C64 zu besetzen. Dann schlägt Amstrad zu und übernimmt die Markenrechte.
Über den Erfolg des "Mac" muss gut 30 Jahre nach seiner Einführung nicht gestritten werden, doch der Anfang ist schwer. Als Steve Jobs den Apple Macintosh 1984 präsentiert, kann er mit einem mausgesteuerten Betriebssystem und einem schnellen Prozessor punkten. Der Preis ist jedoch exorbitant und auch der Schwarz-Weiß-Bildschirm nicht eben werbewirksam.
Eine Wende am Markt kommt 1985, als die Serie des Atari ST ihren Siegeszug antritt – in den Büros, Tonstudios und auch bei Privatanwendern. Noch ist das Betriebssystem auf Diskette, wandert aber bei den Folgemodellen in den Festwertspeicher. Überzeugen kann der Atari unter anderem mit seinen Schnittstellen. Sogar an Kameras wurde schon gedacht.
Es ist die CeBit, auf der 1987 das neue Zeitalter beginnt. Commodore präsentiert den Amiga 500 und damit den größten Erfolg der Firmengeschichte. Für Spielefans ist das Gerät ein Muss und läuft dem Atari ST schnell den Rang ab. Geladen werden die Spiele per Diskette, denn eine interne Festplatte gibt es nicht. Die externe Version kommt erst später heraus.
Eher eine Anekdote bleibt der "Cambridge Z88", der zu Sir Clive Sinclair auf die britischen Inseln zurückführt. Seit dem Verkauf an Amstrad, der ein Jahr zuvor vollzogen wird, darf der geadelte Tüftler nicht mehr unter eigenem Namen verkaufen. Mit dem Laptop "Z88" gewinnt er jedoch erneut eine Fangemeinde, die bis heute aktiv ist.