Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Wenn es schnell gehen soll im Rechner, hat die klassische Festplatte mit ihren rotierenden Magnetscheiben keine Chance gegen einen SSD-Chipspeicher. Für große Datenmengen ist sie aber nach wie vor unverzichtbar.

Früher war alles einfacher - zumindest mit den Festplatten. Eine steckte im Rechner, auf ihr war alles drauf: Betriebssystem und Daten. Diese Zeiten sind vorbei. Heute muss man sich fragen, wozu das Speichermedium denn dienen soll. Je nach Gebrauch nimmt man eine der verschiedenen Arten von magnetischen Festplatten oder einen SSD-Chipspeicher.

"Bei den heutigen Preisen gibt es eigentlich keine Alternative mehr", sagt Michael Schmelzle von der Computerzeitschrift "PC-Welt". "Das Betriebssystem und die am häufigsten genutzten Programme gehören auf eine SSD. Und ins Notebook baue ich auch eine SSD ein, gerade da lohnt es sich."

SSD (Solid State Drive) sind Speichergeräte, die ähnlich wie ein USB-Stick arbeiten. Es gibt keine beweglichen Teile wie bei der klassischen Festplatte, der HDD (Hard Disk Drive). HDD speichern Daten mit Schreib- und Leseköpfen auf rotierende Magnetscheiben - Stöße und Stürze mögen sie nicht. SSD sind unempfindlicher und schneller. Sie sind ideal für Mobilgeräte wie Laptops, sagt Schmelzle. Auch der nachträgliche Einbau lohnt sich - gerade bei billigeren Notebooks und PCs, die nur eine HDD haben.

SSD-Chipspeicher sind im Betrieb schneller und unempfindlicher gegen Erschütterungen. Sie kosten aber pro Gigabyte deutlich mehr als mechanische Festplatten.

Die momentan optimale Größe einer SSD liegt bei 256 Gigabyte (GB), erklärt Achim Roos vom Online-Portal "Tom's Hardware". Damit komme man später auch nicht so leicht in Engpässe. Letztlich sei es eine Preisfrage. SSD sind im Vergleich nämlich teurer: Bei einer HDD kostet das Gigabyte nur rund 4 Cent, bei der SSD etwa 40 Cent.

"Kauft man eine herkömmliche Festplatte, muss man sich zunächst fragen, wozu sie gebraucht wird", sagt Roos. Denn die Hersteller haben ihre Festplatten inzwischen auf bestimmte Zwecke abgestimmt. Da sind zum einen die Festplatten für Desktop-PCs. Hier gehen die Hersteller davon aus, dass sie nur einige Stunden täglich im Einsatz sind. Es gibt zwei Leistungsklassen: "Die langsameren arbeiten mit niedrigeren Drehzahlen, so zwischen 5400 und 6000 Umdrehungen maximal", sagt Michael Schmelzle. Die schnelleren Platten arbeiten mit 7200 Umdrehungen pro Minute. Sie sind etwas teurer, brauchen mehr Strom und haben ein lauteres Betriebsgeräusch. "Nur für die Datenablage reichen 5400er-Platten grundsätzlich immer", sagt Roos.

Dann gibt es NAS-Festplatten. Die Abkürzung steht für Network Attached Storage - externe Speichergeräte, in denen eine oder mehrere Festplatten eingebaut werden können, die mit dem heimischen Netzwerk verbunden sind. So können angeschlossene Geräte jederzeit auf Bilder, Filme oder sonstige Daten zugreifen. NAS-Festplatten sind etwas teurer, da sie für den Dauerbetrieb ausgelegt sind. Meist haben sie "auch eine gewisse Vibrationstoleranz und oft längere Garantiefristen", so Lutz Labs in der Computerzeitschrift "c't" (24/2014).

Hybrid-Festplatten sind eine Kombination aus SSD und HDD. Auf ihnen werden das Betriebssystem und wichtige Programme auf der SSD gespeichert, andere Daten auf dem Magnetspeicher. "Die haben sich aus meiner Sicht eigentlich überlebt, weil die SSD inzwischen günstig genug sind", sagt Schmelzle.

Externe Festplatten eignen sich besonders für Datensicherungen und zum Transport großer Dateien.

Die größten Festplatten im Handel fassen derzeit acht Terabyte (TB), das sind knapp 8000 Gigabyte. Den günstigsten GB-Preis bekommt man meistens bei mittleren Größen, erklärt Roos. Das Preisgefälle fällt dabei recht deutlich aus. So kosten Platten mit 8 TB im Netz 700 bis 800 Euro, HDDs mit 6 TB gibt es dann schon für rund 300 Euro, 3 TB als internes Laufwerk schon ab 87 Euro. Wer seine Bedürfnisse kennt, spart Geld.

Neben verschiedenen Speichergrößen haben Festplatten auch unterschiedliche Formate, nämlich 2,5 und 3,5 Zoll. Im PC werden meist 3,5-Zoll-Modelle verbaut. Sie haben den größeren Speicherplatz. Die 2,5-Zöller sind meist für Mobilgeräte. Ihr Fassungsvermögen endet derzeit bei 2 TB.

Und dann sind da noch die externen Festplatten mit USB-Anschluss. Sie werden sowohl in 3,5-Zoll als auch in 2,5-Zoll verkauft. Die großen Modelle bieten mehr Platz, die externen 2,5-Zoll-Platten brauchen dafür kein eigenes Netzteil, erklärt Roos. Sie bekommen Daten und Strom über den USB-Anschluss. Solche externen Festplatten - ob in 2,5- oder 3,5-Zoll - sind hervorragend zur Sicherung wichtiger Daten geeignet. "Es sollten mindestens zwei Datensicherungen sein", empfiehlt Schmelzle.© dpa