So verwandeln Sie Ihren alten Fernseher in einen Smart-TV.

Der Fernseher benötigt Apps und Internet, um als Smart-TV zu gelten. Sie müssen sich aber kein neues Gerät kaufen, um in den Genuss der vielfältigen Möglichkeiten, die ein Smart-TV bietet, zu kommen!

Es ist gar nicht teuer, smarte Eigenschaften nachzurüsten, vorausgesetzt, Ihr TV-Gerät verfügt über einen HDMI-Anschluss. Ist dies der Fall, so können Sie mit HDMI-Zusatzgeräten arbeiten. Dabei gibt es zwei Varianten: Entweder ist die Box mit dem kompletten Betriebssystem ausgestattet oder sie dient nur als Zuspieler, der über das Smartphone gesteuert wird. Die Preise sind überschaubar, sie liegen zwischen 40 und 100 Euro.

Vorab sollten Sie überlegen, was Sie von Ihrem Smart-TV erwarten. Falls Sie Flexibilität bevorzugen, sollten Sie zu einem Gerät mit Android greifen. Sie können dann fast alle Apps installieren, die es bei Google Play gibt, also beispielsweise Twitter, den Kalender oder Facebook. Die Apps können dann über den großen TV-Bildschirm genutzt werden, das gilt auch für Video- oder Audiowiedergaben. Die Bedienung erfolgt über die mitgelieferte Fernbedienung, was nicht immer praktisch und komfortabel ist. Daher ist es besser, eine drahtlose Tastatur und Maus zu verwenden oder die Steuerung über das Smartphone vorzunehmen. Sie wählen also zum Beispiel ein Youtube-Video am Handy aus und schalten die Wiedergabe auf den HDMI-Stick um.

HDMI-Boxen oder -Sticks enthalten Hardware, die mit der eines Smartphones vergleichbar ist. Unter der Haube verrichtet ein Quad-Core-Prozessor mit 1,4 bis 1,6 Gigahertz seinen Dienst, der von zwei Gigabyte RAM unterstützt wird, auch HD-Videos können so abgespielt werden. Die Android Set-Top-Box wird neben oder unter dem Fernseher aufgestellt und mittels HDMI-Kabel verbunden. An der Box sind zumeist USB-Ports für Festplatten sowie für Maus und Tastatur vorhanden. Falls Sie einen Stick kaufen, so können Sie diesen direkt in die HDMI-Buchse stecken oder ein kurzes Kabel für den Anschluss verwenden. Die Bedienoberfläche der Box ist in der Regel speziell angepasst, da Android nicht für eine Infrarot-Fernbedienung ausgelegt ist. Auf der Oberfläche sehen Sie große Symbole, über die Sie zu den Audio- oder Videoeinstellungen gelangen. Wenn es Ihnen hauptsächlich um das Abspielen von Musik oder Videos geht, sollten Sie die installieren. Sie laden die zugehörige APK-Datei herunter und installieren diese im Anschluss. Sie können dann auch Dateien aus Windows-Freigaben streamen sowie auf Youtube und Mediatheken zugreifen. XBMC kann über die Fernbedienung Ihres TV-Geräts gesteuert werden, falls das Gerät den Standard HDMI-CEC unterstützt. Dies ist bei den meisten aktuellen Modellen der Fall.

Große Auswahl an Geräten

Bei Onlinehändlern wie Amazon finden Sie unter "Streaming Media Player" eine große Auswahl an Sticks oder Multimedia-Boxen für Ihr TV-Gerät. Falls Sie Wert auf viele USB-Ports legen, ist der für etwa 90 Euro eine gute Wahl. Auch der Minix Neo X5, der 60 Euro kostet, bietet vier USB-Anschlüsse sowie einen SD-Kartenleser. Das Nachfolgemodell, der X8-H, kostet schon 160 Euro, Sie können damit aber auch 4k-Medien abspielen. Von Xoro gibt es den HST 550S für etwa 80 Euro, der ebenfalls vier Ports und zusätzlich dazu einen DVB-S2-Tuner an Bord hat. Auf diese Weise können Sie TV-Sendungen aufzeichnen.

Wenn Sie Sticks bevorzugen, können Sie zum TVPecee MMS-884.guad von Pearl greifen, der circa 100 Euro kostet. Neben zwei USB-Ports ist ein Micro-SD-Kartenleser enthalten, der S400 von Dozyswan bietet für 80 Euro eine ähnliche Ausstattung.

Passives Streaming

Falls Sie Videos und Audiodateien über Ihr Smartphone oder Tablet konsumieren, benötigen Sie im Prinzip kein zweites Betriebssystem. Wenn das Gerät DLNA - das ist die Abkürzung für "Digital Living Network Alliance" - unterstützt, kommen Sie ganz ohne Zusatzhardware aus. Sie müssen in den Einstellungen nach "Media Renderer" suchen und die entsprechende Funktion einschalten. Nun brauchen Sie als Gegenstück dazu noch die passende App am Smartphone, also beispielsweise .

Sie starten die App, wechseln in die Einstellungen und wählen unter "Renderer" Ihren Fernseher aus. In der Library können Sie nun Videos auf das TV-Gerät streamen. Sie können zudem aus verschiedenen Bibliotheken wählen und auch einen Medienserver aus Ihrem Netzwerk einbinden. Falls Ihr TV-Gerät nicht rendern kann, so können Sie zu Chromecast greifen. Dies ist ein HDMI/WLAN-Stick, das etwa 35 Euro kostet. Es wird über das Smartphone gesteuert, Apps gibt es für alle gängigen Systeme.

Falls Sie eine Android-Box direkt am TV-Gerät anschließen, so ist dies zwar praktisch, bringt aber nicht immer in allen Einsatzgebieten ausreichend Leistung. Alternativ dazu können sie zu einem PC greifen. Für etwa 240 Euro können Sie den leisen und kleinen erstehen. Sie installieren Windows sowie das gratis erhältliche , oder Sie verwenden Linux und . Falls Sie ein Bastler sind und weniger Geld ausgeben möchten, so können Sie auch einen verwenden. Dank Hardwarebeschleunigung können Sie damit sogar HD-Videos in 1080p ruckelfrei abspielen.© IDG