Wir haben mehrere Sportarmbänder für Sie getestet.

Sport ist anstrengend, aber aus gesundheitlicher Sicht lohnenswert. Mangelt es Ihnen an Motivation, können Fitness-Tracker vielleicht die notwendige Unterstützung in Ihr Leben bringen. Wir haben sechs von ihnen getestet.

Ähnlich, aber nicht gleich

"Den einen, besten Fitness-Tracker" gibt es nicht. Alle haben eigene Stärken und Schwächen, sodass wir keine pauschale Empfehlung geben können. Untersuchen Sie stattdessen, wie Sie Sport in Ihren Alltag integrieren und schauen Sie sich anschließend an, welches Produkt diese Vorstellungen am besten unterstützt. Beispielsweise bieten einige Geräte und Apps eine Akkulaufzeit von mehreren Monaten, während andere nur Strom für wenige Tage haben. Manche Tracker analysieren Ihren Schlaf, andere sind nur für sportliche Aktivitäten geeignet.

In einem Punkt stimmen jedoch alle Geräte überein: Sie benötigen ein Smartphone, um wirklich jede wichtige Funktion zu nutzen. Ohne ein Handy ist also die Anschaffung dieser Fitness-Tracker nicht ratsam. Bereiten Sie sich also darauf vor, zukünftig nicht nur das Sportgerät, sondern auch Ihr Smartphone auf Ihren Ausflügen mitzunehmen.

• Orbit von Runtastic - das Gerät für Läufer

Wahlweise tragen Sie den einfach mit einem Clip an Ihrer Kleidung oder auch als Armband am Handgelenk. Da das Design ohnehin keine Begeisterungsstürme hervorruft, kann es recht praktisch sein, das Gerät gleich ganz zu verstecken. Auf dem Display gibt es übliche Informationen wie die Uhrzeit, die zurückgelegten Schritte, den Fortschritt der Fitnessbemühungen über den Tag oder auch die bislang verbrauchten Kalorien. Gut funktioniert das Gerät im Zusammenspiel mit der hauseigenen App namens Laufen & Fitness. Dann gibt es für viele Funktionen ein besseres Display und der Orbit lässt sich einfacher bedienen.

Neben Läufern ist der Orbit aufgrund seiner Wasserunempfindlichkeit auch für Schwimmer geeignet. Nicht besonders kundenfreundlich ist jedoch die Zurückhaltung von Funktionen für die Gold-Version der App: Individuelle Ziele - "Heute will ich fünf Kilometer laufen und zwei Kilometer schwimmen" - lassen sich nur in der kostenpflichtigen Variante festlegen. Sie müssen oft mit den Standardeinstellungen vorliebnehmen. Es bleibt abzuwarten, ob Runtastic dies in Zukunft noch ändern wird.

• Activité Pop von Withings - tolles Design hat seinen Preis

Überaus ansehnlich und bequem am Handgelenk: Dieser Fitness-Tracker schmiegt sich dank der Materialwahl (das Armband besteht aus Silikon) sehr angenehm an die Haut und sieht darüber hinaus auch noch gut aus. Das Gerät ist allerdings recht schwer und zierliche Personen werden das Gewicht definitiv bemerken. Außerdem gibt es kein Display, nur eine Uhr und ein kleiner Zeiger für den Fortschritt am Tag sind vorhanden. Für den Rest ist die Koppelung mit dem Smartphone zuständig. Langwierige Konfigurations-Marathons müssen Sie nicht befürchten, denn die Uhr erkennt selbstständig, welcher Sportart Sie gerade nachgehen.

Wunderbar fällt die Laufzeit aus, denn die integrierte Batterie reicht für acht Monate. Dabei arbeitet die Activité Pop auch im Schlaf und analysiert Ihre Ruhephasen. Für Statistiken über einen längeren Zeitraum fehlen aber monatliche Daten, die Anzeige beschränkt sich auf Ihren Fortschritt pro Tag. Dadurch wird es schwer, Fortschritte über einen längeren Zeitraum zu protokollieren. Da es sich jedoch um ein Softwareproblem handelt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Withings noch nachbessern wird.

• Vivosmart von Garmin - Informationen im Überfluss

Diese halbe Smartwatch ist mit einem Touch-fähigen Display ausgestattet und kann daher direkt am Tracker bedient werden. Dort erfahren Sie beispielsweise Datum und Uhrzeit, aber auch den Kalorienverbrauch oder die Daten Ihrer Schlafphasen. Weiterhin verbindet Sie die mit sozialen Kontakten über Facebook, WhatsApp, E-Mails und dergleichen mehr. Über eine eingehende Nachricht werden Sie mit einer kurzen Vibration informiert. Schwieriger wird es, den eigenen Nahrungsverbrauch zu protokollieren, dafür ist nämlich die externe App My Fitness Pal notwendig - schöner wäre eine interne Lösung gewesen.

Dafür liegt das Gerät sehr angenehm auf der Haut und überzeugt durch ein geringes Gewicht - was umso erstaunlicher ist, wenn man sich die zahlreichen Funktionen und das Touch-Display vor Augen führt. Das Ladegerät ist aber viel zu klobig und dem restlichen Design kaum angemessen. Da Sie die Entscheidung für Ihren Fitness-Tracker aber ohnehin nicht über ein Ladegerät treffen sollten, dürfen Sie diesem Kritikpunkt keine allzu hohe Bedeutung beimessen.

• Smartband Talk von Sony

Die Zeiger schlagen hier noch deutlicher in Richtung Smartwatch aus: Das gewährt Ihnen auch die Annahme von Telefonaten, außerdem zeigt das stromsparende E-Ink-Display auch komplette Nachrichten an. Das Display fällt mit einer Diagonalen von 1,4 Zoll für einen Fitness-Tracker recht groß aus. Dadurch bleibt Raum für zahlreiche Informationen, wie Datum und Uhrzeit, zurückgelegte Schritte beim Gehen, Laufen oder Joggen sowie die mit Schlafen verbrachten Stunden. Unter der Informationsflut leidet jedoch die Akkulaufzeit, mehr als drei Tage können Sie nicht erwarten - ein deutlicher Nachteil für sehr aktive Sportler.

Ebenfalls nicht perfekt gelöst ist die Tatsache, dass Sie gleich zwei unterschiedliche Apps für einen reibungslosen Ablauf benötigen. Smartbank Talk SWR30 ist die mitgelieferte App, mit der Sie den Fitness-Tracker selbst mit allen dazugehörigen Funktionen steuern. Lifelog hingegen protokolliert die gesammelten Daten und erlaubt dann die Auswertung von Schritten, Kalorien, Strecken, Sportarten und dergleichen mehr. Ihre über den Tag verteilten Mahlzeiten lassen sich derzeit noch nicht in der App unterbringen.

• Up2 von Jawbone

In die Kategorie Schlank & Leicht fällt auch dieses Armband. Legen Sie auf maximale Mobilität ohne Einschränkungen wert, sind Sie bei Jawbone richtig. Auf ein Display müssen Sie dafür verzichten, Informationen gibt es daher nur für den Status des Geräts und Hinweise auf eventuell eingegangene Nachrichten. Das ist allerdings nicht schlimm, denn die hervorragende App gleicht diesen Makel wieder aus: Beispielsweise analysiert sie Ihren Schlaf, protokolliert alle erdenklichen sportlichen Bemühungen und bringt auch Food-Tracking mit. Sehr hilfreich sind auch die zahlreichen Vergleiche, die Sie innerhalb der App anstellen dürfen.

Beispielsweise sammelt das Daten über Ihren Schlaf und zeigt Ihnen an, ob Sie im Vergleich zu anderen Personen in Ihrem Alter besonders gute oder schlechte Schlafphasen durchleben. Ein großer Pluspunkt ist auch die einfache Verknüpfung mit unzähligen anderen Fitness-Apps - und das in einer Branche, in der jeder Hersteller gerne sein eigenes Süppchen kocht. Auf einen Zugriff auf Ihre gesammelten Informationen über einen Browser müssen Sie aber verzichten. Etwas fummelig - aber das ist schon Kritik auf sehr hohem Niveau - ist auch der Verschluss, der sich nicht immer mit einem kurzen Handgriff schließen oder öffnen lässt.

• Charge HR von Fitbit

Vielfältigkeit wird hier großgeschrieben: Der bringt beispielsweise Instrumente für die Messung der Herzfrequenz mit, dazu gibt es verbrauchte Kalorien, den gerade aktiven Puls oder auch zurückgelegte Distanzen beim Laufen oder Fahrradfahren. Sie möchten Ihren Lauf aufzeichnen? Dank GPS-Funktion erstellen Sie eine Karte und können diese bei Bedarf auswerten oder mit Freunden teilen. Lebensmittel scannen Sie einfach per Barcode ein und erfahren dadurch, ob es sich um gesunde oder eher fette Nährstoffe handelt. Der Tracker von Fitbit ist ein wahres Funktionswunder und daher besonders für anspruchsvolle Sportler geeignet.

Leiden muss darunter unter anderem das Design, denn der Charge HR wirkt recht klobig. Außerdem dürfen Sie ihn nicht mit unter Wasser nehmen, er ist gegen Spritzwasser nur in Ansätzen geschützt. Befestigen Sie den Tracker zu eng am Handgelenk, bleiben außerdem leichte Druckstellen übrig - was nicht dramatisch ist, aber was wir bei anderen Geräten nicht beobachtet haben. Die tolle App gleicht diesen Makel aus unserer Sicht aber problemlos wieder aus.© IDG