Wiederherstellung verlorener Dateien oder Partitionen.

Dateien oder Partitionen, die durch einen Festplattendefekt oder versehentliches Löschen verlorengegangen sind, können häufig rekonstruiert werden. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Möglichkeiten vor.

Bei einem Löschvorgang werden Dateien nicht sofort von der Festplatte entfernt, sondern zunächst nur zum Überschreiben freigegeben - der tatsächliche Löschvorgang erfolgt erst dann, wenn der Speicherplatz von anderen Daten beansprucht wird. Die Chancen zur Rekonstruktion gelöschter Daten stehen im Allgemeinen recht gut, solange die entsprechenden Stellen auf der Festplatte noch nicht überschrieben wurden - der erste Schritt zur Datenrettung sollte daher sein, keinerlei Daten mehr auf dem Datenträger zu speichern.

Datenrettung mit Photorec

PC-WELT bietet ein spezielles an, das nach dem Download auf einen DVD-Rohling gebrannt werden kann. Falls der Rechner nicht von selbst von dieser Recovery-DVD startet, muss im BIOS die Bootreihenfolge entsprechend geändert werden. Unter den enthaltenen Rettungstools befindet sich das Programm Photorec, mit dem außer Fotos auch jede andere Art von Dateien gerettet werden kann. Zum Sichern der rekonstruierten Dateien ist es erforderlich, dass eine zweite Festplatte entweder in den Rechner eingebaut oder über USB angeschlossen ist.

Bei Windows 8 gibt es eine wichtige Einschränkung: Das Betriebssystem bietet als Option an, die Systemfestplatte zu verschlüsseln. Dadurch lässt sich zwar unbefugten Personen der Zugriff auf den Rechner versperren, gleichzeitig wird durch die Aktivierung jedoch die Rekonstruktion gelöschter Dateien verhindert.

Wiederherstellung gelöschter Partitionen

Beim Einrichten neuer Festplattenpartitionen kann es passieren, dass eine vorhandene Partition versehentlich gelöscht wird. Windows enthält keine Software, um die alte Partitionstabelle in solch einem Fall wiederherzustellen. Auf der Recovery-DVD ist daher das textbasierte Tool Testdisk enthalten, mit dem sich gelöschte Partitionen retten lassen.

In der Geräteübersicht des Programms muss zunächst die Festplatte ausgewählt werden, auf der die Partition vorhanden war. Anschließend versucht Testdisk, den Partitionstyp zu ermitteln - Änderungen sind hier nur dann nötig, wenn Testdisk einen falschen Eintrag anzeigt. Nachdem im folgenden Menü "Analyse" ausgewählt wurde, listet das Tool die gefundenen Partitionen auf. Ist die versehentlich gelöschte Partition dabei, kann die alte Partitionstabelle durch die Auswahl von "Write" wiederhergestellt werden. Anschließend wird das Programm über "Quit" beendet. Nach einem Neustart steht die Partition wieder zur Verfügung.

Weitere Programme zur Datenwiederherstellung

Für den Fall, dass Photorec und Testdisk nicht weiterhelfen, steht eine Reihe weiterer Programme zur Verfügung: ist die kostenlose Version eines Programms, das ältere Versionen von Dateien wiederherstellen kann, die zum Beispiel durch einen Virus oder durch einen Festplattendefekt beschädigt wurden. Die Vollversion stellt auch Dateien wieder her, deren Größe über zwei Gigabyte liegt.

Auch bei handelt es sich um ein Programm, das in einer kostenlosen und einer Vollversion erhältlich ist. Virtuelle RAID-Systeme können von der Software auch auf solchen Rechnern eingerichtet werden, die über keinen RAID-Controller verfügen.

Piriform, der Hersteller des beliebten Windows-Optimierungsprogramms , bietet die kostenlose Datenrettungssoftware an. Das Programm kann wahlweise nach Dateien suchen, die erst kürzlich gelöscht wurden und daher meist noch vollständig auf der Festplatte vorhanden sind, oder einen Tiefenscan durchführen, durch den sich auch Dateifragmente rekonstruieren lassen. Dieser Vorgang kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Die Wahrscheinlichkeit, mit der die gefundenen Dateien gerettet werden können, zeigt das Programm anschließend durch einen Farbcode an. Zusätzlich enthält die Software eine Funktion zum sicheren Löschen von Dateien - eine Wiederherstellung durch Datenrettungstools wie Photorec oder Recuva wird dadurch verhindert.

Vorgehen bei Festplattendefekten

Bei einem mechanischen oder elektronischen Defekt der Festplatte lässt sich auch über Datenrettungstools nicht mehr auf den Inhalt zugreifen - oft kann in diesen Fällen nur noch ein Datenrettungslabor helfen. Bei elektronischen Defekten reicht es manchmal jedoch aus, die Steuerplatine auszutauschen, zumal der Preis für eine baugleiche Festplatte deutlich geringer ist als die Datenrettung beim Spezialisten. Um beim Online-Einkauf herauszufinden, ob es sich bei einer Festplatte tatsächlich um ein geeignetes Modell handelt, muss zunächst der defekte Datenträger ausgebaut werden, sodass neben der genauen Bezeichnung auch Fotos verglichen werden können. Der Austausch der Steuerplatine erfolgt anschließend mithilfe eines Schraubendrehers, wobei darauf geachtet werden sollte, dass der Schaumstoff zwischen Platine und Festplatte nicht entfernt wird.

Sind alle Versuche fehlgeschlagen, den Festplatteninhalt selbst wiederherzustellen, kann nur noch ein Labor helfen - allerdings auch nur innerhalb bestimmter Grenzen. Zudem kann der Service so teuer werden, dass er sich nur bei absolut unverzichtbaren Daten lohnt. Auf jeden Fall sollte zunächst ein Kostenvoranschlag eingeholt werden. Einige Datenrettungslabore stellen ihre Dienste erst dann in Rechnung, wenn Daten erfolgreich rekonstruiert werden konnten.© IDG