Google erlaubt ab Android 4.0 die Erfassung von Fitnessdaten.

Google Fit ist die eigene Lösung des Suchmaschinenanbieters, um zusammen mit geeigneten Geräten die sportliche Leistung im Überblick zu behalten. Wir haben uns das Programm näher angesehen.

Wie funktioniert Google Fit?

Schon seit Android 4.0 ist Google Fit in das Betriebssystem integriert und kann daher zusammen mit Uhren, Armbändern oder vergleichbaren Sportanalysegeräten genutzt werden. Wie die App genau funktioniert, teilt sie Ihnen glücklicherweise direkt beim Start mit: Google Fit benötigt Zugriff auf Sensorinformationen für Körperfunktionen und -aktivitäten. Um beispielsweise den Standort zu erkennen und GPS-Protokolle zu erstellen, ist außerdem die Nutzung eines GPS-Moduls notwendig. Auch ohne Rechtevergabe funktioniert Google Fit eingeschränkt: Die zurückgelegten Schritte werden erfasst, da dafür nur der nicht abschaltbare Bewegungssensor im Smartphone notwendig ist.

Je genauer, desto genauer

Damit Google Fit exakte Ergebnisse ausspuckt, müssen Sie das Profil unter den Einstellungen ebenfalls möglichst exakt ausfüllen. Was ist Ihr Ziel, wie groß sind Sie und wie viel Gewicht bringen Sie auf die Waage? Je mehr Daten Sie preisgeben, desto besser funktioniert Google Fit. Ohne Einschränkungen will die App aber fast nie mitspielen: Beispielsweise ist die Verknüpfung mit anderen Apps (beispielsweise von Sony, Garmin, Epson oder Fitbit) selten möglich, nur Withings stellte eine erfreuliche Ausnahme dar. Außerdem blockiert diese Verbindung dann jegliche anderen Verknüpfungen, sodass Produkte des genannten Herstellers beispielsweise nicht mehr mit den hauseigenen Programmen interagieren.

Auswertung der Daten

Leider fällt der Funktionsumfang von Google Fit recht mager aus: Schritte und Bewegungen werden ebenso erfasst wie Geschwindigkeiten, eigene Ziele können Sie ebenfalls definieren - wenn Sie beispielsweise pro Tag fünf Kilometer laufen möchten. Auch können Sie die genaue Art des Sports definieren, worunter auch einige Kuriositäten wie das "Laufen auf Sand" fallen. Mehr wird hier allerdings nicht angeboten, an die umfassenden Analysedaten anderer Hersteller - wie Herzschlagfrequenz, Kalorienverbrauch und dergleichen mehr - kommt Google Fit nicht heran. Immerhin: Indem Sie eigene Aktivitäten hinzufügen, können Sie auch exotische Sportarten, die nicht in der Vorauswahl zu finden sind, zur App hinzufügen.

Fazit: Es geht besser

Dedizierte Sportartikelhersteller oder auch Microsoft mit dem Band 2 machen es besser. Google Fit leidet derzeit unter zwei Baustellen:

• Viele Daten, die andere Hersteller automatisch erfassen, müssen manuell eingegeben werden. Im Grundzustand ist der Funktionsumfang von Google Fit außerdem recht beschränkt, hier sollte das Unternehmen unbedingt nachbessern.

• Nur sehr wenige Apps arbeiten problemlos mit Google Fit zusammen, die Marktführer lassen sich mit Ausnahme von Withings kaum zur Mitarbeit mit der Google-App überreden. Es stellt sich daher die Frage, warum man andere Apps überhaupt mit Google Fit verbinden sollte, wenn die herstellereigenen Programme oft einen besseren Job machen.

Immerhin: Google Fit ist ein kostenloser Teil von Android. Wer mit den erwähnten Einsatzzwecken - Schritte und Entfernungen zählen - zufrieden ist, darf die App gerne ausprobieren.© IDG