Berlin (dpa/tmn) - Warum eigentlich immer einkaufen, wenn es alle anderen das auch tun? Mit dem jüngsten Update von Googles Such- und Karten-Apps können nun auch iOS-Kunden sehen, wann ein bestimmtes Geschäft in der Regel besonders gut besucht ist.

Mehr als eine Million Orte weltweit sind in der "beliebte Uhrzeiten"-Funktion gelistet. Ein übersichtliches Balkendiagramm zeigt auf einen Blick, wann an welchen Tag mit hohem Besucherandrang zu rechnen ist.

Zur Ermittlung und Visualisierung der Stoßzeiten setzen die Apps auf Daten, die ihnen Nutzer mitteilen. Wer nämlich seinen Standort mit Google über den Standortverlauf teilt, nimmt automatisch als Datenquelle teil.

Das Smartphone sendet dann über den Standortbericht regelmäßig den eigenen Standort an Google, diese Daten fließen in die zahlreichen Dienstleistungen des Unternehmens ein. Vielen Nutzern ist dieses Daten-gegen-Funktionalität-Geschäft nicht bekannt. Man kann den Standortverlauf allerdings abschalten - wenn auch mit Funktionseinbußen.

Auf Android-Smartphones ab Version 2.3 findet sich der Regler für den Standortverlauf in den Google-Standorteinstellungen. Die lassen sich je nach Modell über die Einstellungen von Google-Maps aufrufen oder über die Einstellungen des Google-Kontos auf dem Gerät. Im folgenden Menü können auf Wunsch der Standortverlauf und der Standortbericht abgeschaltet werden.

Am Computer lässt sich der Standortverlauf unter Google Maps "Location History" ein- und ausschalten oder löschen. Hier kann bei aktivierter Option auch überprüft werden, wo man sich in den vergangenen Tagen aufgehalten hat. Nutzer von Apple-Geräten können den Apps außerdem über die Datenschutzeinstellungen den Zugriff auf den Standort verwehren.

Wer den Standortverlauf abschaltet, muss allerdings mit Einschränkungen rechnen, da mit Hilfe der gesammelten Daten die Funktionalität vieler Google-Dienste sichergestellt wird. Der persönliche Assistent Google Now etwa funktioniert dann nur noch sehr eingeschränkt.

Auf die Anzeige der beliebten Besuchszeiten von Geschäften hat dies aber keinen Einfluss. Solange nicht alle Google-Nutzer ihre Standortangabe verweigern, funktioniert sie auch weiterhin.© dpa