Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Richtig bequem funktioniert Multimedia in den eigenen vier Wänden nur per Netzwerk. Mit der entsprechenden Technik klappt das Verteilen von Videos, Musik und Internet auch durch Wände hindurch und über Stockwerke hinweg.

Immer mehr Geräte können daheim miteinander verbunden werden: Bilder und Videos vom Handy oder von der Action-Cam sollen auf den Fernseher kommen, Songs vom Tablet oder Rechner auf die Anlage. Und um etwa Streaming- oder Video-on-Demand-Dienste nutzen zu können, rauscht auch noch das Internet durchs Heimnetzwerk. Bei vielen Geräten läuft die Kommunikation untereinander fast automatisch, manchmal ist beim Aufbau eines Heimnetzes aber auch noch richtige Handarbeit gefragt.

Rund 46 Millionen Geräte, die vernetzt werden können, werden nach Schätzungen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) allein in diesem Jahr in Deutschland verkauft. 2013 waren es rund 41 Millionen, erklärt gfu-Sprecher Roland Stehle. Viele Geräte wollen aber nicht nur direkt miteinander verbunden werden, vernetzen bedeutet heutzutage vor allem: Es muss eine Verbindung ins Internet geben.

Zentrales Gerät im Heimnetzwerk ist meist der Router, erklärt Andreas Nolde von der Zeitschrift "Chip". Router bieten in der Regel mehrere Anschlüsse für Netzwerkkabel (LAN), über die dann Computer, aber auch netzwerkfähige Fernseher angeschlossen werden können. Und da die meisten Router das Netzwerk auch per WLAN-Funk aufspannen, finden auch Smartphones oder Tablets den Weg ins Internet, sagt Nolde.

In der Praxis tauchen aber schnell Probleme auf. Das fängt schon damit an, dass Router und viele der Geräte, die angeschlossen werden sollen, nicht im selben Raum stehen: Oft trennen sie mehrere Wände oder ganze Stockwerke. Aber das muss kein Hindernis sein, sagt Thomas Rau von der Zeitschrift "PC Welt". Denn zum Aufbau des Heimnetzes gibt es im Wesentlichen drei Techniken: LAN, WLAN und Powerline, die Datenübertragung über die Stromleitungen.

Bei den Überlegungen, wie man am besten vernetzt, sollte man "von den Inhalten ausgehen, die die höchste Bandbreite haben", sagt Rau. Meist werden das Videos sein. Idealerweise verbindet man dann die Geräte, die Filmdateien untereinander austauschen, über ein Kabel. Für Tablets und Smartphones bleibe aber meist nur die WLAN-Option.

Ansonsten ist WLAN natürlich immer dann erste Wahl, wenn man kein Kabel verlegen kann oder will. Bei der Funktechnik muss man vor allem darauf achten, ob die Reichweite stimmt, sagt Andreas Nolde. Eventuell muss man sogenannte WLAN-Repeater einsetzen, die die WLAN-Signale auffangen und verstärkt weiterleiten, "damit die ganze Wohnung mit einem gleich starken Signal abgedeckt wird".

Es kann aber auch sein, dass der Router schlecht ausgerichtet ist und eine etwas andere Stellung der Antennen, ein Platz-, Frequenz- oder Kanalwechsel schon Besserung bringt. Bedenken muss man zudem, dass die Router nach verschiedenen Standards mit unterschiedlichen Bandbreiten arbeiten. Am weitesten verbreitet sind noch Router mit dem n-Standard. "Da kann es schon Probleme geben, wenn ein HD-Video gestreamt werden soll", sagt Nolde. Beim neuen ac-Standard sollte dies zumindest von der Bandbreite her gelingen.

Hilft alles nichts, bleibt immer noch Powerline. Die Technik ist zuverlässig, setzt aber ein ordentliches und sauber verlegtes Stromnetz voraus, erklärt Nolde. "Ansonsten eignet sich Powerline besonders gut, um über mehrere Räume oder auch Stockwerke hinweg Daten zu verteilen" sagt Rau. Ein Hauptadapter wird in eine Steckdose beim Router gesteckt und mit diesem per LAN-Kabel verbunden. Danach liegen die Netzwerkdaten theoretisch an jeder Steckdose an, in die ein weiterer Adapter gesteckt wird. Dieser gibt die Daten dann in der Regel per LAN-Kabel an ein Endgerät weiter. Das kann ein Computer oder Fernseher sein, aber auch wiederum ein WLAN-Access-Point.

Wenn nicht nur Inhalte aus dem Internet kommen, sondern vor allem eigene Videos oder die persönliche Musiksammlung im Haus verteilt werden sollen, empfiehlt sich ein zentraler Datenspeicher. Das kann ein sogenannter Network Attached Storage (NAS) sein, also ein ans Netzwerk angeschlossener Speicher. "Das ist eine Kombination aus einem kleinen Linux-PC und viel Festplattenspeicherplatz", sagt Nolde. Ein NAS sei zudem auch eine gute Backup-Lösung für Daten. Eine kostengünstigere, aber behelfsmäßigere, weil langsamere Lösung sei ein Router mit USB-Anschluss, an den eine Festplatte gehängt wird.© dpa