Wir lassen die drei Tablets von Apple gegeneinander antreten. Mini, ganz normal oder doch die Pro-Variante? Das iPad gibt es inzwischen in drei Modellausführungen. In diesem Ratgeber versuchen wir, Ihnen beim Kaufentschluss unter die Arme zu greifen.

Zählen wir alle Mini-, Standard- und Pro-Ausgaben des iPads zusammen, kommen wir inklusive der Farbauswahl auf momentan über 60 verschiedene Geräte, die Sie im Store von Apple erwerben können. Die Preise ohne Zubehör schwanken dabei zwischen 289 und 1.229 Euro, sodass die Entscheidung auch aus finanzieller Sicht wohlüberlegt sein will. Das kleinste iPad ist fast so kompakt wie das iPhone 6S Plus, während das iPad Pro angeblich bald das Notebook überflüssig macht. Sie bemerken: Die Entscheidung ist nicht einfach.

Nicht zuletzt gibt dabei der Anwendungsfall den Ausschlag: Lesen Sie nur hin und wieder E-Mails, surfen nebenbei im Internet oder schauen sich Videos an, werden Sie kein 1.000 Euro teures iPad Pro benötigen. Andererseits sind Sie für kreative Arbeit auf genau jenes Tablet angewiesen, mit einer Mini-Ausgabe hätten Sie hingegen nicht viel Freude. Überlegen Sie sich also zuerst, wofür Sie das iPad überhaupt nutzen möchten. Anschließend lesen Sie sich die folgenden Abschnitte durch, die Ihnen bei der Entscheidung helfen werden.

iPad Pro

Kreatives Arbeiten mit dem iPad Pro.

Mit diesem Gerät erhalten Sie das mit Abstand größte Tablet von Apple, außerdem bietet es die höchstmögliche Leistung und eine anschließbare Tastatur. Nein, an den Komfort eines echten Notebooks kommen Sie damit alleine schon aufgrund des fehlenden Touchpads und des Verzichts auf MacOS X nicht heran - dennoch handelt es sich derzeit um die bestmögliche Hybridlösung aus dem Hause Apple. Beispielsweise können Sie mehrere Apps parallel verwenden und Office-Programme oder Photoshop gibt es sogar für iOS.

Allerdings ist das Zubehör sehr teuer sowie derzeit schlecht verfügbar. Als Alternative springen Hersteller wie Logitech in die Bresche, die Tastaturen für das iPad Pro anbieten. Als echtes Highlight entpuppt sich der Pencil: Der Stift ist überaus präzise, dazu leicht und dank Magnetclip einfach zu transportieren. Auf dem extrem scharfen Display sind es dann auch gerade die kreativen Arbeiten (Malen, Zeichnen, Designen, Retuschieren), die besonders viel Freude bereiten.

Günstig ist der Spaß aber nicht: Mindestens 809 Euro müssen Sie in der kleinstmöglichen Ausführung in das iPad Pro investieren, mit mehr Speicherkapazität und LTE-Funktionalität erhöhen sich die Kosten auf bis zu 1.299 Euro (ohne Tastatur oder Stift). Dennoch: Für die Arbeit(!) hat Apple bislang noch kein besseres Tablet veröffentlicht. Sollte dies Ihr Hauptanwendungsfeld sein, sollten Sie sich das Gerät näher anschauen.

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Test: Apples iPad Pro ist kein vollständiger Notebook-Ersatz

Apples iPad Pro ist kein vollständiger Notebook-Ersatz.

iPad Air 2

iPad Air 2 in verschiedenen Farben.

Das Fliegengewicht von Apple ist auch 2016 noch sein Geld wert, wenngleich es im Jahr 2015 überhaupt kein Update des iPad Air gegeben hat. Die Eckdaten von 9,7 Zoll bei 2.048 x 1.536 Pixel sind auch heute noch der aktuelle Stand der Technik, das Display sieht hervorragend aus und die Leistung reicht für den Medienkonsum ohnehin aus. Außerdem fallen die Preise nicht ganz so einschüchternd aus wie bei der Pro-Ausgabe: Zwischen 489 und 809 Euro müssen Sie derzeit für ein iPad Air 2 von Apple investieren.

Aber: Sie dürfen nicht erwarten, produktiv mit dem Tablet tätig zu werden. Der Bildschirm ist für "ernsthafte" Bild- und Videobearbeitung zu klein, außerdem hinkt die Leistung der Pro-Variante hinterher. Dazu müssen Sie bedenken, dass Sie auch hier nur iOS spendiert bekommen. Zahlreiche Programme, die Sie vielleicht unter MacOS X nutzen, versteht das iPad Air 2 nicht.

Punkten kann das federleichte Gerät jedoch beim Medienkonsum zu Hause: Legen Sie sich auf das Sofa und surfen Sie ein wenig im Internet, schauen Sie Filme und Serien oder nutzen Sie die zahlreichen Apps, die in Apples eigenem Store verfügbar sind. Das iPad Air 2 ist ein sehr ausgereiftes Produkt, das für Entertainment und Konsum wie geschaffen ist und aufgrund des reduzierten Gewichts besser in der Hand liegt als die Pro-Ausgabe.

iPad Mini 4

Das iPad 4 mini.

Klein, aber fein? Auch in diesem Fall trifft das Sprichwort meistens zu. Viele Daten stimmen sogar mit denen des iPad Air 2 überein: Die Auflösung bleibt bestehen, lediglich der Bildschirm schrumpft auf nur noch 7,9 Zoll. Auch hier können Sie seit iOS 9 zwei Apps gleichzeitig darstellen, wenngleich diese Funktion auf dem kleineren Bildschirm nicht ganz so viel Freude bereitet wie auf iPad Pro oder der Standard-Ausgabe. Hinsichtlich der Leistung setzt sich das gewöhnliche iPad Air 2 ebenfalls kaum von der Mini-Variante ab.

Ein weiteres Argument für das iPad Mini 4 ist der Preis: Der Einstieg beginnt hier bereits bei 389 Euro, nach oben hin wird bei 709 Euro die Grenze gezogen. Es handelt sich daher um das eindeutig günstigste Apple-Tablet, das gleichzeitig aber dem iPad Air 2 nur in seiner Größe nachsteht. Ein weiterer Punkt ist das Gewicht: 294 Gramm sind so leicht, dass Sie das Gerät auch über einen langen Zeitraum in den Händen halten können. Außerdem erleichtern die kompakten Dimensionen den Transport in Bus, Zug und Flugzeug. Für Filme und Serien handelt es sich aufgrund des kleinen Displays aber um die schlechteste Lösung.

Zum iPad Mini 4 dürfen Sie daher vor allem greifen, wenn Sie Mobilität über alle anderen Faktoren stellen und Ihnen die Größe im Alltag ohnehin nicht so wichtig ist. Hinsichtlich der Performance erwerben Sie zwar das schlechteste iPad, aber für seinen eigentlichen Anwendungszweck bleibt es trotzdem gut geeignet: Medienkonsum unterwegs sowie Internet ohne schwächer werdende Muskeln in Armen und Händen.

Fazit

Schlecht ist keines der iPads. Wenn Sie sich vorher Gedanken darüber machen, was Sie überhaupt von einem Tablet erwarten, vermeiden Sie einen (teuren) Fehlkauf. Grundsätzlich gilt: Entertainment zu Hause und unterwegs ist das Reich von iPad Air 2 und iPad Mini 2, für die produktive Arbeit kommen Sie derzeit nicht um ein iPad Pro herum.© IDG