Apple öffnet Recode seine Testlabors, um zu zeigen, dass das iPhone 6 Plus auf Biegen und Brechen getestet wurde.

Erstmals seit "Antennagate" öffnet Apple ausgewählten Medienvertretern seine Testlabors. Im Jahr 2010 wollte Apple damit zeigen, viel in das Design und die Technik von iPhone-Antennen zu investieren, um besten Empfang zu garantieren, in diesem Herbst geht es um vermeintlich zu biegsame iPhone 6 Plus.

Eingeladen hatte Apple die Journalistin Lauren Goode von Walt Mossbergs Technikblog Recode. Mossberg ist ein langjähriger Kenner der Firma und gilt in seiner Berichterstattung eher als Apple freundlich - im Jahr 2008 beim misslungen Start von Mobile Me hatte er jedoch den damaligen Apple-Chef Steve Jobs mit kritischen Berichten im Wall Street Journal überrascht ("Sogar unser Freund Walt Mossberg schreibt schlecht über uns!"). Goode räumt in ihrem Bericht auch ein, keinerlei Erfahrungen mit vergleichbaren Testlabors gemacht zu haben, durch die Werkstätten führte sie Apples Senior Vice President of Hardwareengineering Dan Riccio.

Apple äußert sich zu den Problemen mit neuem Smartphone.

Goode zeigte sich von den Tests überzeugt: Apple hänge etwa ein Gewicht von 25 Kilogramm an das iPhone 6, um den "Hosentaschentest" zu simulieren - das Telefon biege sich merklich, nehme nach Wegnahme des Gewichts aber wieder seine ursprüngliche Form an. Riccio erklärte bleibende Schäden an den Geräten damit, dass manche ihr iPhone 6 über einen gewissen Grad hinaus belasten und sich das verformte Metall nicht mehr zurückforme. Bei welcher Kraft die Grenze erreicht ist, verriet er jedoch nicht.

Die Labortests entwickle Apple aus den Alltagserfahrungen von dutzenden Apple-Ingenieuren unterschiedlichster Statur, die Vorserienmodelle oder Dummies bekommen hätten und Feedback zu Nutzungssituationen gaben. Im Vorfeld der Veröffentlichung des iPhone 6 seine 15.000 Geräte getestet worden, so viele wie noch nie zuvor. Neben dem bloßen Verbiegen teste Apple auch die Torsion (Verdrehen) und übe in einem anderen Test auch mit einem dünnen Stab einen Druck von 10 Kilogramm Gewicht zentral auf das iPhone aus. Den Sitztest, in dem Apple das Hinsetzen mit iPhone in der Hosentasche auf unterschiedlich feste Unterlagen simuliere, wiederhole man "einige tausend Mal". Apples Marketingchef Phil Schiller bestätigte auf Nachfrage der Journalistin erneut, die Beschwerden über defekte iPhone 6 und iPhone 6 Plus seien "rar", ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen.© Macwelt