San Francisco (dpa) - Der Chef des umstrittenen Fahrdienst-Vermittlers Uber hat sich von einem seiner wichtigsten Top-Manager distanziert, der Schmutzkampagnen gegen Journalisten ins Gespräch gebracht hatte.

Die Äußerungen des Vizepräsidenten Emil Michael seien "schrecklich" gewesen und er habe damit nicht die Position des Unternehmens vertreten, schrieb Firmenchef und Mitgründer Travis Kalanick am späten Dienstag beim Kurznachrichtendienst Twitter. Zugleich sei er sicher, dass Michael aus Fehlern lernen könne.

Der Uber-Manager hatte in einer vermeintlich privaten Unterhaltung davon gesprochen, das Privatleben kritischer Journalisten auszuforschen, um sie unter Druck zu setzen. Nachdem das am Dienstag bekannt wurde, forderten viele, er müsse gefeuert werden. Kalanick äußerte sich dazu nicht.

Das Startup-Unternehmen aus San Francisco versicherte zudem in einem Blogeintrag, dass Nutzerdaten nur für legitime Geschäftszwecke eingesehen würden. Die Einhaltung dieser Regel werde überwacht.

Uber liegt weltweit im Clinch mit der Taxi-Branche, die dem Dienst unfairen Wettbewerb vorwirft. Dem Unternehmen, das in diesem Jahr rund 1,2 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt hat, wurden bereits wiederholt rabiate Geschäftspraktiken vorgeworfen.© dpa