Bonn (dpa/tmn) - Die Privatsphäre in sozialen Netzwerken zu wahren, ist nicht so einfach. Doch wer seine Passwörter und den Nutzerkreis gut auswählt, hat schon viel für den Schutz seines Privatlebens getan.

Passwörter: Auch wenn es umständlicher ist: Für die Anmeldung bei sozialen Netzwerken sollte man aus Sicherheitsgründen verschiedene E-Mail-Adressen und auch unterschiedliche, sichere Passwörter verwenden. Dazu rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Ansonsten besteht die Gefahr, dass nach einem Datendiebstahl Cyberkriminelle in einem Rutsch Zugang zu allen persönlichen Profilen bei allen genutzten Netzwerken bekommen. Auf Smartphones oder Tablets gelte es zudem, niemals Passwörter von sozialen Netzwerken zu speichern, damit Unbefugte nach einem Verlust oder Diebstahl der Mobilgeräte keinen Zugriff auf die Social-Media-Accounts haben.

Datenschutzrichtlinien: Gefahr für die Privatsphäre droht bei Netzwerken aber nicht nur von außen. Vor einer Anmeldung sollten Nutzer unbedingt die Datenschutzrichtlinien und Allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen, rät das BSI. Denn manche Anbieter räumten sich an jeder privaten Veröffentlichung Nutzungsrechte ein.

Definierte Nutzerkreise: Ohnehin sollten sich Nutzer genau überlegen, welche sensiblen Daten und Informationen sie preisgeben wollen. Wenn sie Persönliches veröffentlichen möchten, sollten sie dies nur selektiv für definierte Nutzerkreise tun, so die Experten. Zudem kämen Nutzer nicht darum herum, in den Einstellungen der Netzwerke die Sichtbarkeit des eigenen Profils zu kontrollieren und gegebenenfalls einzuschränken.

In die eigenen, engsten Kontaktkreise sollte man den Empfehlungen zufolge nur Personen aufnehmen, die einem persönlich bekannt sind. Wer belästigt wird oder auf unseriöse Profile stößt, kann und sollte das dem Betreiber des jeweiligen Netzwerks mitteilen. In der Regel finden sich "Melde-Schaltflächen in den Kontextmenüs zu Posts, Videos oder Fotos.

Sicherheitsstandards: Da längst nicht alle Inhalte in sozialen Netzwerken geprüft oder sicher sind, sollten Nutzer vor allem nie unüberlegt auf Links klicken. Darüber versuchen Kriminelle oft, Nutzer auf bösartige Webseiten zu locken. Aber auch hinter vielen Anfragen oder angebotenen Add-on-Installationen kann sich Schadsoftware verbergen. Vorsicht ist zudem bei Drittanbietern geboten, die etwa Spiele in sozialen Netzwerken anbieten: Ihre Sicherheitsstandards entsprechen dem BSI zufolge oftmals nicht denen des Netzwerk-Betreibers.

Service:

Das BSI gibt die Empfehlungen zum sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken im Rahmen des European Cyber Security Month (ECSM). © dpa