Berlin (dpa) - Nintendo will im anlaufenden Weihnachtsgeschäft als kleinerer Rivale von Sony und Microsoft seine Sonderrolle im Markt der Spielekonsolen als Stärke ausspielen.

Nintendo unterscheide sich mit seiner Wii U als einziger Hersteller von den großen Konkurrenten und könne den Nutzern eine ganz eigene Spielerfahrung bieten, sagte Reggie Fils-Aime, der Amerika-Chef des japanischen Spieleunternehmens, dem Technologie-Blog "Recode". Die neuen High-Tech-Konsolen von Sony und Microsoft verkaufen sich seit dem Start vor einem Jahr gut und verstärkten den Konkurrenzdruck auf Nintendo weiter.

Sony und Microsoft versuchten beide, mit exklusiven Spieletiteln einen Wettbewerbsvorsprung zu bekommen. Doch sie hätten beide nicht viele davon vorzuweisen, meinte Fils-Aime.

"Wenn man auf die beiden konkurrierenden Plattformen schaut, was ist der wesentliche Unterschied?" Dagegen hätten sie Top-Spiele von Nintendo nicht im Angebot. "Sie haben Mario und Zelda nicht." Hier liege eine Stärke von Nintendo. Das Unternehmen habe die Chance, seinen Nutzern eine differenzierte Konsole und eine andere Spielerfahrung zu bieten.

Im wichtigen Weihnachtsgeschäft setze Nintendo auf Titel wie das Multiplayer-Spiel "Super Smash Bros." oder "Pokémon Omega Ruby", sagte Fils-Aime. Eine zentrale Rolle sollen die Amiibo-Figuren spielen. Die ersten zwölf Charaktere dieser Spielfiguren will Nintendo Ende November herausbringen. Sie sind mit einem NFC-Funkchip ausgestattet und können über das Steuergerät GamePad ins Spiel integriert werden.

Auf die Amiibo-Figuren lassen sich auch aktuelle Spielstände speichern und etwa zum Spielen mit Freunden mitnehmen. Künftig sollen die Figuren auch über die Grenzen einzelner Spiele hinweg eingesetzt werden können, sagte Fils-Aime.

Nach schwachen Absatzzahlen der Wii U hatten einige Spieleentwickler dem japanischen Traditionsunternehmen den Rücken gekehrt und ihre stärksten Titel nur für Sonys Playstation 4 und Microsofts Xbox One herausgebracht. So gibt es den Blockbuster "Call of Duty" nur für die beiden Konsolen der Nintendo-Konkurrenz.

Die Entwickler wünschten sich eine große installierte Basis der Geräte, räumte Fils-Aime ein. Nintendo habe im Vergleich zum Vorjahr die installierte Basis der Wii U aber inzwischen verdoppelt. Seit dem Start im November 2012 wurden insgesamt 7,3 Millionen Wii-U-Geräte abgesetzt. Ursprünglich wollte Nintendo allein im ersten Jahr rund 9 Millionen Konsolen verkaufen.© dpa