Düsseldorf (dpa) - Für viele Kunden des Mobilfunkanbieters Telefónica Deutschland wird das mobile Surfen bald wesentlich bequemer: Nach dem Zusammenschluss des Unternehmens mit E-Plus sollen ab Mitte April die schnellen UMTS-Netze der früher getrennten Unternehmen quasi in einem Netz gebündelt werden. Das kündigte Telefónica am Mittwoch (4. März) an. Dabei können alle Kunden von eigenen und von Partnermarken die ausgeweitete Infrastruktur nutzen. Dazu gehören unter anderem O2, Simyo, Base und Fonic - aber auch Aldi Talk, die als die größte Discountmarke des Unternehmens gilt.

"Wir werden mit der kombinierten Netzversorgung das beste Netzerlebnis über UMTS in Deutschland bieten", erklärte der Deutschland-Chef von Telefónica, Thorsten Dirks. Der Manager hatte am Rande der Mobilfunkmesse Mobile World Congress (2. bis 5. März) in Barcelona die geplante Netzintegration angekündigt. Das Umschalten zwischen den Netzen funktioniert automatisch (National Roaming). Es sei denn, der Nutzer legt in seinen Handyeinstellungen einen Anbieter manuell fest.

Durch die Zusammenlegung entsteht in städtischen Regionen vor allem eine dichtere Netzversorgung in Gebäuden. In ländlichen Gebieten können Kunden, deren bisheriges Netz keine UMTS-Versorgung bietet, automatisch das jeweils andere Netz nutzen - falls verfügbar. Die UMTS-Netze in Deutschland seien weiterhin die "Arbeitspferde" der Mobilfunkinfrastruktur, über die die größten Datenmengen transportiert würden. Auch die Bundesnetzagentur sieht UMTS derzeit als den Hauptträger im Datenverkehr.

Allerdings arbeiten die Unternehmen derzeit fieberhaft am Ausbau der nächsten Mobilfunkgeneration, dem LTE-Netz. Telefónica mache dabei gute Fortschritte, hieß es. Derzeit würde die Netzabdeckung bei rund 62 Prozent der Bevölkerung liegen. Bei der Deutschen Telekom waren es am Jahresanfang 65 Prozent, bei Vodafone mehr als 70 Prozent.

Seit Anfang Oktober gehört E-Plus zu dem Münchener O2-Netzanbieter. Dafür blätterte das Tochterunternehmen der spanischen Telefónica insgesamt mehr als acht Milliarden Euro auf den Tisch. Gemessen an der Kundenzahl ist Telefónica mit 42 Millionen der Marktführer, vor der Deutschen Telekom und Vodafone.

Nationales Roaming

Ein Mobiltelefon bucht sich im Inland normalerweise immer bei demjenigen Netzbetreiber ein, der die SIM-Karte bereitgestellt hat. Das Handy bleibt dabei stets im eigenen Netz, auch wenn bei einem schlechten Empfang ein stärkeres Signal von Basisstationen eines anderen nationalen Providers verfügbar wäre.

Beim sogenannten nationalem Roaming dagegen darf ein Mobiltelefon einfach in das stärkere Netz des anderen Providers wechseln. Kunden können so mehrere Netze nutzen. Telefónica-Kunden kennen dies bereits aus der Vergangenheit: In den Jahren 1999 bis 2009 stellte O2 (damals Viag Interkom) seinen Kunden das Netz der Telekom zur Verfügung.© dpa