Köln (dpa) - In der Fotowelt ist ein rasanter Wandel im Gang - das zeigt sich auch bei der photokina 2014. Zur weltgrößten Fotomesse stehen sich die klassische Kamera mit neuen Funktionen und ganz junge Species gegenüber. Der deutsche Markt? Zwischen Licht und Schatten.

Mit vielen neuen Modellen und immer ausgefeilterer Technik im Fokus ist die weltgrößte Fotomesse photokina (16. bis 21. September) in Köln an den Start gegangen. Rund 1070 Aussteller aus 51 Ländern rücken ihre Neuheiten ins Blickfeld - bei Spiegelreflex- und Systemkameras, Kompaktmodellen, Smartphones oder noch recht jungen Species wie Actioncams und Wearable-Mini-Computern.

Zu den Schwerpunkten auf der Messe gehören die Fernsteuerung von Kameras und kabelloser Bildtransfer. Einige Aufnahmegeräte richten sich speziell an Fans von Selfies - Schnappschuss-Selbstporträts, die millionenfach in den sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.

Im 175. Jahr der Fotografie erlebt die Branche derzeit einen Umbruch. Auch in Deutschland geht der Absatz von klassischen Kameras in diesem Jahr deutlich zurück. Der Photoindustrie-Verband (PIV) rechnet für 2014 mit einem Absatz von 5,26 Millionen Geräten, ein Rückgang um 13 Prozent. Das Umsatzminus falle mit 4,6 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro aber schwächer aus. Denn die Rückgänge sind hervorgerufen vor allem durch einen Einbruch bei den preiswerten Kompaktkameras, die von den boomenden Smartphones verdrängt werden. Der PIV spricht von einer Zweiteilung des Kamera-Marktes mit weiter guten Aussichten für hochwertige Aufnahmegeräte.

Wachstumspotenzial für die Zukunft sieht die Branche auch bei neuartigen Aufnahmegeräten wie den sogenannten Wearables, winzigen Computern mit Kameras, die in Form von Brillen, Broschen, Kettenanhängern oder als Armband getragen werden. Sie können rund um die Uhr Bilder oder Videos aufnehmen und spielen bei der photokina 2014 eine größere Rolle. Gleiches gilt für die robuste Actioncam für den Motorradhelm oder den Taucheranzug, die nach Branchenangaben stark zulegen wird.

Ein weiterer Trend: WiFi- oder WLAN-Schnittstellen ermöglichen eine kabellose Fernsteuerung von modernen Kameras über das Smartphone. Ein Bildtransfer ohne Kabelverbindung ist schon fast ein Muss. Klappdisplays sind gefragt, die Touchscreens werden größer. Eine Lichtfeldkamera von Lytro ermöglicht ein Scharfstellen an beliebigen Bildpunkten nachträglich an der gefertigten Aufnahme - eine technologische Entwicklung, die als vielversprechend gilt.

Im Trend liegen weiterhin Fotobücher, aber auch die selbst gestaltete Foto-Tapete oder eine wachsende Flut von Foto-Apps. Cewe präsentiert eine Postkarten-App, mit der sich eine elektronische Urlaubskarte mit Fotos und Text individuell gestalten und in einem Tag an die Daheimgebliebenen versenden lässt.© dpa