Unsere Lebenswelt ist vollkommen digitalisiert, für jeden und alles gibt es eine App. Die Anwendung "Rumblr" sorgt jetzt im Internet für eine Mischung aus Belustigung und Entsetzen. Handelt es sich um einen gelungenen Scherz oder um abstoßenden Ernst?

Die Dating-App "Tinder" ist ein riesiger Erfolg. Menschen, die sich - mal mehr, mal weniger intensiv - kennenlernen wollen, werden dort in der Regel fündig.

An dieser Grundidee orientiert sich auch "Rumblr", eine Applikation, die sich gerade um die Aufnahme in Apples App-Store bewerben soll.

Facebook will gegen die Entscheidung eines belgischen Gerichts zum Schutz von Daten von Nicht-Mitgliedern Rechtsmittel einlegen.

Doch während es bei "Tinder" bisweilen um das Prinzip der vogelwilden Liebe geht, soll es bei "Rumblr" ordentlich auf die Zwölf geben, berichtet "Vice.com".

Verprügeln und verprügeln lassen

Die App richtet sich ganz offensichtlich an alle Freizeitboxer. Verprügeln und verprügeln lassen. Eine Art Hooligan 2.0.

Auch "Rumblr" versteht sich als Dating-App im weitesten Sinn. Allerdings verabredet man sich dabei zu Schlägereien auf Hinterhöfen.

Vorab kann man sich innerhalb der Anwendung in einem Chat ordentlich beleidigen, um die argumentative Grundlage für das handgreifliche "Vier-Augen-Gespräch" zu schaffen.

Hat man sich dann mal ein bisschen zu weit aus dem Fenster gewagt, weil einen der Gegner um einige Köpfe und Kilos übertrumpft, kann man den Kampf noch kurzfristig abblasen. Die Schaltfläche für diesen Schritt ist selbsterklärend: "Pussy out".

Das englische Boulevard-Blatt "Mirror" hatte bei den Machern nachgefragt, ob diese App denn tatsächlich ernst gemeint sei. Die Frage wurde mit Ja beantwortet.

Apple hält sich bedeckt

Fraglich ist, ob Apple "Rumblr" tatsächlich in den Store aufnehmen würde. Das Unternehmen selbst habe laut "Vice.com" auf den Datenschutz bei App-Bewerbern verwiesen und hielt sich deshalb bislang bedeckt.

Vielleicht aber, spekuliert "Vice.com", handelt es sich bei der Aktion auch nur um einen gelungenen Scherz mit gesellschaftskritischem Ansatz. Ein Seitenhieb gegen die durchdringende Digitalisierung unserer sozialen Umwelt?