Köln (dpa/tmn) - Treffen Nutzer im Internet auf Rassismus oder frei zugängliche Pornografie, müssen sie das nicht einfach hinnehmen. Neben der Polizei nimmt auch die Beschwerdestelle des Verbands der deutschen Internetwirtschaft Meldungen entgegen.

Rechtswidrige Inhalte im Internet müssen Nutzer nicht tolerieren. Bei eindeutig rechtsextremen, betrügerischen oder kinderpornografischen Webseiten oder Mails ist die Polizei ein Ansprechpartner. Aber auch der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) hat eine Beschwerdestelle eingerichtet. Eingehende Meldungen werden juristisch geprüft und an die zuständigen Behörden, Dienstanbieter oder Hostprovider weitergeleitet, um die Löschung zu veranlassen.

Nutzer können etwa ganze Webseiten, Spam-E-Mails, Beträge in Foren, Chats oder Filesharingdiensten melden. Damit die Beschwerdestelle den einzelnen Fall prüfen kann, muss die Meldung so viele Details wie möglich enthalten. Dazu gehören etwa der Dienstname, ein Link zur Dokumentation, Datum und Uhrzeit des Vorfalls und der Nutzername des Verursachers. Bei Spam-Mails muss die komplette E-Mail weitergeleitet werden, am besten mit dem vollständigen Mail-Header, also den Verkehrsdaten der Nachricht. Auch wichtig: Der Grund der Beschwerde muss mit angegeben werden. Beispiele sind etwa frei zugängliche pornografische Inhalte oder Rechtsextremismus. Die Beschwerden können über ein Formular auch anonym abgegeben werden.

Weltweit arbeitet die eco-Beschwerdestelle mit mehr als 40 ähnlichen Organisationen in 35 Ländern zusammen. 2014 wurden rund 140 000 Fälle bearbeitet. Bei kinderpornografischen Inhalten dauerte es durchschnittlich etwas mehr als fünf Tage, Inhalte zu löschen. Waren die betreffenden Dateien in Deutschland gespeichert, konnten sie in der Regel bereits nach knapp drei Tagen gelöscht werden.© dpa