Mit einfachen Tipps zum schnelleren Systemneustart

Windows 10 bootet schnell, aber ein wenig mehr Geschwindigkeit kann schließlich nicht schaden. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie dieses Kunststück schaffen.

Langsam wird es langsamer…

Direkt nach einer Neuinstallation ist Windows (und jedes andere Betriebssystem) an Geschwindigkeit kaum zu überbieten. Keine überflüssigen Dienste und Autostartprogramme behindern den Systemstart, die Festplatte ist noch beinahe unbelegt und auch permanent aktive Hintergrundapplikationen (wie beispielsweise Virenscanner) sind ein Fremdwort. Im Laufe der Zeit nimmt die Belastung jedoch zu und insbesondere auf älteren Festplatten wird der Computer auch unter Windows 10 ausgebremst. Komplett beseitigen lässt sich dieses Problem nicht - und das ist auch gut so. Im Zweifelsfall nimmt man eher einen um wenige Sekunden verzögerten Systemstart hin, wenn das bedeutet, dass dafür wichtige Programme sofort zur Verfügung stehen.

Die folgenden Punkte zeigen, ob Sie nicht trotzdem an einigen Ecken ein wenig Leistung freilegen können:

• Wie schnell ist mein Windows?

Die Ereignisanzeige hilft Ihnen dabei, zu langsame Systemstarts zu erkennen. Begeben Sie sich dazu in das Suchfenster oder nutzen Sie Cortana und geben Sie "eventv" ein. Bestätigen Sie die Eingabe und die Ereignisanzeige wird sich öffnen. Navigieren Sie dann im linken Bereich über "Anwendungs- und Dienstprotokolle -> Microsoft -> Windows -> Diagnostics-Performance -> Betriebsbereit".

Hier bekommen Sie im mittleren Fenster nun zahlreiche sogenannte Event-IDs zu sehen. Die ID 100 ist für den Startvorgang verantwortlich. Klicken Sie auf das Event und Sie sehen, wie lange der Startvorgang beim letzten Mal gedauert hat. Alle Events nach 100 bis 200 sind für Verzögerungen beim Systemstart verantwortlich - was aber nicht schlecht sein muss. Autostartprogramme werden hier ebenfalls gelistet.

• Welche Autostartprogramme brauche ich?

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste und öffnen Sie den Task-Manager. Dort suchen Sie die Spalte Autostart. Hier finden Sie alle Programme, die beim Start von Windows automatisch geladen werden und (je nach Komplexität und Größe der Anwendung) die Zeit mitunter erheblich beeinflussen. Deaktivieren Sie daher alle Applikationen, die Sie sicherlich nicht brauchen. Populäre Kandidaten sind beispielsweise diverse Adobe-Programme, Download-Assistenten von Logitech oder Google und Apple oder auch Java-Updater. Auch Instant Messenger nisten sich hier gerne ein, selbst wenn Sie sie nur selten direkt beim Systemstart benötigen.

• Schnellerer Kaltstart

Direkt nach dem Einschalten des Computers ist es nur selten das Betriebssystem selbst, das für eine lange Verzögerung verantwortlich ist. Häufiger ist es das BIOS, das nach angeschlossenen Geräten sucht - sowohl intern an SATA-Ports als auch extern an USB-Schnittstellen. Schalten Sie daher alles ab, was Sie nicht benötigen. Deaktivieren Sie sämtliche Schnittstellen, die Sie niemals benutzen und aktivieren Sie - sofern vorhanden - den USB-Fast-Boot. Damit wird die Suche nach angeschlossenen USB-Geräten umgangen, was mehrere Sekunden einsparen kann.

• Ausnutzung der Ruhezustände

Am schnellsten startet Windows 10, wenn Sie das System auf "Energie sparen" stellen. Alle Anwendungen bleiben geöffnet und das System steht nach einem Druck auf den Power-Schalter praktisch innerhalb weniger Sekunden wieder in derselben Form bereit, in der Sie es auch verlassen haben. Der Nachteil: Das System ist nicht wirklich aus, der Computer verbraucht in dieser Zeit also einen minimalen Rest an Energie. Eine Alternative ist der Ruhezustand, damit wird der Arbeitsspeicher auf die Festplatte übertragen. Das Gerät ist in dieser Zeit wirklich ausgeschaltet und steht trotzdem wieder so zum Einsatz wie beim Verlassen des Computers bereit. Die notwendigen Daten werden nach dem Start von der Festplatte in den Arbeitsspeicher geschrieben. Das ist noch immer schneller als ein Kaltstart, aber nicht so schnell wie der "Energie sparen"-Modus.

Hilfe vor allem für ältere Computer

Alle angegebenen Tipps wirken sich umso deutlicher aus, je langsamer der Computer ohnehin bereits ist. Moderne Systeme mit SSD-Laufwerk und Windows 10 benötigen ohnehin nur wenige Sekunden bis zur Einsatzbereitschaft, sodass Sie selbst Reduktionen um 10 bis 20 Prozent nicht mehr deutlich spüren sind. Andererseits kann es auch nicht schaden, dem System ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Löschen oder deaktivieren Sie allerdings keine Dienste oder Programme, wenn Sie sich nicht sicher sind, wofür sie da sind - denn sonst müssen eventuell langwierige, umständliche Rettungsarbeiten Ihr System wieder flottmachen.© IDG