Berlin/Bonn (dpa) - Nach ersten Erkenntnissen sind Behörden auf Bundesebene nicht Opfer des jüngsten großflächigen Datendiebstahls geworden.

"Eine Betroffenheit der Bundesverwaltung ist zur Zeit nicht erkennbar", erklärte das Bundesinnenministerium am Mittwochabend. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werde erneut prüfen, wenn mehr Details über das Vorgehen der Kriminellen bekannt seien. Das BSI ist für den Schutz der IT-Systeme der Bundesregierung verantwortlich.

Studie belegt: Viele Nutzer machen es Hackern zu leicht.

Sicherheitslücken bieten Angriffsfläche

Eine amerikanische Sicherheitsfirma hatte einen Datenklau bisher ungekannten Ausmaßes aufgedeckt. Dabei sollen 1,2 Milliarden Einwahldaten für Online-Dienste gestohlen worden sein. Die Daten setzten sich aus E-Mail-Adressen und Passwörtern zusammen, berichtete die "New York Times". Kriminelle hätten die Informationen abgefischt, indem sie Sicherheitslücken bei Online-Diensten ausgenutzt hätten.

Das BSI prüft derzeit noch, ob deutsche Nutzer betroffen sind. Thomas Plünnecke, Pressesprecher der 1&1 Internet AG, sagte in Bezug auf die E-Mail-Dienste WEB.DE und GMX: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen uns keine Erkenntnisse vor, die darauf hindeuten, dass auch Nutzer unserer Mail-Dienste vom Datendiebstahl betroffen sein könnten." Sicherheitsexperten hätten bereits Kontakt mit dem BSI und der Firma Hold Security aufgenommen, um nähere Informationen zu erhalten.© dpa