Russische Hacker haben offenbar 1,2 Milliarden Nutzerdaten gestohlen. Damit rückt für Internetnutzer die Sicherheit ins Blickfeld. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich wirksam schützen können.

Russische Hacker haben über 1,2 Milliarden Nutzerdaten entwendet. Noch wird der Fall untersucht, sollten sich die Zahlen aber bewahrheiten, dann wäre es der größte Identitätsdiebstahl aller Zeiten. Die Kriminellen entwendeten die Daten bei rund 420.000 Webseiten und Servern. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat sich eingeschaltet und will feststellen, ob deutsche Nutzer betroffen sind.

Thomas Plünnecke, Pressesprecher der 1&1 Internet AG, sagte in Bezug auf die E-Mail-Dienste WEB.DE und GMX: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen uns keine Erkenntnisse vor, die darauf hindeuten, dass auch Nutzer unserer Mail-Dienste vom Datendiebstahl betroffen sein könnten." Sicherheitsexperten hätten bereits Kontakt mit dem BSI und der Firma aufgenommen, die den Datenklau entdeckt hatte.

Nach Datenklau: Mit diesen Tipps machen Sie es Hackern schwer.

Anwender können zu ihrem eigenen Schutz beitragen, in dem Sie sichere Passwörter für alle genutzten Dienste verwenden. Ein Passwort sollte dabei nicht mehrfach genutzt werden.

Ihre E-Mail-Adresse ist alles

Schützen Sie Ihr E-Mail-Postfach ganz besonders gut, denn darüber lassen sich viele Passwörter für andere Seiten ergaunern. Für die Erstellung der Zeichenkette geben wir weiter unten wichtige Hinweise.

Eigenen PC und Browser absichern

Auf Ihrem Rechner sollten Sie immer einen aktuellen Virenscanner einsetzen. Gute Antivirenprogramme sind auch gratis erhältlich. Wie etwa AVG Free Antivirus oder Avast Free Antivirus.

Passwort-Sicherheit: Das gilt es zu beachten

Ein Login für den Heim-PC, eines für den Rechner im Büro, das Passwort für den Mail-Client, für den Facebook-Account oder für das Ebay-Konto, die Pin für das Online-Banking und der Zugang zu Skype: Nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom müssen sich Computer- und Internetnutzer im Schnitt 15 bis 20 Passwörter merken. Und als wäre das nicht schon mühsam genug, sollten die Kennwörter auch noch so lang, kompliziert und schwer nachvollziehbar sein, dass Hacker ihnen nur schwer auf die Schliche kommen können. Gerade im stressigen Büro-Alltag wird aber die Passwortsicherheit oft vernachlässigt - mit fatalen Folgen!

No-gos wie "passwort" sind beliebt

Fakt ist, dass User immer nachlässiger bei der Wahl der Passwörter werden, je mehr Logins sie sich merken müssen. So verwenden viele Nutzer das immer gleiche Passwort für verschiedene Accounts, etwa für den Online-Shop, in dem sie ihre Kreditkartennummer hinterlassen oder für den Webdienst, auf dem sie persönliche Fotos speichern. Oder sie vertrauen gar auf einfache Zahlenreihen wie "123456" oder auf No-gos wie "passwort".

Mit diesen Tricks sind schlechte Zugangsdaten passee.

Zudem greifen viele Nutzer zu riskanten Methoden, um sich Passwörter zu merken: Excel-Listen haben zwar den Vorteil, dass sich Passwörter leicht einsehen lassen, Post-Its und andere Notizzettel sind schnell erstellt. Doch beide Methoden verstoßen gegen die wichtigste Sicherheitsregel: Passwörter niemals aufschreiben! Wie aber wird das scheinbar Unmögliche möglich? Wie merkt man sich kryptische Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben und das gleich im Dutzend?

Passwort-Manager: Einer für alle

Abhilfe verschaffen so genannte Passwort-Manager. Mit diesen Programmen lassen sich Passwörter und Anmeldeinformationen verwalten; die Tools erzeugen automatisch starke Passwörter oder organisieren die selbst erstellten. Merken muss sich der Anwender nur noch ein einziges Master-Passwort, um Zugang zu seinem Passwort-Manager zu erhalten.

Vorteil: Das Master-Passwort wird online nie sichtbar und kann nicht abgefangen werden. Per Bluetooth-Handy oder USB-Gerät geht die Autorisierung sogar ganz ohne Passwort. Mit der Software stehen dem Anwender sämtliche Passwörter und Online-Zugangsdaten zur Verfügung, was die Registrierung auf Webseiten sehr erleichtert.

Einige Passwort-Manager gibt es auch als portable Varianten, so dass Nutzer immer sämtliche Log-in-Daten mitnehmen und auf beliebigen Computern einsetzen können. Zudem schützen gute Passwort-Manager vor Hacker-Angriffen durch Anti-Phishing und Anti-Key Logger-Funktionen. Sprich: Wer einen Passwort-Manager nutzt, muss sich höchstens ein einziges Master-Passwort merken und weiß doch sämtliche Log-Ins und persönliche Daten in Sicherheit – ganz im Gegensatz zum gleichen Passwort für verschiedene Logins

Doch auch Passwörter, die man sich nicht merken muss, sollten nach allen Regeln der Sicherheit erstellt werden. Wer die folgenden Punkte beachtet, kann dabei nicht viel falsch machen.© IDG