Frankfurt/Main (dpa) - Für den Schutz der persönlichen Daten im Netz sehen einer aktuellen Studie zufolge die Nutzer vor allem die Politik und die Unternehmen in der Pflicht.

"Fast alle (97 Prozent) fordern, dass der Missbrauch persönlicher Daten stärker verfolgt und bestraft wird", erklärte Reinhard Schlinkert, Geschäftsführer des Markt- und Meinungsforschungsinstitut dimap am Montag. Das Institut hatte die Studie im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) erstellt.

96 Prozent der Befragten fordern, dass die Unternehmen transparenter über den Verbleib der persönlichen Daten informieren sollten. Generell gehen demnach die Nutzer mehrheitlich davon aus, dass die meisten Anbieter im Netz mit persönlichen Daten der Nutzer Geld verdienen. 80 Prozent von ihnen lehnen dies allerdings auch entschieden ab. Nur 16 Prozent hätten Verständnis für das Geschäftsmodell. Knapp jeder dritte Konsument zeige sich hingegen resigniert und glaube, dass er daran nichts ändern könne.

Der Studie zufolge fordern 86 Prozent der Befragten sogar, dass Geschäfte mit Daten gesetzlich verboten werden sollten. Für den Schutz der eigenen Daten würde rund ein Drittel der Nutzer Geld zahlen - im Schnitt 41 Euro im Jahr. 59 Prozent bezweifelten allerdings, dass eine solche Zahlung überhaupt einen effektiven Schutz der Daten gewährleisten könne.

Dimap befragte für die Studie insgesamt 1002 Internetnutzer in Deutschland ab 14 Jahren. Das DIVSI ist eine von der Deutschen Post AG gegründete gemeinnützige Gesellschaft, die für einen besseren Datenschutz im Netz eintritt.© dpa