Berlin (dpa/tmn) - Immer wieder erschüttern Datenschutz-Skandale das Vertrauen der Internet-Nutzer. Davon betroffen sind auch E-Mail-Dienste. Sie nehmen das Thema ernst und haben sich in dem Punkt verbessert. Das zeigt ein Test.

Der Datenschutz bei E-Mail-Diensten hat sich verbessert. Zu diesem Urteil kommt die Stiftung Warentest, die 14 Anbieter elektronischer Postfächer unter die Lupe genommen hat ("test"-Ausgabe 02/2015). Zwar erheben nur 2 davon wenige oder gar keine Kundendaten, was ihnen die Note "gut" in der Kategorie Schutz einbrachte. Doch insgesamt sei das Niveau seit dem letzten Test im Jahr 2009 gestiegen. So haben sich einige Anbieter der Initiative "E-Mail made in Germany" angeschlossen. Kunden dieser Dienste sehen beim Versand zu Teilnehmenden Diensten über den Browser, ob die Nachricht verschlüsselt übertragen und nach dem deutschen Datenschutz gespeichert wird. Der Initiative gehören unter anderem GMX, 1&1, Web.de und die Telekom an.

Testsieger wurden mit mailbox.org und Posteo zwei noch recht junge Dienste, die besonderen Wert auf den Datenschutz legen. So war Mailbox.org laut "test" der einzige untersuchte Anbieter, der die Nachrichten verschlüsselt speichert. Allerdings muss der Nutzer diese Eingangs-Verschlüsselung selbst einrichten und benötigt dafür PGP-Schlüssel. Posteo bietet diese Funktion nach eigenen Angaben ebenfalls und erlaubt es, ein Konto anonym einzurichten und zu bezahlen. Dafür kann der Kunde das Geld in einem Briefumschlag übersenden. Beide Dienste erlauben zudem die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mails und stellen dafür Anleitungen bereit. Die Kosten für Mailbox.org und Posteo liegen bei 1 Euro pro Monat.

Prinzipiell bieten Bezahldienste laut Stiftung Warentest allerdings nicht mehr Datenschutz als Gratisangebote. So bieten die Bezahlversionen GMX Promail (2,99 Euro pro Monat) und Web.de Club (5 Euro pro Monat) den Testern zufolge zwar einen größeren Funktionsumfang oder mehr Speicherplatz als die kostenlosen Pendants GMX Freemail und Web.de FreeMail, nicht aber mehr Datensicherheit.© dpa