Cupertino (dpa) - Mit der Vorstellung der ersten Apple-Computeruhr tritt Konzernchef Tim Cook endgültig aus dem Schatten seines legendären Vorgängers Steve Jobs.

Seit drei Jahren steht Cook, der Sohn eines Werftarbeiters aus dem US-Staat Alabama, an der Spitze des wertvollsten Unternehmens der Welt. In dieser Zeit drückte er Apple seinen Stempel auf: Er ging unter anderem schwierige Themen wie die Arbeitsbedingungen in China an und sorgte für eine etwas offenere Kommunikation mit Journalisten. Die Apple Watch ist das erste grundlegend neue Produkt, das Cook als Firmenchef präsentierte.

Schon vor seinem Aufstieg an die Konzernspitze galt Cook als ein Architekt des wirtschaftlichen Erfolgs von Apple. Jobs hatte den früheren Manager der Computerkonzerne IBM und Compaq 1998 zu Apple geholt, das damals ums Überleben kämpfte. Cook griff schnell durch: Er schloss eigene Produktionswerke und setzte auf Auftragsfertiger. Die Lagerbestände ließ er von Monaten auf Tage schmelzen und verschlankte die Zulieferkette.

Das US-Magazin "Fortune" würdigte Cook seinerzeit als "das Genie hinter Steve". Als Zuständiger für das operative Geschäft sorgte er dafür, dass nach Umsetzung der kühnen Visionen schwarze Zahlen in den Büchern standen. Jetzt muss Cook mit der Computeruhr beweisen, dass sein Apple die gleiche visionäre Kraft wie zu Zeiten von Jobs hat. Dieses Image hilft dem Konzern, weltweit Millionen seiner teuren Premium-Smartphones und Tablets zu verkaufen.

Über Cooks Privatleben weiß man nicht viel. Ähnlich wie Jobs gilt er als öffentlichkeitsscheuer Workaholic, der lange im Büro bleibt und E-Mails auch mal mitten in der Nacht verschickt.© dpa